Test
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14.06.2019

Praxis

Die Verarbeitung ist auf den ersten Blick erwartungsgemäß gut. Schaue ich mir den Korpus oben und unten an, fällt mir auf, dass die Senkkopfschrauben nicht bündig mit dem Gehäuse abschließen. Das sieht etwas schräg aus, ist aber für den weiteren Nutzen des Gerätes nicht von Belang. Der Tascam MZ-372 steht gut da.

Im Inneren des Gerätes ist sauber gearbeitet worden. Das Layout verteilt sich auf zwei Platinen, die obere mit den Verstärker- und Steuerelementen, die untere, an der alle vergoldeten Anschlüsse korrekt verlötet und solide mit dem Gehäuse verschraubt sind. Viel SMD-Technik, einige Kondensatoren, Transistoren und eine Handvoll OP-Amps verrichten ihren Dienst auf den extrem aufgeräumten Platinen.

Fader und Potis liegen gut in der Hand und lassen sich dosiert in die gewünschte Einstellung bringen. Die Festinstallation ist laut der gut strukturierten Bedienungsanleitung für 19 Zoll Cases und Wandmontagen gedacht. Ich halte einen Einsatz als Clubmixer in einem Tisch oder in einem Top eines Cases eingelassen für genauso möglich. Auf diese Weise kann am Veranstaltungsort ein DJ mit allerhand Einspielern, inklusive drei Plattenspielern, einen Gig fahren.

Beachtet bitte bei der Erdung der Plattenspieler, die Erdungsschrauben sind mit einem Schraubendreher oder einer Münze zu lösen. Die Schrauben sitzen ziemlich fest. Das Erdungskabel hat einen hervorragenden Halt und garantiert einen brummfreien Betrieb.

Sound

Der Sound des Mixers ist hervorragend und rauscharm. Bei der Eingangsverstärkung könnte noch ein wenig mehr Reserve drin sein, vor allem, wenn ich anhand der LED-Ketten der Kanäle auf 0 dB aussteuere. Dies machte sich im Test vor allem bei den Phono-Eingängen und Benutzung von Alben mit mehr als 45 Minuten Spielzeit bemerkbar. Dichter bespieltes und damit leiseres Vinyl könnte im Mix mit lauten Signalen absaufen. Ein Soundcheck mit der geplanten Musikauswahl ist somit unumgänglich.

Die Endverstärkung an beiden Hauptausgängen und dem Submix liefert dafür Leistung satt und lässt keine Wünsche offen. In meiner Testumgebung konnte ich das Pult kaum ausfahren, ohne dass ich um meine Monitorboxen fürchten musste. Also können wir es an den Eingängen ruhig etwas gemäßigter angehen lassen.   Das Umschalten der Eingangsoptionen A, B und C der Kanäle erfolgt weitestgehend knackfrei. Die Klangregelung der Kanäle lässt sich zielgenau einstellen. Leider ist auf Panorama-Regler verzichtet worden. Somit müssen wir bei Benutzung von Mikrofonen oder einfachen Line-Signalen die Kanäle mono und frontal fahren.

Die Vorhörfunktion gilt für die sechs Hauptkanäle des Pultes. Die Verstärkung für den Kopfhörerausgang ist amtlich und laut. Der zusätzliche AUX-Kanal (Mike/Line), der auf der Frontplatte mit Signalen gefüttert wird, kann nicht vorgehört werden. Er dient primär als Eingang für das Ansagemikrofon, dazu ist ein zuschaltbares Ducking vorgesehen. Der Talkover reduziert anliegende Musik des kompletten Pultes erwartungsgemäß, könnte nach hinten raus aber viel schneller wieder aufmachen. Mir ist die Release-Zeit zu lang gewählt und lässt sich leider nirgends am Pult verkürzen. Knackige Ansagen, wie wir es aus Radiosendungen gewohnt sind, sind so nicht möglich.

Zunächst kommt ein Elektronik-Remix eines deutschen Indie-Songs, gefolgt von einer aktuellen Lo-Fi Electronica-Nummer. Danach hören wir die Mikrofoneingänge des Frontanschlusses und der regulären Mixerkanäle, einer stellvertretend für alle. Abschließend teste ich die Phono-Eingänge mit einem Dubhouse-Track, drei Electro-Nummern und einem Ambient-Acid-Stück, abgespielt über einen Technics 1210-MKII Deck mit einem Shure M44-7 Tonabnehmer.

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