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Drum Art Olive Stave und Aluminium Snaredrums Test

Pizza, Pasta, Wein, Ferrari, Toskana…  mit Italien lassen sich angenehme Assoziationen verbinden. Aber nicht nur im Bereich kulinarischer Genüsse, malerischer Urlaubsziele und Supersportwagen hat das Nachbarland Spannendes im Angebot, auch der Musikinstrumentenbau hat eine lange Tradition. Da wären zum Beispiel die berühmten Geigenbauer Stradivari und Guarneri zu nennen, deren Kreationen nicht nur außergewöhnlich gut klingen, sondern auch zu Rekordpreisen gehandelt werden. Italienische Schlagzeughersteller haben es noch nicht zu vergleichbarem Ruhm gebracht, interessierten Drummern werden Namen wie Le Soprano, drumsound und Tamburo aber trotzdem geläufig sein. Vor ein paar Jahren ist die kleine Firma Drum Art hinzu gekommen und seitdem dabei, den Snaredrum-Markt mit Modellen in Fassbauweise zu verzücken. Aber man macht nicht nur in Holz, ganz neu im Programm ist eine Trommel mit dickem Aluminiumkessel. 

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Treibende Kraft und Gründer der Firma Drum Art ist Silvano Biancucci, seines Zeichens trommelbegeisterter Schreiner und Holz-Fan. Im Jahre 2004 begannen er und sein Sohn zunächst mit der Produktion von Drumsticks, bevor Biancucci eine im Trommelbau bis dahin nicht verwendete Form der Fassbauweise (Stave Construction) für seine Snaredrums ersann. Statt einer Reihe Dauben kommen bei Drum Art Holz-Snares derer zwei zum Einsatz, was einen ungewöhnlich dicken Kessel ergibt. Die klanglichen Ergebnisse gaben Biancucci recht, und folglich spielten bereits nach kurzer Zeit diverse bekannte italienische Drummer seine Produkte. Mittlerweile kann die kleine Manufaktur auch international bekannte Künstler wie Mel Gaynor von den Simple Minds, Joel Rosenblatt und Jonathan Mover zu offiziellen Endorsern ihrer Instrumente zählen. Zudem kam vor ein paar Jahren eine Kooperation mit der Firma Pearl zustande, zu deren limitierten Olivetree Modellen Drum Art die Kessel beisteuerte. Was die beiden Test-Snares mit Oliven- beziehungsweise Aluminiumkessel können, haben wir uns genau angehört. 

Details

Das Erste, was mir beim Auspacken der Testexemplare auffällt, ist das Gewicht des Versandkartons. Es waren doch nur zwei Snares angekündigt worden? Aber dann fällt es mir wieder ein: war in der Beschreibung nicht von zweilagigen Stave-Kesseln die Rede? Die Spannung steigt, was auch an den recht dick gepolsterten, gut verarbeiteten Nylontaschen mit Drum Art Logo liegt, die jetzt zum Vorschein kommen. Sie besitzen noch ein Extrafach für Kleinkram oder Becken bis 14 Zoll Durchmesser, und in einem zusätzlichen Innenfach finde ich noch ein weiteres Indiz dafür, dass hier gleich etwas Gutes zum Vorschein kommen wird: einen zweiseitigen, gut in der Hand liegenden Stimmschlüssel mit Inbus- und Vierkantseite. Sehr schön. Nach dem Öffnen der Reißverschlüsse liegen sie endlich vor mir, die beiden Edeltrommeln, und zumindest optisch unterstreichen sie sofort den guten Ruf, der ihnen voraus eilt. 

