Test
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30.11.2017

Pioneer DJ DJS-1000 Test

DJ-Sampler

Form Follows Function

„Schatz, sie haben den CDJ mit dem Toraiz gekreuzt!!!“ Fast scheint es, als hätten Pioneers Ingenieure in einem finsteren Labor herumgefrankensteinert und ein hybrides kleines Monster erschaffen, das sie jetzt heiser lachend der Welt präsentieren: Der DJS-1000 sieht tatsächlich aus wie ein Hybridwesen aus CDJ und dem Toraiz SP-16 DJ-Sampler. Anders als der TSP-16 hat der Neue alle Bedienelemente genau dort, wo DJ sie vermutet. Und das Gehäuse folgt genau der Formsprache der großen Pioneer-Player und benötigt in der DJ-Booth genau die Fläche eines CDJ-2000, stattliche 32 x 42 x 11 Zentimeter bei immerhin 5,4 kg Gewicht.  Dadurch fügt er sich perfekt in ein CDJ/DJM-Clubset ein, viel besser als der Landscape-designte Toraiz SP-16.

Machen die das jetzt nur, weil sie uns DJs die Bedienung eines Hardware-Samplers nicht mehr zutrauen? Oder womöglich steckt auch ein größerer Masterplan dahinter: „die nächste Stufe“, wie Pioneer nicht unbescheiden auf der Firmenwebsite kundtut. Ein Paradigmenwechsel in der DJ-Booth, nicht nur für USB-Jockeys, sondern auch für Vinyl-Schieber. Gesetzt den Fall natürlich, dass Pioneers Strategie aufgeht und der DJS-1000 ebenso unersetzlich wird wie die CDJ-Serie.

Details

Der Pioneer DJS-1000 sieht einem CDJ tatsächlich so verblüffend ähnlich, dass man ihn im ausgeschalteten Zustand auf den ersten Blick glatt für einen solchen halten könnte. Das große pultförmig angeschrägte 7-Zoll-Touchdisplay, daneben das Scrollrad, die runden Buttons für Mastertempo und Sync darunter, der große Pitchfader, die Start- und Stopptaste links unten sowie die Position des USB-Sticks links oben folgen dem schon klassischen Design der großen Pioneer-Player.

Gerade der Pitchfader ist eine geniale Idee. Darunter befinden sich zwei Nudge-Buttons, mit denen sich die Abspielgeschwindigkeit für die Dauer des Drückens verlangsamen oder beschleunigen lässt. Auf genau dieses Feature warte ich bei Grooveboxen schon seit der etwas glücklosen Roland MC-307. 

Es ist um so vieles intuitiver, als den Sequencer per Temporegler an das Mixtempo anzugleichen. Natürlich lässt sich das Grundtempo auch eintappen oder von den analysierten BPM des Audio-Inputs übernehmen. Und per Pro Link läuft der DJS mit anderem Pioneer-Equipment per Sync-Button im Gleichschritt. Das geht so verblüffend einfach wie mit CDJs. Mit dem Pitchfader und den Nudge-Buttons bietet sich der DJS-1000 auch für Vinyl-DJs an, um mit Vinyl fast so akrobatisch zu loopen, wie es bislang nur Computerjocks vorbehalten war. Leider rutscht der Pitchfader des DJS-1000 etwas widerstandslos daher und dürfte sich gerne qualitativ hochwertiger anfühlen. Aber ich freue mich einfach erst einmal, dass er da ist und tut, was er tun soll.

Die anderen Elemente wiederum entstammen fast 1:1 dem Toraiz SP-16-Baukasten: der Touchstrip, die 16 Multicolor-Step-Eingabetasten und die vier Pattern-Part-Pads rechts unten, die Schalter für Scene- und Pattern-Mode und natürlich die zentrale 4x4-Matrix mit mehrfarbigen Performance-Pads, wobei die Performance-Pads hier quadratisch und damit größer sind als die Pads des TSP-16.

