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24.06.2019

MrSpeakers Aeon Flow Closed-Back Test

Geschlossener Magnetostat

Ambitionierter Kopfhörer aus Kalifornien

Die im Jahre 2012 in San Diego gegründete Firma MrSpeakers ist ein relativ neuer, aber sehr aufstrebender Name im Marktsegment hochwertiger Kopfhörer. Das bisherige Portfolio, bestehend aus magnetostatischen und elektrostatischen Kopfhörern, die für vierstellige Eurobeträge über den Verkaufstresen wandern, wird mit der neuen Produktlinie „Aeon Flow“ nach unten hin abgerundet.

Die Aeon Flow Modelle gibt es sowohl in offener als auch in geschlossener Bauweise. Unser Testobjekt ist die geschlossene Variante namens Aeon Flow Closed-Back.

Details

Bauweise

Der Aeon Flow Closed-Back ist ein planarmagnetischer Kopfhörer in geschlossener Bauweise mit ohrumschließenden Ohrmuscheln und einem vergleichsweise geringen Gewicht von 340 Gramm. Viele Vertreter dieser Treibertechnik, beispielsweise der ebenfalls geschlossene Audeze LCD-XC, fallen durch ein überdurchschnittlich hohes Gewicht und imposante Maße auf, doch wie der Aeon beweist, gibt es auch Ausnahmen. Entsprechend elegant wirkt die Gehäusekonstruktion des kalifornischen Magnetostaten. Ein Mechanismus zum Zusammenklappen des Kopfhörers ist nicht vorhanden. 

Aeon Closed-Back: Verarbeitung / Optik

Laut Hersteller wird der Kopfhörer in San Diego in Handarbeit gefertigt, was in gewisser Weise auch der Preiskategorie entspricht. Dementsprechend ist der Aeon Flow optisch und haptisch ein insgesamt hochwertiges Produkt. Bei kritischem Blick sind im Detail allerdings nicht alle sichtbaren Bauteile des Testmodells absolut präzise zusammengesetzt sind, wie beispielsweise das eingefügte Befestigungsstück zur Aufhängung der Ohrmuschel. Die erkennbaren Spaltmaße sind jedoch kein Drama und beeinträchtigen die Funktionalität in keiner Weise. Der Kopfhörer ist aber nicht ganz so makellos, wie es ein kritischer Nutzer von einem 900-Euro-Kopfhörer möglicherweise erwartet und wie man es in der Regel von anderen Premiumprodukten kennt. Zudem löst sich bereits die Gummiumhüllung des Steckers vom Kabel zur linken Ohrmuschel. Abgesehen von diesen konkret genannten Kritikpunkten handelt es sich beim Aeon aber dennoch um eine robust wirkende Konstruktion aus wertigen und gut verarbeiteten Bauteilen.

Mitgelieferte Kabel und Co.

Der Aeon Flow wird mit einem beidseitig geführten Kabel ausgeliefert, das über vierpolige Steckverbinder problemlos von den Ohrmuscheln gelöst werden kann. Am gegenüberliegenden Ende befindet sich ein vergoldeter 3,5mm-Klinkenstecker samt Schraubadapter auf 6,35mm. Nicht ganz alltägliches Zubehör sind die insgesamt sechs Filz- bzw. Schaumstoffeinlagen, die sich unkompliziert im Inneren der Ohrmuscheln positionieren lassen und dem „Soundtuning“ dienen. Abgerundet wird der Lieferumfang durch eine stabile und relativ kompakte Transport- und Aufbewahrungsbox.

Technik und Kennzahlen

Der Aeon Flow ist mit magnetostatischen Schallwandlern ausgestattet. Diese Technik, die u.a. auch als orthodynamisch und planarmagnetisch bezeichnet wird, ist quasi eine Mischform aus dynamischen und elektrostatischen Treibern, die man in einigen hochpreisigen, aber auch preiswerten Modellen, wie dem Fostex T60RP findet. Tendenzielle Vorzüge gegenüber dynamischen Schallwandlern sind eine hohe Impulstreue sowie eine natürliche Frequenzwiedergabe aufgrund einer vergleichsweise dünnen und häufig auch überdurchschnittlich großen Membran, die ohne klassische Schwingspule auskommt. Modellspezifische Angaben des Herstellers (eine Auflistung befindet sich am Ende des Testberichts) sind rar, wobei die Angabe +/- 1,5dB (30 bis 5000 Hz) der „Matched Drivers“ definitiv eine gewisse Güte der Wiedergabe verspricht. Der Übertragungsbereich wird schlicht und einfach gar nicht angegeben, was aus meiner Sicht legitim ist, da dieser Teil der technischen Daten von Kopfhörern vollkommen überbewertet wird. Ohne Angabe der Linearitätsabweichungen, die man bei Kopfhörern äußerst selten vorfindet, gibt es so gut wie keinen verwertbaren Informationsgehalt für den Kaufinteressenten. 

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