Hersteller_Roland DIGI-Synth
Test
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19.05.2009

Praxis

Was macht den Juno-Stage so bühnentauglich?

Neben dem minimalen Gewicht (nur 10 kg bei 76 Tasten!) und dem gut lesbaren Display ist es vor allem der Song-Player, der den Unterschied ausmacht. Für Playbacks muss nun also kein extra Gerät mehr mitgeschleppt werden. Zudem kann man mit der mitgelieferten Software bequem am Rechner eine Setlist erstellen. Weiterhin gibt es einige praktische Kleinigkeiten, die dem Live-Musiker gefallen dürften. So etwa die Möglichkeit, Sounds per Pedal umzuschalten (auch wenn die Sounds, wie bereits erwähnt, beim Umschalten abreißen). Oder ein extra Click-Ausgang, der es bei Wiedergabe von MIDI-Files möglich macht, direkt einen Click an den Drummer (oder wen auch immer) weiterzugeben. Sehr schade ist, dass dies bei Audio-Files leider nicht funktioniert. Statt eines synchronisierten Metronoms hört man dann über den Ausgang nur das normale Audio-Signal. Ebenfalls ist es kaum möglich, Audio-Loops mit dem Player abzuspielen, da man kein Tempo-Raster einstellen kann. Auf der MIDI-Ebene hat man da natürlich mehr Möglichkeiten, auch was das Abspielen von mehreren Spuren anbelangt. Ein praktisches Zusatzfeature ist außerdem der MIDI-Controller. Dieser erlaubt es, den Buttons unterhalb des Displays und den Drehpotis MIDI-Befehle zuzuordnen, sodass sich auch externe Soundmo-dule mit dem Synthie steuern lassen.

 

Presets
Die Preset-Sounds des Juno-Stage sind umfangreich und workstation-mäßig breit gestreut. Jede Instrumentengruppe ist vertreten, von akustischem Klavier über Blechbläser bis Synthie-Sounds. „Brot und Butter“ auf hohem Niveau!

Besonders die Tasteninstrumente sind reichhaltig und in sehr guter Qualität im Angebot: sehr schöne Klavier-, E-Piano- und (Analog-)Synthiesounds. Weniger gut gefallen mir die Orgel- und Brassklänge, die für meinen Geschmack zu direkt und synthetisch klingen. Die Streicher und besonders die Orchesterkombinationen wiederum sind sehr warm und fügen sich dank ihrer Schlankheit ideal in jeden Mix ein. Die Performances bieten wenig Überraschungen, neben einen paar Bass/Keys-Splits sind hier vor allem Ambient-Sounds zu finden.

 

Der Juno-Stage ist somit soundmäßig ganz klar dem Mainstream zuzuordnen. Wer elektronische Frischware für den Untergrund sucht, wird hier nicht fündig. Wer allerdings im wahren Leben eine Allzweckwaffe für (fast) jede Bühnensituation braucht, ist soundmäßig mit dem Juno-Stage in jedem Fall gut beraten. Und dann gibt es ja noch die optionalen Wave-Expansion Boards von Roland, von denen der Juno-Stage zwei fassen kann, und mit denen sich die Soundpalette nach eigenen Anforderungen erweitern lässt.

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