Unter dem Touchdisplay laden sechs Endlosdrehregler zum Editieren der im Display angezeigten Werte ein. Wieder darunter finden sich die auch beim TSP-16 vorhandenen Mode-Taster für die Pad-Funktionen. Allerdings fehlt hier der praktische Track-Button. Stattdessen gibt es mit „Hot Slice“ einen neuen Pad-Mode neben den bereits bekannten wie Mute, Slice und Scale. Hot Slice funktioniert eigentlich wie Slice, nur dass die Loop-Stückchen nicht am Ende des Slices abrupt stoppen, sondern das Sample weiter abgespielt wird.

Ab Firmware 1.4 ist der Toraiz SP-16 datenkompatibel mit dem DJS-1000 (das Testgerät läuft unter Firmware 1.03).

Soll heißen: Toraiz-Besitzer können ihr Schätzchen im kuscheligen Heimstudio stehen lassen und laden ihre Projekte per USB-Stick im Club einfach in den DJS-1000. Oder bringen den TSP-16 mit, synchronisieren per Pro DJ Link und fahren dann doppelte Power. Zwischen beiden Geräten gibt es strukturell nur wenige, aber durchaus gravierende Unterschiede, aber dazu später mehr im Praxisteil.

Pioneer DJS-1000 Hinterseite: rein und raus und sync

Schauen wir uns den DJS-1000 doch erst noch mal von hinten an. Da finden sich anstatt der acht Toraiz-Audioausgänge nur vier. Output 1 ist – ganz DJ-Sampler – ein Stereo-Cinch-Ausgang, während Output 2 sowie der Stereoeingang in Klinkenbuchsenausführung vorliegen.

Output 2 dient entweder als normaler Stereoausgang, gibt also das gleiche Signal aus wie Output 1, oder fungiert als Input Thru, was praktisch ist, wenn man nicht über einen Mixer mit Send/Return verfügt. So kann die zu sampelnde Soundquelle ganz simpel durch den DJS-1000 durchgeschleift werden. Die beiden Eingangsbuchsen befinden sich ebenfalls hinten, der Input-Level-Regler jedoch auf der Oberfläche des Samplers – ebenfalls ein praxisgerechter Unterschied zum Toraiz-Sampler. Ein Lautstärkeregler für den Stereoausgang fehlt allerdings. Logisch, ein CDJ hat so was ja schließlich auch nicht. Der Lautstärkeregler an der Vorderseite regelt lediglich die beiden Kopfhörerbuchsen (große und kleine Stereoklinke), die im Gegensatz zum Toraiz ebenfalls vorne verbaut worden sind.

Eine LAN-Link-Buchse zum Synchronisieren mit den CDJs sowie zwei DIN-MIDI Ein- und Ausgänge für MIDI-Equipment sorgen dafür, dass DJ seine Lieblings-Drummachine ebenfalls synchron zum CDJ-Set laufen lassen kann. Entsprechende Einstellungen aber bitte vorher im Link-Menü vornehmen.

Per rückwärtiger USB-B-Buchse wird der DJS-1000 an den Computer angeschlossen, z.B. um Ableton mit einer MIDI-Clock zu versorgen und mit dem Pitchfader des DJS1k tempomäßig an ein DJ-Set anzugleichen. Allein diese haptische Sync-Funktionalität dürfte für manchen DJ schon Gold wert sein.

Es würde mich nicht wundern, wenn mancher Liveact den DJS-1000 lediglich als Clock-Geber für den Laptop und sein MIDI-Sequencer-Arsenal nutzen würde. Das DJS-Gehäuse fühlt sich übrigens ziemlich Plastikbomber-mäßig an, gerade wenn man es unten an den Seiten greift. Sobald man damit arbeitet, verfliegt dieser Eindruck aber rasch, denn alle Regler und Schalter weisen die bekannte CDJ-Qualität auf. Last but not least: Einen Kensington-Lock-Schlitz zum Sichern des Geräts gibt es natürlich auch.

