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21.10.2021

Spotify, Apple und Co. wollen Auszahlungen auf historisches Tief drücken

Die neuen Unterlagen sehen für Songwriter alarmierend aus

Mehrere Musikstreaming-Plattformen wie Spotify, Apple, Amazon und Google haben beim US Copyright Royalty Board Dokumente eingereicht, um die Tantiemen für Songwriter für die nächsten Jahre festzulegen. Dabei wollen sie die Ausschüttung auf einen historischen Tiefstand herunterschrauben. 

Die Betreiber von Musikstreamingdiensten, darunter Spotify, Apple, Amazon, Pandora und Google, haben diese Woche beim US Copyright Royalty Board (CRB) Dokumente eingereicht, um mitzuteilen, was sie Songwritern für die fünf Jahre zwischen 2023 und 2027 zahlen wollen.

Das Urheberrechtsgesetz schreibt vor, dass die Richter für Urheberrechtsgebühren alle fünf Jahre ein Verfahren durchführen, um die Höhe der von Streamingdiensten an Songwriter und Verleger zu zahlenden mechanischen Lizenzgebühren zu bestimmen. Die neuen Vorschläge zielen demnach darauf ab, die bisher niedrigsten Tantiemen der Geschichte zu werden. 

"Wir kämpfen für höhere Zahlungen"

Der CEO der National Publishers Association (NMPA) David Israelite hat mit dem Magazin Music Business Worldwide zu dem Vorhaben gesprochen. Die neuen Unterlagen wurden zwar noch nicht veröffentlicht, Israelite teilt seine Meinung darüber aber schon jetzt. Demnach sei das aktuelle Verfahren das wichtigste der Geschichte. Denn der Prozess könnte "bedeutsame Konsequenzen für Songwriter und Musikverleger" haben. 

Er selber werde mit seinem Team kämpfen, dass die Songwriter nicht weiter geschröpft werden und das schwächste Glied der Kette bleiben: "Wir werden dafür kämpfen, die Zahlungen der Streaming-Dienste an die Songwriter deutlich zu erhöhen, und wir werden jetzt mit voller Transparenz sehen, in welchem Ausmaß Spotify, Amazon, Apple, YouTube und Pandora versuchen, das Wenige, das sie derzeit zahlen, zu kürzen."

Unternehmen streben Profitmaximierung an

Laut Israelite wollen die beteiligten Unternehmen nicht nur "alle Errungenschaften der letzten 15 Jahre zunichte zu machen", sondern auch eine neue Struktur aufbauen, die "schlimmer sind als zu jedem anderen Zeitpunkt in der Geschichte des interaktiven Streamings."

Dass die Unternehmen hauptsächlich an Profitmaximierung denken, ist für Israelite kein Neuigkeit: "Es ist enttäuschend, aber nicht überraschend, wenn man bedenkt, wie sie Songwriter über die Jahre behandelt haben, einschließlich ihres fortgesetzten Angriffs auf den Tarifsieg, der 2018 erreicht wurde und gegen den sie vier Jahre später immer noch Berufung einlegen."

Soundcloud versucht mit neuem Modell fairere Vergütung

Die Kritik an der zu niedrigen Auszahlungsrate für Künstler bei Streaminganbietern ist keine Neuheit. Oft wurde kritisiert, dass große Stars von dem Verteilungsschlüssel überdurchschnittlich profitieren und kleinere Artists nichts vom Kuchen abbekommen. Soundcloud ist daher einen neuen Weg mit "Fan-Powered Royalties" gegangen. Bei dem in diesem Jahr eingeführten Modell profitieren Musiker davon, wenn die eigenen Fans treu sind. Wenn Fans die Musik von denselben Artists/Band regelmäßig  abspielen, kommt es zu einer überdurchschnittlich hohen Vergütung. Davon sollen vor allem kleinere Artists profitieren. Erste Ergebnisse sind lassen positive Rückschlüsse zu, so konnte eine Band mit den neuem Modell 500% mehr verdienen

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