2012_Jahresrueckblick Workshop_Folge
Workshop
2
25.10.2011

Die im Refrain aufgebaute Spannung muss sich entladen. Deshalb folgt nun ein Instrumental-Part, der den Höhepunkt des Songs bildet. Interessant ist dabei, dass hier, im Moment maximaler Energie, die Kickdrum der einzige Drumsound ist. Der Groove entsteht durch die Bässe und vor allem durch einen sehr massiv eingreifenden Sidechain-Pump-Kompressor (da haben wir ihn wieder).

Der Bass wechselt zu einem fast funkigen Oktav-Pattern mit einer vorgezogenen Sechzehntelnote und betonten Offbeats.

Zur Seite gestellt wird ihm ein synthetischer Sound, der aus dem Native Instruments FM8 stammt und etwas drahtig-metallisch klingt.

Und damit haben wir die rhythmischen Komponenten schon beisammen. Der Rest besteht aus Flächensounds. Die beiden schon aus Strophe und Refrain bekannten Pads spielen weiter. Hinzu kommt noch eine dritte Fläche, die einen hohen Rauschanteil hat und für den Schmutz-Faktor zuständig ist. Dafür habe ich das Freeware-Instrument TAL U-NO-62 benutzt. Ohne den pumpenden Kompressor klingt sie sehr aggressiv:

Die drei Pads durchlaufen einen gemeinsamen Bus, auf dem ein Sidechain-Kompressor seinen Dienst verrichtet. Von der Kickdrum gespeist, drückt er den Pegel der Flächensounds auf jeder Viertelnote rabiat nach unten, sodass ein starker Pump-Effekt entsteht. Die Release-Zeit des Kompressors ist dabei von entscheidender Bedeutung. Wenn sie richtig eingestellt ist, tragen auch die Flächensounds zum Groove bei und ersetzen dazu die sonst oft verwendete offene Hi-Hat auf den Offbeats.

Zum Schluss brauchen wir noch einen kleinen Effekt-Sound, der an Laser-Effekte aus frühen Videospielen erinnert und auf der 2-und und der 4-und spielt. Dafür ist der TAL Elek7ro prädestiniert. Der Sound entsteht durch Selbstoszillation des Filters. Klar, dass auch auf diesem Sound die Digital-Schmutz-Wunderwaffe Bitcrusher nicht fehlen darf.

4 / 5
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