Pioneer DJS-1000 Intern

Wie beim Toraiz SP-16 können die bis zu 256 Stereo-Samples jeweils maximal 32 Sekunden lang sein. Organisiert werden diese in bis zu 16 Scenes mit jeweils 16 Tracks in 16 Patterns. Scenes, Patterns und Tracks lassen sich über das Scence-Manager-Menü ganz einfach kopieren, einfügen und löschen. Pro Track steht nur ein Sample zur Verfügung, aber das kann per Slice oder Scale über die 4x4-Matrix zerrupft oder melodiös gespielt werden. Jeder Track-Slot verfügt zur dynamischen Nachbearbeitung über eine Lautstärkehüllkurve, einen Insert-Effekt mit regelbarem Mix-Anteil und einen LFO, dem eines von vielen Modulationszielen zugeordnet werden kann. Diese Blöcke kann man auch per Bypass umgehen. Jeder Track-Parameter, dessen Name in roter Farbe erscheint, kann auch pro Step in die Sequenz programmiert werden. Abgefahrene Pitch-Verläufe oder präzise Effektmodulationen sind superschnell programmiert.

Anstatt eines Samples kann der DJS1k eingespielte Trigger-Noten auch per MIDI ausgeben, um zum Beispiel einen Synthesizer anzusteuern. Ein vorher geladenes Sample bleibt übrigens erhalten, wenn man wieder auf Tracktype „Sample“ zurückrudert. So kann man z.B. Basslines mit einem Bass-Sample programmieren, dann ganz unkompliziert einen Synthesizer dranhängen und später wieder aufs Sample zurückschalten. Auch MIDI-Tracks lassen sich via Step-Programmierung mit einem ganzes Arsenal an MIDI-Controller-Messages ausstatten. Verfügbare Parameter sind u.a. Pitchbend, Aftertouch sowie die Controller CC#7, CC#1, CC#2 und CC#10, CC#71bis CC#76 sowie LFO-Geschwindigkeit und -tiefe.

MIDI-Kanal, Soundbank und Program-Change lassen sich pro Track festlegen. Auch einen Toraiz-AS-1-Modus gibt es, mit ebenso weitreichenden Steuermöglichkeiten wie die normalen MIDI-Tracks, nur gleich mit den spezifischen Toraiz-Parametern benannt. Als vierte Soundquellenoption steht „Thru“ zur Verfügung: Hier werden Klänge, die am Audioeingang anliegen, durch den Insert-Effekt und den LFO gescheucht und können auch gleich gesampelt werden.

Sampling

Der direkteste Weg zum frischen Sample führt aber über den großen Sampling-Button links vom Touchscreen. Die Sampling-Länge wird unter „REC LENGTH“ eingestellt. Die verfügbaren Werte sind 1/4, 1/2, 1, 2, 4, 8, 16 Takte und “MANUAL”. Manuell wird das Sampling durch erneutes Antippen desselben Performance-Pads beendet. Dieser Modus bietet sich für Atmos, Drones oder andere unrhythmische Klänge an. Für tighte Loops eignen sich natürlich taktgenaue Sampling-Längen besser.

Wenn der DJS-1000 im präzisen Sync mit einem CDJ läuft, gelingen vom CDJ gesampelte Loops tatsächlich rhythmisch sauber und stehen sofort zum Rumjammen bereit. Auf Wunsch können die gesampelten Loops per „LOOP AFTER REC“ auch gleich nach dem Aufnahmevorgang als Schleife weiter abgespielt werden. Um die Samples für die Ewigkeit festzuhalten, müssen sie aber noch per Druck auf den Save-Softbutton auf dem Touchscreen in den DJS-Speicher gesichert werden. Solange der Sound-Slot rot beschriftet ist, weilt das Sample nur flüchtig an Bord.

Sounds

Wie schon beim Toraiz SP-16 muss DJ nicht selbst sampeln, sondern kann auch auf die über 2.500 Sounds von Loopmasters zurückgreifen, die auf der internen Festplatte des DJS-1000 auf ihren Einsatz warten. Das sind Drum-, Bass- und Effektsounds, komplette Loops und alle nach Genre geordnet, dazu diverse Genre-spezifische Kits. Diese bieten eine gute Ausgangsbasis für eigene Kreationen und lassen sich natürlich verändern und mit eigenen Sounds kombinieren. Eigene Sounds und Kits lassen sich nicht auf dem internen Flash-Memory speichern, sondern ausschließlich auf dem USB-Stick. Der ist auch (vorerst?) die einzige Datenverbindung zwischen Computer und DJS-1000. Das klingt erst einmal nach einem fetten Manko.

