Hersteller_Pearl
Test
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08.05.2009

Sound
Wie ein Kind bin ich voller Vorfreude auf den ersten Schlag, nachdem ich die Snaredrum in meinem Aufnahmeraum aufgestellt und die Mikrofone - ein Shure SM57 oben und ein SM58 unten - positioniert habe. Der erste Schlag allerdings zeigt mir, dass ich offensichtlich doch etwas schlampig beim Wiederaufziehen des Resonanzfells und des Teppichs vorgegangen bin, denn es gibt ein völlig unbändiges, leierndes Sustain. Dies liegt in aller Regel an einem ungleichmäßig gespannten Resofell, wenn der Teppich mit einer Schnur statt mit einem Band gespannt ist und dadurch der Teppich unregelmäßig aufliegt. Nach einer Stimm- und Montagekorrektur kann ich aber loslegen. Yes! Das habe ich mir erhofft! Der Alukessel, der generell als guter Kompromiss zwischen Holz- und Metallkessel angepriesen wird, erfüllt meine Erwartungen. Die Snare ist nun relativ hoch gestimmt und trotzdem kommt mir ein warmer Klang mit einem deutlichen Attack und einem mittellangen Sustain entgegen. Die Rimshots lassen keine Wünsche übrig. Sie klingen trotz der 2,3 mm starken Superhoops nicht brutal oder zu knallig. Die Hoops sorgen zwar für einen kräftigen und höhenreichen Attack, jedoch wirkt der Klang nicht aggressiv.

Die Centerstrokes klingen dementsprechend voll und warm, aber mit einem crispen Sustain und den metalltypischen Obertönen.
Es ist immer interessant - übrigens auch beim Testen einer Snaredrum vor dem Kauf im Laden - sich das Instrument pur anzuhören, also ohne Teppich. Tatsächlich erkenne ich nur am Sustain und den Obertönen, dass es sich hier um eine Metallsnare handeln muss. Mir fallen auf Anhieb viele Anwendungsgebiete ein, wo  dieser teppichlose Sound zum Einsatz kommen könnte. Songs aus den Bereichen Pop, Soul, Reaggae und Latin wären mit diesem Sound gut bedient.

Die Konsequenz aus diesen Erkenntnissen ist für mich, die Snaredrum einmal gedämpft zu probieren, um das Sustain abzuschneiden und dem Attack einige Höhen zu rauben. Ich lege daher einen Plastikring auf.

Wie zu erwarten, ist es nun auf den Aufnahmen wirklich kaum noch zu erkennen, ob es sich um einen Holz- oder einen höhenarmen Metallkessel handelt. Gerade wenn man diese Dämpfungsmethode verwendet, wird es möglich, sogar während des Songs von einem relativ höhenreichen Metallsound zu einem freundlicheren Holzsound zu wechseln. Zu dem Centerstroke in gedämpfter Variante muss ich folglich nichts mehr sagen.

Um die Vielseitigkeit der Senitone Alu zu unterstreichen, habe ich sie jetzt deutlich tiefer gestimmt aufgenommen, wodurch sie ihr Potenzial für Pop- und Rockballaden oder auch moderne HipHop-Grooves noch mehr herausstellt.

Wenn man sich all diese Aufnahmen der Sensitone Alu anhört, möchte man natürlich vor allem wissen, wie dieses Baby im Set klingt.
Um diesen Track möglichst imposant wirken zu lassen, hatte ich zunächst einen Kompressor auf das obere Snaredrum-Signal gelegt. Allerdings musste ich feststellen, dass das komprimierte Signal selbst bei unterschiedlichen Kompressionen schnell matschig klingt. Mit anderen Worten: Das unbearbeitete Signal klingt an sich schon so kompakt, dass man den Einsatz einen Kompressors vermutet. Ich habe dann auf Kompression gänzlich verzichtet.

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