Bass Hersteller_Markbass
Test
7
29.01.2014

Praxis

Beim Stichwort Lüfter muss ich leider auch erwähnen, dass der Ventilator beim Üben in Zimmerlautstärke etwas nervt. Er ist nicht besonders leise und läuft sofort nach dem Einschalten los. Eine temperaturabhängige Steuerung fände ich bei einem Combo, der in vielen verschiedenen Umgebungen und eventuell auch im Studio eingesetzt wird, wirklich angebracht. Im Livebetrieb oder bei Bandproben ist der Ventilator natürlich nicht mehr hörbar und stört deshalb auch nicht. Hier kann der Amp denn auch richtig Boden gutmachen und überrascht mit einem Sound, der viel größer und kraftvoller ist, als man es von einem Combo, der gerade mal bis zu den Knien reicht, vermuten würde. Logischerweise ist auch er nicht in der Lage, die Physik auf den Kopf zu stellen und so viel Luft zu bewegen wie ein großes Bass-Rig. Aber selbst eine tiefe H-Saite klingt straff und voll, der Klang ist insgesamt warm und verfügt über die Markbass-typische Präsenz und Durchsetzungskraft. 

Wie zu erwarten, lassen die beiden Filtern auf intuitive Art jede Menge verschiedener Klangfarben zu. Man sollte auf jeden Fall mit einer guten Portion Experimentierfreude ans Werk gehen und mit beiden Filtern gleichzeitig arbeiten, um den gewünschten Sound zu finden. Mit gefällt das spartanische EQ-Konzept des schlanken Tieftöners. Trotzdem hätte ich gerne eine Möglichkeit, den Tweeter zu regulieren oder gar auszuschalten. Schon alleine deshalb, weil er bei starkem Einsatz des VPF-Filters, der nicht nur die Mitten absenkt, sondern hörbar Bässe und Höhen boostet, ordentlich rauscht. Außerdem gibt es viele Sounds und auch Bässe, die ohne Hochtöner einfach besser funktionieren. Klar kann man mit dem VLE einfach die Höhen rausdrehen, der Lowpass-Filter senkt sie aber auch bei den 8-Zöllern ab, was letztendlich zu einem anderen Klangergebnis führt.

Trotz alledem, der Minimark verträgt sich mit einer erstaunlich breiten Palette von Bässen und mithilfe der geschmackvoll abgestimmten und praxisorientierten Filter ist der Sound immer schnell angepasst. Die besten Ergebnisse lieferte er für meinen Geschmack aber mit vintageartigen Instrumenten wie Jazz- oder Precision-Bass und sogar akustischen Bässen. Letztere profitieren am meisten von seiner sehr natürlichen und fokussierten Wiedergabe. Man traut es dem neuen 802 von Markbass aufgrund der schlanken Bauform kaum zu, aber die Lautstärke und Soundfülle ist absolut ausreichend, um damit moderate Jazz- oder akustische Clubgigs zu bestreiten. Wenn es tatsächlich lauter wird, kann der Combo mit einer zusätzlichen Box zu einem kleinen Stack mit 250Watt ausgebaut werden - mit dem „Mini-Rig of Doom“ geht dann wirklich Einiges. 

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