Wenn man den DJS-1000 jedoch als „öffentlichen“ Sampler begreift, ist dieser Umstand durchaus ein großer Vorteil: Der interne Speicher ist sozusagen nur ein „Public-Domain-Soundvorrat“, die individuellen Sounds und Kits bringt man selbst per USB-Stick mit. Der DJS1k ist einfach ein weit möglichst standardisiertes, hochspezialisiertes Abspielgerät, so wie ein Turntable oder ein CDJ, nur eben in der Form eines DJ-Samplers. 

Fruchtiger Sequencer

Anders als der TSP-16 verfügt der DJS-1000 zusätzlich über eine Art Piano-Roll Sequencer-Fenster mit „Fruity Loops Flavour“. Das ist recht winzig, aber gibt einen guten Überblick über die Struktur eines Patterns. Über den Scene-Manager gelangt man auch auf eine Darstellung, in der sich die Noten eines oder aller Tracks eines oder aller Takte des Patterns anwählen und kopieren, einfügen und löschen lassen. So werden aus einem Takt schnell vier und eine gelungene Track-Sequenz kann flott auf einen weiteren Track kopiert werden. Diese Funktion hat der Toraiz SP-16 nicht. Der hat an dieser Stelle ein Arrange-Menü, in dem im Stile alter Drumcomputer-Pattern-Chains zusammengestellt werden können. Mehr dazu im ausführlichen Toraiz SP-16-Test. Weitere Funktionen des Szenenmanagers dienen dem Kopieren von Scenes, Patterns und Tracks.

Inserteffekte

Hier hat sich seit der Vorstellung des Toraiz SP-16 durch diverse Firmware-Updates einiges getan. Der TSP-16 wie auch der neue DJS-1000 sind mit einer guten Auswahl an internen Effekten ausgestattet, wobei die Track-Insert-Effekte mit Chorus, Flanger, Zweiband-EQ, Filter, Delay, Lo-Fi, Compressor, Distortion, Phaser und Ducker zahlreicher vertreten sind als die Performance-Effekte.

Hervorheben möchte ich vor allem den Ducker. Hier kann man eine Trigger-Quelle – klassischerweise die Bassdrum – definieren und dann per Hüllkurve den Effekt sehr feinfühlig auf einen Loop draufpumpen lassen. Perfekt für Filter-House, Daft Punk lassen schön grüßen!

Auch Lo-Fi macht Spaß, hier können die Klänge in Samplerate und Bittiefe zerbröselt werden. Dazu kommt der Mehrwert eines abgespeckten Filters, das gleich mit an Bord ist. Das Multifilter gibt es auch in der XL-Variante mit wählbarer Charakteristik zwischen Tiefpass, Hochpass und Bandpass mit 12 oder 24 dB pro Oktave, aber es ist und bleibt nun mal ein digitales Filter und kann dem originalen Dave Smith Prophet-6 Filter des Toraiz SP-16 nicht ansatzweise das Wasser reichen. Distortion klingt kalt und harsch.

Beim Delay kann man den Beatsync auch ausschalten und dann die beliebten Kammfilter-Effekte von Pioneers DJM-Pulten simulieren. Normalerweise regelt das virtuelle Time-Poti nur in Zehnerschritten. Bei gedrückter Shift-Taste geht das auch feiner, wie übrigens mit allen anderen Werten auch. Bei 10 Millisekunden ist dann aber leider doch Schluss und die ganz krass singenden Töne zwischen neun und einer Millisekunde können nicht erzeugt werden.

Phaser, Flanger, Chorus runden die effektvolle Insert-Effektabteilung ab. Zusätzlich gibt es wie gesagt einen Compressor und einen Zweiband-EQ. Letzterer ist sehr nützlich zum Shapen von Sounds, den würde man sich zusätzlich zu den übrigen Effekten als zweiten Insert wünschen. Aber es kann leider nur einen (Insert-Effekt) geben.

