Hersteller_Roland KeybAmp_bis_50W
Test
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23.10.2010

Details

Der kunterbunte Karton und das Gewicht des KC-110 erinnern mich mehr an ein Produkt aus der Spielwarenabteilung als aus dem Musikgeschäft. Dennoch kommt ein richtiger Verstärkerzwerg mit federleichten 7,3 kg und sehr kompakten Abmessungen ans Tageslicht. Sein Gehäuse ist mit schwarzem, strapazierfähigem Stoff eingekleidet, der ihn – genauso wie die mattschwarzen Metallecken – vor Transportverwundungen schützen soll. Auf der Unterseite hat man ihn löblicherweise mit einem Hochständerflansch passend für alle gängigen Boxenstative und mit einem ausklappbaren Bügelfuß ausgestattet. Letzterer erlaubt eine Schrägstellung und somit eine bessere Abhörposition bei der Platzierung auf dem Fußboden.

Auf der Vorderseite kann man durch das schwarze Schutzgitter den beiden 16-cm-Speakern und den beiden Tweetern bei der Arbeit zuschauen. Aufgrund der sehr engen Anordnung der Lautsprecher wird deutlich, wie sehr man sich bei Roland bemüht hat, die Abmessungen des Amps so klein wie möglich zu halten. Die Verarbeitung hinterlässt dabei einen stabilen und zuverlässigen Eindruck.

Rückseite
Sämtliche Anschlüsse bis auf die Kopfhörerbuchse befinden sich auf der Rückseite des Verstärkerwinzlings. Der KC-110 ist mit drei Eingängen ausgestattet. Channel 1 kann ein Mono-Signal wahlweise über eine Klinken- oder eine XLR-Buchse verarbeiten und ist somit für den Anschluss eines Mikrofons geeignet. Die Kanäle 2 und 3 sind jeweils als Stereokanal mit Klinkeneingang für die Verstärkung von Synths und Keyboards ausgelegt. Ein zusätzlicher Stereo-Aux-In mit eigenem, kleinem Level-Potentiometer dient dem Einspeisen von MP3-Playern und ähnlichen Quellen, deren Signale ihren Weg über Cinchbuchsen oder eine 3,5-mm-Stereoklinke in den KC-110 finden.

Der Stereo-Line-Out ermöglicht es, die fertige Mischung an das FOH zu schicken. Somit fungiert der kleine Verstärker als einfacher Submixer und aktiver Keyboardmonitor in einem. Der Line-Out bleibt dabei vom Master-Volumenregler und vom Master-EQ unbeeinflusst. Sehr praktisch! Zum Schluss gibt es noch einen Fußschalteranschluss, der den internen Effekt an- und ausschaltet. Was die Anschlüsse betrifft, zeigt sich der kleine Verstärker flexibel und hat das nötige Rüstzeug für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete im Gepäck.

Oberseite
Ebenso übersichtlich und einfach präsentiert sich die kleine dreikanalige Mixeinheit. Sie ist auf der Oberseite des Amps platziert und erlaubt somit auch während des Spielens spontane Eingriffe. Jeder Kanal verfügt über ein eigenes Volumenpoti. Die Gesamtlautstärke wird über den Mastervolumenregler eingestellt. Ein einfacher 2-Band-Equalizer mit Festfrequenzen für Bässe und Höhen passt den Sound an die vorhandene Akustik an. Ebenso hat man den Kopfhörerausgang hier angebracht, der bei Benutzung die Speaker abschaltet und dessen Level über das Mastervolumenpoti geregelt wird. Die Nachbarn werden den Roland-Ingenieuren bei nächtlichen Übe-Orgien sehr dankbar sein, dass sie dem Zwergenamp dieses Feature spendiert haben.

Effekte
Vervollständigt wird der Mixer durch das Effekt-Poti, das stufenlos zwischen drei internen Effekten überblendet. Der KC-110 ist mit einem Stereo-Hall, einem Stereo-Chorus und dem sogenannten „Wide“-Effekt ausgestattet. Jeder Effekt ist nur einzeln nutzbar und wirkt leider immer auf alle Kanäle gleichzeitig.

Innere Werte
Der KC-110 ist als „echter“ Stereo-Verstärker konstruiert, das heißt, je ein Speaker und ein Tweeter sind paarweise symmetrisch angeordnet, wobei die linke Seite das linke Audio-Signal und die rechte Seite das rechte Audio-Signal wiedergibt. Allerdings ist die Stereoabbildung aufgrund der geringen Gehäuseabmessungen nur schwer wahrnehmbar.
Die digitale Endstufe liefert eine Maximalleistung von 2 x 15 Watt, was für (sehr) kleine und ruhige Locations ausreicht. Nimmt die Umgebungslautstärke zu, erreicht der kleine Verstärker schnell seine Grenzen und tut dies mit unangenehmen Verzerrungen kund. Er ist halt dann doch zu klein, um sich gegen Gitarrenamps und Schlagzeug behaupten zu können.

Steckdose? Nicht unbedingt!
Der Roland KC-110 kann auf zwei Arten mit Strom versorgt werden. Zum einen ganz konventionell über das mitgelieferte Netzteil und zum anderen über acht handelsübliche AA-Batterien. Das Batteriefach befindet sich auf der Rückseite und ist komplett und einfach mittels zwei Handschrauben herausnehmbar. Je nach verwendetem Batterietypus hält die Stromversorgung runde sieben Stunden mit Alkali-Batterien beziehungsweise acht mit Nickel-Metallhybridakkus durch. Dies sind allerdings nur Durchschnittswerte. Die tatsächliche Lebensdauer hängt von der Leistung ab, die der Verstärker im Einsatz aufbringen muss. Im Test lief der Amp mit schon benutzten, billigen schwedischen Möbelbatterien bei zwei Veranstaltungen insgesamt länger als sieben Stunden. Allerdings fehlt eine Batterieanzeige, sodass es einem passieren kann, dass der Kollege mitten im Set Feierabend macht. Deshalb: Rechtzeitig Batterien wechseln oder Netzteil immer griffbereit halten! Vor allem auch deshalb, weil der Power-Schalter nicht vor unbeabsichtigtem Betätigen geschützt ist und der Verstärker zum Beispiel beim Transport versehentlich eingeschaltet werden kann. Übrigens verringert sich die Maximalleistung im Batteriebetrieb auf nur noch 20 W. Trotzdem kann der KC-110 damit als schnell aufgebauter aktiver Bühnenmonitor oder als Party- und Karaokeverstärker bei Open-Air-Veranstaltungen im kleinen Kreis verwendet werden.

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