Test
3
17.11.2011

DETAILS

Beim Radikal Technologies Accelerator handelt es sich um einen modernen Synthesizer nach dem Prinzip der Subtraktiven Synthese. Er verfügt über eine mächtige Sound-Engine, deren Leistungsfähigkeit auch noch mit DSP Expansion-Karten erweiterbar ist.  Die Grundversion, die heute auf unserem Prüfstand steht, weist folgende Leistungsmerkmale auf:

 

- Drei Oszillatoren mit stufenlos überblendbarer Sinus-, Dreiecks-, Sägezahn- und Pulswelle

- Drei Multimode-Filter (LP, BP, HP, Notch und String)

- Optionale Stereosignalführung ab Filtersektion

- Sechs Hüllkurven

- Vier LFOs mit Sinus-, Dreiecks-, Sägezahn-, Puls- und Randomwelle

- Modulationsmatrix mit bis zu 40 Slots

- Master EQ: drei Bänder, vollparametrisch

- FX: Distortion, Stereo Mod. Delay, Phaser, Leslie, Chorus, Reverb, Post EQ. Es stehen zwei unabhängige FX-Busse zur Verfügung.

- Polyphoner Step-Sequenzer mit vier Sequenzen, 32 Schritten,  Sequenz-Transponier- und Motiv-Speicherfunktion. Er kann Noten und Parameterdaten senden.

- Polyphoner, programmierbarer Arpeggiator

- Bis zu zehn Keyboardzonen, die verschiedenen MIDI-Kanälen zugewiesen sein können (für externe MIDI-Instrumente) oder auch den Accelerator selbst ansteuern.

- Layer- und Split-Mode

- 3D-Neigungssensor: Modulation per Synthesizerbewegungen

- Polyphonie: acht Stimmen (erweiterbar auf 32)

- Multimode: zweifach (erweiterbar auf achtfach)

Mit einer optionalen DSP-Erweiterungskarte kann man die Polyphonie des Accelerators um 12 Stimmen erweitern, die maximale Polyphonie bei voller Ausbaustufe beträgt 32 Stimmen. Aber schon bei einer "Voice Expansion"-Karte erhält man einen achtfachen Multimode, vier FX-Busse und insgesamt acht Sequenzer und Arpeggiatoren. Auch eine realistische Hammond Orgel-Emulation soll dann verfügbar sein. Maximal zwei Erweiterungskarten sind kombinierbar, eine kostet 299 Euro.

Insgesamt 46 beleuchtete Taster, 16 Endlos-Encoder mit Druck-Impuls-Funktion, ein großes Display, Pitch- und Modulationsrad sowie eine aftertouchfähige Tastatur mit 61 leicht gewichteten Tasten beschreiben die Oberfläche des Accelerators. Viele wichtige Funktionen des Synthesizers haben einen eigenen Taster oder Encoder. So kann man die Klänge und verschiedenen Spielmodi über Taster oder Tastenkombinationen anwählen, es gibt Oktave Up-/Down-Umschalter, jeweils einen Encoder für den Effektanteil, das Tempo, das Master-Volume und einen Taster für das globale FX-Bypass. In diesem Zuge sollen auch die acht Encoder und fünf Taster zur Bedienung der Matrix genannt werden, die die zahlreichen Syntheseparameter auf einem X/Y Achsenfeld repräsentiert. Einen Software-Editor gibt es nicht.

Man beachte auch das schmucke Seitenteil aus Holz, das mich etwas an das Access Virus TI Keyboard erinnert. Gleichzeitig ist es ein guter Griff, um den Accelerator für Modulationen mit dem 3D-Neigungssensor zu bewegen.

Auf der Rückseite befinden sich diverse symmetrisch ausgelegte Anschlüsse: Kopfhörer, Audio Eingang L (mono)-R, vier Audio-Ausgänge, SPDIF, USB, Expression-Pedal, Sustainpedal, MIDI In/Thru/Out. Der USB-Anschluss ist galvanisch getrennt, sodass Brummschleifen hier ausbleiben dürften.

Drei Oszillatoren, die einen fließenden Verlauf der Wellenformen Sinus, Dreieck, Sägezahn und Puls bieten, sind Ausgangspunkt der Klangschöpfungskette. Auf der Waveform-Skala von 0 (Sinus) bis 96 (schmale Pulswelle) stellt man den Grundklang der Oszillatoren ein. Alle drei OSCs können in verschiedenen Oktavlagen erklingen, ihr Ausgang zu Filter 1 und 2 ist separat regelbar, denn schon ab der Filtersektion kann ein Stereo-Signalweg beschritten werden. Die OSC-Sektion bietet auch einige Modulationen, mit denen man den Klang der Wellenformen lebendiger gestalten kann: leichtes, statisches Verstimmen, subtile Phasenmodulation oder Frequenz-Offset der einzelnen Oszillatoren und TLM (Time Linear Modulation). Mit TLM erzeugt man sanfte, chorusähnliche Schwebungen. Ein monophoner Modus, Glide, Ringmodulation und Oszillatorsynchronisation sind weitere Features dieser Sektion. OSC1 ist darüber hinaus mit der Option „Phaseninvertierung“ ausgestattet. Insbesondere im Osc-Sync kann man mit ihr metallisch klingende Färbungen abdämpfen oder betonen. Natürlich stehen zur Modulation der Oszillatoren auch immer die gesamten Möglichkeiten der Modulationsmatrix zur Verfügung.

Es gibt zwei Filter, die seriell oder parallel arbeiten können. Im Parallelbetrieb kann man ihre Ausgänge im Stereopanorama frei anordnen, denn die nachfolgenden Stationen des Signalflusses, AMP und Master-EQ, sind für Stereo ausgelegt. Beide Filter sind bezüglich ihres Funktionsumfangs identisch. Sie bieten neun verschiedene Betriebsarten: LP mit 12 oder 24dB, BP mit 12 oder 24dB, HP mit 12 oder 24dB, Notch mit 12 oder 24dB  und ein spezielles String-Filter. Das Stringfilter arbeitet mit kurzen Filter-Feedbacks, die zur Klangformung herangezogen werden. Akustische Saitenklänge oder auch Anblasgeräusche können damit auf eine synthetisch klingende Art und Weise ganz gut realisiert werden. Der Regelbereich der Filter erstreckt sich über eine ungewöhnlich fein aufgelöste Skala von -256 bis +256 Schritten. Die Filterresonanz ist nicht für Feingeister, sie spricht schnell an und klingt tendenziell bissig bis aggressiv.

2 / 4
.

Verwandte Artikel

User Kommentare