Performance-Effekte

Die sogenannten Performance-Effekte stehen für alle Effekte auf einmal zur Verfügung und haben auch ein dediziertes Hardware-Potentiometer. Das hat der DJS1k dem TSP-16 voraus. Hiermit kann DJ also an alle angeschlossenen Tracks schön dynamisch Effekte reinschaufeln. Welche das sind, lässt sich bequem über den Touchscreen anwählen. Hochpass- und Tiefpassfilter versuchen vergeblich das Dave Smith-Filter des Toraiz zu ersetzen, aber Dub Echo und Pitch Echo machen durchaus viel Alarm. Da es ein Send-Effekt ist, kann man die Tracks auch stummschalten und der Effekt wabert weiter. Das macht vor allem mit dem Pitch Echo Spaß. Pitch ohne Echo bietet eine Art unaufgeregte Bandstopp-Simulation, während Lo-Fi seinem Track-Insert-Effekt-Kollegen lediglich die intuitivere Bedienung voraus hat. Reverb und Plate Reverb klingen von der Qualität ungefähr so wie das Reverb eines DJM-900-Mixers, also durchaus brauchbar, um Claps und Bassdrums schön in der Kathedrale oder im Warehouse abzustellen. 

Pitch-Bereiche

Die schönsten Pitch-Granular-Effekte bietet allerdings noch immer das richtige Leben, in diesem Falle der Wide-Modus des Pitchfaders. Zwischen +/-8 Prozent, +/-16 und eben „Wide“ kann die Spreizung des Pitch-Bereichs umgeschaltet werden und der Wide-Modus beschleunigt den „Mxe_128_Leopard“-Loop in unseren Audiobeispielen auf superschnelle 250 BPM oder bremst ihn auf den totalen Stillstand mit 0 BPM.

Im Mastertempo-Modus bleibt die Tonhöhe des Sample-Loops erhalten, aber die Transienten werden ab +40-prozentiger Beschleunigung doch arg in Mitleidenschaft gezogen. Bei extrem langsamen -88,5 Prozent bzw. 14,4 BPM schnurrt der Loop dann ganz wunderbar wie eine riesenhafte Granularkatze.

Im „RESMPL“-Mode pitcht die Tonhöhe hoch und runter wie bei einem Plattenspieler. Klingt als Effekt toll. Aber gleichbleibende Tonhöhe ist praktischer. Extreme Spreizungen zwischen Originaltonhöhe und -geschwindigkeit kriegt der DJS1k noch nicht so smooth hin wie beispielsweise Traktor. Aber ich denke, das ist wie so oft bei Pioneer nur eine Frage der Zeit und eines zukünftigen Firmware-Updates.

Software

Das hat schon bei den CDJs funktioniert: Gib den DJs eine kostenlose Vorbereitungssoftware, die perfekt funktioniert und sie werden die dazugehörige Hardware auf ihren Rider schreiben. 

Rekordbox hat sehr viel zum Pioneer-Siegeszug durch die DJ-Kanzeln der Welt beigetragen. Die Preparation-App für den DJS-1000 heißt „DJS-TSP Project Creator“. Das klingt erst mal weniger schmissig, aber bestimmt fällt Pioneer da noch irgendwann ein besserer Name ein. Ein paar mehr Funktionen könnte die App auch gebrauchen, denn so richtig lecker ist sie noch nicht. DJ kann WAV- oder AIFF-Files in 16x16 Slots draggen und droppen und die Sammlung dann auf einen USB-Stick exportieren. Mehr auch nicht. Kein Editieren, kein Umbenennen, nicht mal Loopen kann DJ die Samples in der Software und das Speichermenü scheint aus dem finsteren Mittelalter des Computerzeitalters zu stammen. Auch Effektzuweisungen und natürlich das Programmieren von Sequenzen muss alles an der Hardware erledigt werden. Da ist also noch viel Luft nach oben. Aber immerhin kann sich DJ seine Lieblingssounds in 16 Scenes organisieren und auf einen USB-Stick exportieren. Das individuelle Laden der Sounds vom Stick in die Slots des DJS-1000 dauert eindeutig länger.

Falls Pioneer jedoch mal irgendwann den DJS-TSP Project Creator auf den Stand gebracht hat, auf dem rekordbox mittlerweile ist, werde ich keine weiteren Fragen haben und mich auch an den störrischen Namen gewöhnen. Wenn DJs am Laptop oder im Web-Browser ihre DJS-1000-Kits mit Sounds, Effekten und Sequenzen perfekt vorbereiten könnten, gäbe es keinen Grund mehr, warum der DJS-1000 nicht in jeder DJ-Booth stehen sollte.

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