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Workshop
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07.03.2014

Produce-alike #25: Zedd feat. Hayley Williams

Der Hit "Stay The Night" zum Nachproduzieren

In dieser Folge unseres Produce-alike Workshops beschäftigen wir uns mit dem Hit „Stay The Night“ von Zedd feat. Hayley Williams. Auf den ersten Blick wirkt der Titel wie eine gewöhnliche Dance-Nummer, aber bei genauerem Hinsehen entdeckt man ein paar interessante Details, die wir für euch auseinander gepuzzelt haben.

Für „Stay The Night“ holte sich der russisch-deutsche Produzent Zedd die US-Sängerin Hayley Williams ins Studio. Der Song wurde ein großer Erfolg und stieg rund um den Globus in die Charts ein. „Stay The Night“ ist ein Dance-Track mit ruhigen, auf Klavier und Gitarren basierenden Strophen und umso clubtauglicheren Refrains. Wir haben für euch einen Teil des Songs auseinander gebaut, um dem Erfolgssound auf die Spur zu kommen.

Intro & Strophe

Im Intro und in der ersten Strophe ist ein Klavier das tragende Element. Für einen Dance-Track kann das Klavier als geradezu raffiniert bezeichnet werden – schließlich hat Zedd eine klassische Ausbildung genossen. Ich habe das Software-Instrument „Alicia's Keys“ verwendet, das von Mrs. Keys' Yamaha-Flügel gesampelt wurde und Bestandteil von Native Instruments Komplete ist. Mit einem EQ habe ich das Piano im Bassbereich und in den tiefen Mitten etwas abgesenkt und es anschließend noch leicht komprimiert.

Nun kommt eine Snaredrum hinzu, die fast ein bisschen nach Marching Band klingt. Auf der Suche nach dem richtigen Sound habe ich zufällig ein mir bisher unbekanntes Feature von Logic X entdeckt: Wenn man auf einer Softwareinstrumentenspur den Drum Kit Designer geöffnet hat und dann auf der gleichen Spur zum Sampler EXS24 wechselt, ohne den Drum Kit Designer zuvor zu entfernen, öffnet sich das gleiche Drumkit als Samplerprogramm im EXS24. Man kann also bequem im Drum Kit Designer das gewünschte Kit auswählen und es danach im EXS in allen Details, Velocity-Layern usw. editieren. Genau das richtige, um den kleinen Stutter-Effekt zu realisieren, der das Snare-Pattern im vierten Takt auflockert. Ich habe mich für die Snaredrum aus dem „Brooklyn Kit“ entschieden. Wenn man für die betreffenden Samples im EXS-Editor die Option „1 Shot“ ausschaltet, klingen die Samples nicht aus wie bei Drums normalerweise üblich, sondern werden beim MIDI-Note-Off-Befehl abrupt abgeschnitten. So kann man mit sehr kurzen Notenwerten den Stutter-Effekt erzeugen. Die Snare erhält zudem ein dezentes Achteldelay und einen recht großen Hall.

Ein Ridebecken bzw. eine offene Hihat einer analogen Drummachine spielt Viertelnoten.

Am Ende der Strophe im Übergang zum Prechorus brauchen wir außerdem noch einen tiefen „Boom“-Sound, den ich in der Library Heavyocity Damage gefunden habe. Und dann sind wir mit der Strophe auch schon fertig.

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