Workshop
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09.04.2015

Raumakustik Workshop No.3 – Mobiler Breitbandabsorber aus IKEA Regal

Schall-Absorber günstig selber bauen

GERSBY noch billiger ?!

In unseren ersten beiden Teilen zum Thema DIY-Raumakustik (Seitenabsorber und Bassfallen selber bauen) haben wir uns zwar auch der akustischen Verbesserung eines Raumes mit verschiedenen Akustikmodulen angenommen, allerdings zogen diese Maßnahmen doch einige bauliche Veränderungen nach sich. Die selbstgebauten Lösungen waren im Falle der Eckabsorber nicht mobil und somit nicht sehr flexibel in der Aufstellung. Für den modernen Miet-Nomaden war unser Schallabsorber also erst einmal eher weniger attraktiv.

Umso mehr sollte euch deshalb mein dritter Teil der „Do it yourself Low Budget - Akustik Deluxe“-Serie begeistern, in der ich euch zeigen werde, wie man aus einem „0815“-IKEA-Regal der allerbilligsten Sorte einen vernünftigen Absorber zimmert – und das ohne großartige Vorbereitungen, Geld und handwerkliches Geschick. 

Und trotzdem sieht das schallschluckende Akustikmodul dann nicht nur gut aus, sondern kann auch ohne Probleme in die nächste Wohnung oder das nächste Studio mitgenommen werden. Naja, ein paar starke Kumpels und einen Transporter werdet ihr schon brauchen – aber angebohrt werden muss hier jedenfalls nichts. Im Gegenteil: Diese Absorber stehen von allein, können so also auch als Raumteiler genutzt werden und natürlich ohne Probleme auch von einer Person verrückt werden. Aber was schreib ich hier noch – auf zu IKEA!

Details

Acoustic by IKEA Gersby

Die Grundlage unseres mobilen Schall-Absorbers bildet eines der billigsten Bücherregale von IKEA. Gersby, so heißt das gute Stück, kostet aktuell EUR 16,99 und sollte selbst den abgebranntesten Producer vor kein wirkliches finanzielles Problem stellen. 

Studioakustik für EUR 1000,-

Okay, ein paar Nebenkosten für Tuning-Material, Optik, sowie Bier und Döner für eure Helfer kommen noch dazu – und mit einem einzelnen Absorber allein kommt man auch nicht besonders weit. 

Trotzdem, wenn man die Kosten ein wenig im Auge behält, kann man durchaus sieben Absorber für rund EUR 400,- bauen. Und wenn ihr das dann noch mit unseren Eckabsorbern kombiniert, könnt ihr euch in eurem kleineren Studio für gerade mal EUR 1000,- einen deutlich amtlicheren Sound zulegen! Billiger geht es ohne Scham ganz sicher nicht. 

Fassen wir also die Kosten und Stückteile pro Absorber nochmal zusammen:

  • IKEA Gersby - EUR16,99
  • Sperrholzplatte – 568 x 695 mm, 3-9 mm dick - EUR 8,-
  • Glaswolle Trennwandplatten, Isover Akustik TP1 – halbes Paket – EUR 8,-
  • Stoff, Satinmolton von rabenring.com, ca 1 qm – 5 EUR
  • Kanthölzer, 4x Innenbreite (568 mm) , 2x Innenlänge unten (663 mm), 2x Innnenlänge oben – 2D (1023 mm - 2*Dicke), ca. 15mm Dicke – EUR 10
  • Winkel, 12 Stück – EUR 2
  • Mülltüten, groß 2-3 Stück – EUR 1
  • Acryl, Dichtmasse – EUR 1
  • Montage-Kleber – EUR 8
  • Schrauben – EUR 1
  • Tackernadeln – EUR 1

Gesamtkosten pro Absorber: EUR 62,-! Und dabei haben wir großzügig kalkuliert! Wer also noch ein wenig Kosten vergleicht und im Internet nach Restposten sucht, kann sicherlich noch mehr sparen, zumal sich gewisse Positionen bei größeren Stückzahlen fast egalisieren. 

Und was ist das Ziel?

Das IKEA Regal hat einen „festen Einlegeboden“, der das Regal in zwei Teilbereiche oben und unten unterteilt. Den oberen, größeren Bereich werden wir nutzen, um ihn in einen Höhen-/Mitten-Absorber zu verwandeln, der untere Bereich hingegen wird in eine Tiefmitten-/Bassfalle (genauer: in einen Plattenresonator) umgebaut. Insgesamt erhalten wir dadurch einen guten Breitbandabsorber, der sich grundsätzlich erst einmal relativ unkritisch bezüglich seines Aufstellungsortes verhält. 

Wenn ihr nun genügend von diesen Schall-Absorbern baut, und an den Wänden um den Arbeitsplatz bzw. im Studio verteilt, stellt sich zwangsläufig ein homogenerer Nachhall ein, was eure Abhörsituation entscheidend verbessern wird – und das ohne allzu kompliziertes Messen und Berechnen. Wer will, kann auch alle Wände ringsherum vollstellen!

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