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Test
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26.01.2010

Native Instruments - Kontrol X1 Test

Traktorize me on the dancefloor!

Intro

Viele Mainstream-Diskotheken spielen Musik meist so, wie sie ist, also im unveränderten Original. Besonders in elektronischen Genres sind klangliche Manipulationen während eines DJ-Sets aber durchaus an der Tagesordnung und absolut salonfähig. Effekte und eine ausgefeilte Loop-Steuerung gehören daher zum Pflichtprogramm einer DJ-Software, die sich in diesem Segment behaupten will. Die Berliner Schmiede Native-Instruments erkannte diesen Bedarf an digitalen Mehrwert frühzeitig und stattet ihre Vorzeigeapplikation Traktor seitdem regelmäßig mit allerhand Features und Kreativwerkzeugen aus, die dem Laptop-DJ zu neuen Höhenflügen verhelfen sollen. Inzwischen gehen auch andere Softwarehäuser immer mehr dazu über, erweiterte Mixfunktionen und Klangmanipulatoren in ihre Programme zu implementieren. Dass kein seriöser Effektschrauber allein mit Maus und Tastatur zu Werke gehen will, versteht sich von selbst. Kürzlich erst hat das australische Serato-Team die hauseigenen DJ-Applikationen auf vier Decks und Effekte erweitert und mit Numark und Denon renommierte Hardware-Entwickler ins Boot geholt, um Bedieneinheiten für Scratch-Live oder Itch zu konstruieren.

Ähnliche Steuerkonsolen gibt es für Traktor bereits seit Jahren. Mit Kontrol X1 bringt nun auch Native-Instruments seinen ersten dedizierten Controller für die hauseigene Applikation auf den Markt. Im Zuge der Effektimplementierung in SSL verwundert es nicht weiter, dass die Kreuzberger ihrem Frischling gleich mal eine Scratch-Live-Konfigurationsdatei und ein Controller-Overlay beipacken. Dazu stellen sie eine Exportfunktion von SSL nach Traktor zur Verfügung, um Daten wie Cuepunkte oder Loops zu übersetzen. So können Scratch Live-User ohne großen Zeitaufwand oder nennenswerte Konfigurationsprobleme ein paar Testrunden mit des DJs liebsten Trecker fahren. Laut Herstellerangaben unterstützt Traktor Kontrol X1 High-Res-MIDI und ist mit sehr hochwertigen Bedienelementen ausgestattet, die dem rauen Club-Alltag lange Zeit standhalten sollen. Was den Bau von MIDI-Controllern angeht, sind die Berliner Soundspezialisten nicht gerade unerfahren. Erst kürzlich bewiesen sie mit Kore2 und Maschine ihr Händchen für schicke, leichte und vor allem leistungsfähige Werkzeuge. TK-X1 ist in Zusammenarbeit mit namenhaften DJs speziell für Traktor entwickelt worden und besitzt weder Jogdials, noch Mixersektion oder Sound-Interface. Turntables mit Steuervinyl heißt die primäre Devise. Ein Betrieb am externen DJ Mischpult ist quasi Pflicht. Mein heutiger Testkandidat ist damit ein direkter Konkurrent der bei Traktoristen sehr beliebten Controller von Faderfox. Er lässt sich aber gleichfalls in Verbindung mit sparsam ausgestatteten Controllern wie Vestax VCM-100 oder VCI-300 betreiben, denen zum Teil  hardwareseitige Effekt-, Loop- und Cuesteuerung fehlt. Mit 199 Euro UVP liegt die Effekteinheit mit den Boards anderer Manufakturen (Numark NSFX1 kostet 189 Euro, Vestax VFX1 etwa 222 Euro) preislich auf etwa gleicher Höhe. Bei Native-Instruments bekommt der DJ nun die Zutaten für ein digitales Set, also Software, Controller, Audio-Interface, Kabelage und Timecode-Vinyl aus einer Hand. Das analoge Equipment und den Rechner muss er nach wie vor an anderer Stelle erstehen.

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