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Test
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11.02.2011

Native Instruments Traktor Kontrol S4 Test

Eine individuelle Remix-Performance

Fast zehn Jahre ist es nun her, da sorgte ein Mix-Programm für Furore in der Szene und spaltete das Lager traditioneller Plattendreher in zwei Lager auf. Die Rede ist vom DJ-Programm Traktor. In der letzten Dekade entwickelte sich die Software nicht nur für elektronisch verwurzelte Scheibenschwinger zu einer wahren Kreativzentrale. Nein, auch auf den Rechnern mancher Crossgenre-, Blackmusic oder Independent-DJs hat sie sich ihren Stammplatz erkämpft. Seit Einführung der MIDI-Learn-Funktion zaubern viele Hardware-Hersteller externe Steuervorrichtungen für den Trecker aus dem Hut und verdienen fleißig mit an der weiten Verbreitung der Berliner Software. So ist es im Grunde nur eine Frage der Zeit gewesen, bis Native Instruments selbst ein Rundum-Sorglos-Paket anbietet, also Software, Interface und Controller in einem Produkt.

Nun schwingt sich der jüngste Spross auf die DJ-Bühne - mit dem Anspruch, die Performance auf ein neues Level zu hieven. Da ist die Neugier natürlich hoch, zumal das Berliner MIDI-Board Kontrol X1 als Traktor-Schaltzentrale bereits nachhaltige Akzente setzen konnte. Frischling Traktor Kontrol S4 ist ein integratives All-in-One MIDI-Mischpult mit eingebauter Vierkanal-Soundkarte, Hi-Res-Jogwheels, zahlreichen Bedienelementen und kostet 899 Euro. Es wird mit einer speziellen Traktor-Fassung ausgeliefert, die brandneue Sample Decks und einen Loop-Rekorder unter der Haube hat. Analoge Geräte, wie Plattenspieler, Notfall-iPod oder Mikrofone werden über zusätzliche Schnittstellen integriert. Eines kann der S4  allerdings dann doch nicht, und zwar ohne Computer mixen. In diesem Punkt unterscheidet er sich von seinen direkten Konkurrenten Denon MC-6000 (UVP 799 Euro) und American Audio VMS4 (UVP 519 Euro). Und wie steht es mit der Soundqualität, der Haptik der Bedienelemente und dem resultierendem Workflow? Was wiegt die Exklusivität der Software? Viele Fragen – Antworten folgen sogleich...

Schnelllebige Zeiten für Kanzelbewohner
Der Markt für DJ-Controller wächst und ist einem stetigen Wandel unterzogen, der sich unter anderem an den Funktionserweiterungen der Mixprogramme orientiert. Gerade hat Vestax die Produktion seines Doppeldecker-Pioniers und Abräumers früher Stunden VCI-100 nach „nur“ drei Jahren eingestellt. Die Zeiten, in denen Kassenschlager wie der Technics SL1200MK2 Plattenspieler volle drei Jahrzehnte produziert wurden, sind wohl vorbei. Wen wundert´s? War es zur Jahrtausendwende noch für viele Club-DJ normal und für den ambitionierten Nachwuchs empfehlenswert, zwei dieser Turntable-Schätzchen zu benutzen, gehören heute ebenfalls CDJs und MIDI-Konsolen zum Einrichtungs-Standard. Sicherlich gibt es gerade in den Clubs der Raregrooves-, Elektro- und Blackmusic-Szenen noch Turntables, und natürlich legen DJs dort auch Schallplatten auf. Ihr Anteil ist jedoch nur ein Stück vom großen Kuchen und dieser schwindet mit der steigenden Zuverlässigkeit Timecode-gesteuerter Software-Systeme, die wiederum von Effektkonsolen unterschiedlichster Gestalt begleitet werden. Der Controller-Jockey ist in der Party-Landschaft angekommen und hat das Kleid des belächelten Stiefkinds abgelegt.

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