Test
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30.08.2017

Omnitronic TRM-202 MK3 Test Preview

Rotary DJ-Mixer

Rotary-Mixer rücken bei immer mehr DJs in den Fokus und werden gemeinhin mit vollanalogen Boutique-Mixern assoziiert, die in Handarbeit hergestellt ein paar Tausender kosten. Als Omnitronic zunächst einen ebenfalls vollanalogen Rotary-Mixer für knapp 500 Euro anbot, dann wegen Qualitätsproblemen wieder zurückzog und komplett redesignte, war das Interesse in der Drehreglerfraktion geweckt. Jetzt endlich soll das Warten ein Ende haben...

Der TRM-202 Rotary-Mixer greift die Formsprache der angesagten, sündhaft teuren kleinen Boutique-Mixer auf. Allerdings wird der TRM-202 zum Omnitronic-mäßigen UVP von nur 534,31 Euro erhältlich sein, Straßenpreis dann wohl etwa 450 Euro. Hier ist unser erster Eindruck.

Details

Der tragbare kleine Freund ist gerade mal 2,7 kg schwer und bietet auf zwei Kanälen alles, was Rotary-Fans lieben: vollanalogen Aufbau mit klassischen ALPS-Potentiometern (Blue Velvet RK27) im superkompakten Gehäuse, große Volumenregler und Zweiband-EQs in den Kanälen und drei dicke fette Frequenzisolatoren im Masterbereich. Dazu jede Menge Ein-und-Ausgänge: beide Kanäle sind zwischen Phono-und-Line-Input schaltbar, zusätzlich einen zuggeschützten XLR-Mikrofoneingang.

Die Master-und Booth-Ausgänge liegen in XLR und Cinch vor, dazu gibt es einen separaten Cinch-Record-Out, und natürlich einen Kopfhörerausgang. Pro Kanal kann auf der Mixeroberfläche per Druckschalter zwischen Phono-und-Line-Eingang umgeschaltet werden, die beiden Phono-Eingänge lassen sich aber auch mit Line-Signalen betreiben, womit dann vier Line-Quellen zur Verfügung stehen.

Entsprechende Schalter befinden sich auf der Rückseite, gemeinsam mit einer „PH-Gain-Schraube“, an der per Schraubenzieher die Kanalvorverstärkung für die Phono-Eingänge angepasst werden kann. Ein Erdungsschräubchen pro Kanal komplettiert das Bild.

Die Mixeroberfläche ist gut bestückt: 14 schön griffige Potis mit schlichten, klassischen, eingekerbten Kappen laden zum Schrauben am Dreiband-Isolator, den beiden Kanalreglern, den beiden Zweiband-EQs, Master- und Booth-Volume, Mikrofonlautstärke sowie der Kopfhörervorhörsektion ein. Sämtliche Regler vermitteln ein schönes Drehgefühl. Besonders sahnig wirken die Potis für Dreibandisolator und die Kanallautstärken.

Die mittengerasterten Zweiband-EQs cutten und boosten um jeweils 10 dB. Der nichtgerasterte Dreiband-Isolator boostet mit +9 dB, nach links wird das Frequenzband gekillt, sind alle drei Regler nach links gedreht, herrscht Stille. Beim Boosten verlässt der Mixer selten die klangliche Komfortzone, er klingt immer warm und wohlig, nur in den Extremeinstellungen kann man den Sound auch mal gegen den Strich bürsten. Die Grenzfrequenzen des Isolators liegen bei 300 Hz und 4000 Hz, sicher nicht nur zufälligerweise genau wie beim E&S DJR200.

Auch im Frontplattendesign sind sich beide Mixer durchaus ähnlich, wobei mir der Omnitronic –Variation des Themas „Rotary“ gut gefällt. Trotz der vielen Bedienelemente vermittelt der Mixer einen sehr logischen und aufgeräumten Eindruck.

Das Mixen mit dem TRM-202 MK3 macht richtig Spaß und der Dreibandisolator gefällt mir besonders gut. Gerade beim Mixen mit House-Music, eine der Domänen eines Rotary-Mixers, kann DJ mit dem Höhen-Isolator sehr schön Hi-Hats und Shaker shapen, den ganzen Mix in eine wohlig-warme Wolke tauchen und dann wieder die hohen Frequenzen silbern dazu zaubern. Dabei bleiben Vocals auch bei völligem Höhen-Kill noch präsent und verständlich. Der Höhen-Cut beim Zweiband-EQ klingt da deutlich harscher.

Der tiefe Isolator sorgt bei dezentem Boost für den dezenten Kick in den Allerwertesten, in abgeschmeckter Intensität je nach Platte und der jeweiligen Abmischung des Bassbereichs. Für den kurzzeitigen Drop der Bassdrum taugt der Bassregler des Zweiband-EQs mehr. Der Mittenisolator wiederum eignet sich toll für wellenförmige Fahrten durch das Frequenzspektrum, vor allem bei reinen Beatpasssagen hat DJ guten Zugriff auf die Präsenz von Snare und Clap im Mix.

In den folgenden Audiobeispielen zeige ich euch den Zweiband-EQ und den Dreiband-Isolator. Dabei cutte ich zuerst ganz langsam bis zur maximal möglichen Absenkung, danach drehe ich den EQ wieder in die Mittelstellung und langsam weiter bis zum maximalen Boost, bevor ich den Regler wieder in Mittelstellung bringe. Im sechsten Audiobeispiel nutze ich dann alle drei Isolatorenbänder gemeinsam, teste die Nuancen im Zusammenspiel der drei Isolatorbänder und drehe den Sound zum Anfang und ganz zum Schluss auch jeweils komplett weg, indem ich alle drei Regler in Minimalstellung bewege.

Aufgrund eines Defekts bei unserem Test-Sample müssen wir das finale Endergebnis noch ein paar Tage hinausschieben, wollen euch unseren ersten Eindruck aber schon mal kundtun.

Im Video wird der Wirkungsgrad und das Zusammenspiel der Zweiband-EQs und des Dreiband-Isolators des Omnitronic TRM-202 MK3 am Beispiel des Vincenzo-Remixes von Mijk van Dijks „Summer And You“ zusammen mit DJ Toby Izui veranschaulicht.

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