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Die dicken Kessel bilden das Herzstück der Trommeln, die Verarbeitung ist beeindruckend

Sie gehören zu jener Kategorie Instrumente, denen man zwar sofort ansieht, dass sie nicht billig sind, aber woran das genau liegt, erschließt sich erst bei genauerer Inspektion. Das hohe Gewicht des Olivenmodells veranlasst mich zunächst, einen Blick ins Innere zu werfen. Also drehe ich die Trommel um und erblicke durch das werksseitig montierte Remo Hazy Resonanzfell den dicksten Kessel, der mir je bei einer Trommel untergekommen ist. 27 Millimeter Olivenholz entlocken auch einem befreundeten Schreiner nur ein lang gezogenes „Wooooow!“ Der Clou ist, dass Signore Biancucci die Kesselstärke durch zwei Reihen Holzdauben erreicht, die er mit Hilfe einer Nut-und- Feder Konstruktion miteinander verklebt. Rechteckige Verbindungsstücke sollen die Stabilität zusätzlich erhöhen. Ein relativ weit gefasstes Snarebed, welches nicht die Form der Gratung beibehält, sondern herunter geschliffen ist, bietet dem – auf beiden Modellen montierten – 20-spiraligen Pearl C-Shape Teppich reichlich Platz und würde es auch locker mit einem breiteren Teppich aufnehmen.  

Fotostrecke: 5 Bilder Elegante Erscheinungen: die Drum Art Snares überzeugen durch zeitloses Design.
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Nicht nur beim Kessel ist Aluminium der Baustoff der Wahl

Gegen den Monsterkessel aus Olive wirkt das Exemplar aus Aluminium fast wie ein Fliegengewicht, obwohl auch hier nicht einfaches Blech zum Einsatz kommt, sondern ein 3,5 Millimeter starkes, gewalztes und an den Enden verschweißtes Alustück. Die nötigen Bohrungen werden CAD-gestützt gesetzt, was hohe Genauigkeit gewährleisten soll. Auch der Metallzylinder besitzt ein recht breites Snarebed. Eine Bördelung der Kesselenden sucht man vergebens, stattdessen sind die Kanten rundlich verschliffen. Den Kessel bezieht Drum Art von einem italienischen Partnerbetrieb, der – mit Ausnahme der Spannreifen – auch die aus dem Vollen gefrästen Hardware Parts wie die zweiteiligen Böckchen, das Butt End und die Edelstahlstimmschrauben beisteuert.
Alle Teile wurden von Drum Art entwickelt und werden exklusiv nur an den eigenen Trommeln verbaut. Auffällig ist die grandiose Verarbeitung, die sich unter anderem darin zeigt, dass beim Kessel und den Böckchen durch mehrstufige Polierprozesse fast der Eindruck einer Verchromung entsteht. Kräftige Inbusschrauben halten die Böckchen in Position, Edelstahlmuttern kontern das massiv wirkende Butt End. Bei den an den Testmodellen eingesetzten Spannreifen handelt sich um 2,3 Millimeter starke Power Hoops aus Fernost-Produktion, optional werden aber auch Die Cast Reifen angeboten. Etwas zu meckern gibt es am Aluminiummodell trotzdem. Zwei der Spannböckchen stehen sichtbar schräg. Dieser Umstand lässt sich durch das Lösen der betreffenden Inbusschrauben und Drehen der betroffenen Aluröhren zwar leicht beheben, sollte aber trotzdem bei einem Instrument dieser Preisklasse nicht vorkommen. Hier würden engere Toleranzen bei der Größe der Bohrlöcher helfen.

Fotostrecke: 5 Bilder Das Olivenmodell besitzt eine 45 Grad-Gratung mit verrundetem Gegenschnitt.
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Die Abhebung ist ein bekanntes Design

Nicht Aluminium, sondern Messing verwendet Drum Art als Basis für die gefräste Throw Off Abhebung. Sowohl ihr kastenförmiger Look als auch ihr Konstruktionsprinzip sind bereits von anderen Herstellern bekannt. So findet man dieses Design zum Beispiel bei älteren DW- oder Dixon-Modellen, allerdings nicht in dieser handwerklichen Qualität. Alle beweglichen Teile bestehen aus Edelstahl, und die Fräs- und Chromarbeiten sind perfekt ausgeführt. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass – mit Ausnahme des Olivenholzkessels – nichts an den Drum Art Snaredrums wirklich neu ist, die qualitative Umsetzung aller Details mit Hilfe üppig dimensionierter, selbst entwickelter Teile allerdings insgesamt ein Maß an Qualität zeigt, welches man anderswo nur selten findet.   

Fotostrecke: 6 Bilder Der schicke Stimmschlüssel.
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