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04.04.2020

Mazetools Mutant: Musizieren mit vierdimensionalen Hyperwürfeln

Wenn ihr auf musikalische Experimente steht und Fans von vierdimensionalen Hyperwürfeln seid, dann könnte Mazetools Mutant von Ectoplastic genau die richtige App für euch sein. Aber auch ohne Mathematikstudium solltet ihr hier interessante Klänge erzeugen, das funktioniert sogar in Kooperation mit anderen Erdlingen.

Mazetools Mutant

Der Musiker, Sounddesigner und Entwickler Stephan Kloß hat sich mit der Frage beschäftigt, wie das wohl wäre, wenn mehrere Menschen gleichzeitig ein Stück Musik machen, die Beteiligten aber für sich mit unterschiedlichen Tempi oder Tonarten arbeiten. Wie kann man Musik präsentieren, die aus verschiedenen Perspektiven gemeinsam entsteht?

Die Antwort liegt in einem Tesserakt, auch Hyperwürfel genannt. Dieser vierdimensionale Würfel dient in Mutant als Metapher für die verschiedenen Perspektiven. Acht Zellen repräsentieren diese jeweils innerhalb der App. Mit einem einfachen Navigationssystem können die User zwischen diesen Zellen wechseln. Jede Zelle stellt eine eigene Vorgabe für den Klang der Instrumente oder verwendeter Tonart und Skala dar. Eine Drehung bewegt die Performance in eine andere Zelle und verändert damit den Charakter der Musik.

Mazetools Mutant

Mazetools Mutant

Der zentrale Kubus des Hyperwürfels bietet an seinen sechs Flächen je ein Instrument: Synthesizer, Strings, Bass, Arpeggiator, Schlagzeug und Percussion. Jedes Instrument besteht wiederum aus vier Steuerflächen. Diese dienen zum Einzuspielen von Klängen, verändern ihre Dynamik, verformen sie klanglich oder legen Effekte darauf.

Die Interaktionen nimmt Mazetools Mutant mit einer Art Looper auf. Die Daten dieser Loops dienen auch als Grundlage für die Kollaboration. Für das gemeinsame „Jammen“ mit anderen nutzt Mazetools Mutant Mutant das lokale Netzwerk. Der Datentausch läuft über OSC (Open Sound Control) und ermöglicht nicht nur das taktsynchrone Musizieren, sondern visualisiert auch die Aktionen der Partner.

Klingt nach Raketenwissenschaft, macht aber Spaß

Das klingt ziemlich trocken, in der Praxis ist das aber durchaus spaßig. Mit Fingerbewegungen entstehen schnell Rhythmen und Sounds, das Wechseln der Zellen sorgt für überraschende Momente. Weil die musikalischen Rahmen vorher definiert werden, kriegt jeder hier schnell ganz interessante Ergebnisse zustande. Durch das sehr wissenschaftliche Konzept und das eigentümliche Interface vermittelt die App ein bisschen Science-Fiction-Feeling.

Normalerweise sind solche Apps typische Kandidaten für die iOS-Plattform, Mazetools Mutant läuft aber auch auf Android und Windows. Gerade auf Windows-Rechnern mit Touch-Bildschirmen macht das Herumspielen bestimmt richtig Spaß. Für knapp 5 Euro (je nach Plattform) seid ihr dabei, schaut euch mal die Videos an – vielleicht machen die Appetit.

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