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Test
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27.09.2018

Korg EK-50 Test

Entertainer-Keyboard

Kleiner Tausendsassa

Mit dem kompakten EK-50 Keyboard betritt nun auch Korg den Markt der Einsteiger-Keyboards im Preisbereich von knapp über 400 EUR. Das EK-50 ist das preisgünstigste Keyboard des Herstellers, dessen Pa-Serie bei Profi-Entertainern seit Langem sehr beliebt ist. Wieviel von diesem Know-how kommt mit dem EK-50 in der Einsteigerklasse an?

Die Namensgebung fällt sofort auf: Während die Keyboards der Mittel- und Oberklasse bei Korg traditionell mit dem Kürzel „PA“ für „Professional Arranger“ bezeichnet werden, grenzt der Hersteller das EK-50 schon vom Namen her klar davon ab. „EK“ steht hier für „Entertainer-Keyboard“. Korgs Einstieg in diese für den Hersteller neue, preisgünstige Klasse dürfte in jedem Fall spannend werden, denn dass man dort Erfahrung im Gestalten von Keyboards mit Begleitautomatik hat, steht angesichts der Flaggschiffe der Pa4X-Serie und der Mittelklasse-Modelle Pa1000 und Pa700 und Pa300 außer Frage. Gelingt es, daraus ein attraktives Paket für Einsteiger zu schnüren?

Was der neue „Kleine“ alles kann, und wie er sich in der Praxis macht, erfahrt ihr in unserem Test.

Details

Auspacken

Das EK-50 wiegt mit 7,5 kg rund 500 g mehr als das Casio CT-X5000. Muskelkater und Bandscheibenvorfälle können bei diesem Leichtgewicht definitiv ausgeschlossen werden. Im Lieferumfang befinden sich ein externer Netzadapter, die deutschsprachige Bedienungsanleitung und ein ansteckbares Notenpult. Letzteres besteht aus einem Metallbügel ähnlich dem der Casio CTK-Serie, hier aber glücklicherweise mit einer fest daran montierten Ablage, die den Noten besseren Halt bietet. Wenn gerade keine Steckdose vorhanden ist, kann das EK-50 statt mit dem Netzteil mit acht Batterien des Typs AA betrieben werden, die allerdings separat erworben werden müssen. 

Erster Eindruck

Das Design des in Schwarz gehaltenen EK-50 ist schlicht und eher unspektakulär. Die Bedienoberfläche macht einen aufgeräumten Eindruck und ist von zwei 12 cm großen Doppelkonus-Lautsprechern in Bassreflex-Bauweise eingerahmt, die durch stabile Metallgitter geschützt sind. Das integrierte Verstärker-/Lautsprechersystem bewegt sich leistungsseitig mit 2 x 10 Watt im Bereich dessen, was in dieser Klasse üblich ist. Das Gehäuse selbst ist aus schlagfestem Kunststoff gefertigt.

Einmal eingeschaltet, zeigen die LED-hinterlegten Buttons farblich an, wo man sich gerade befindet; das schafft Übersicht. Die 61-tastige, leichtgewichtete Tastatur fühlt sich gut an und vermittelt ein angenehmes Spielgefühl. Ihr Anschlagverhalten lässt sich durch drei Touch-Settings den eigenen Wünschen anpassen. Links neben der Tastatur befindet sich der Korg-typische Joystick für Pitchbend und Modulation, der für diese Klasse umfangreiche Möglichkeiten zur Echtzeit-Modulation bietet. Auf der Rückseite sind alle Anschlussmöglichkeiten platziert.

Bedienoberfläche

Auf der aufgeräumten Bedienoberfläche findet man neben dem hintergrundbeleuchteten LC-Display ein großes Encoder-Rad und in der unteren linken Ecke des Panels einen weiteren Drehregler für die Lautstärke. Alles andere sind Drucktaster, die zum größten Teil hintergrundbeleuchtet sind und farblich anzeigen, welchen Status sie einnehmen. Das ist eine praktische Sache und in dieser Klasse keine Selbstverständlichkeit. Zudem sind alle Taster gummiert, was sie griffig macht und eine sichere Handhabung ermöglicht.

Ganz oben auf dem Bedienpanel sind die Inhalte der drei Hauptmodi des EK-50 weiß aufgedruckt, was das Auffinden von STYLES, SONGS und KEYBOARD SETS erleichtert. In früheren Keyboards der Korg Pa-Serie hießen Keyboard-Sets noch „STS“ (Single Touch Settings), was in der Funktionsweise und Struktur aber keinen Unterschied macht. Der Begriff „STS“ taucht auch beim EK-50 noch auf und findet sich im linken Bereich des Bedienpanels, der die „MODE“-Sektion nebst dazugehöriger KEYBOARD SET / STS Taste enthält.

Anmerkung:  Jeder der im Angebot befindlichen Styles (Begleitrhythmen) ist bereits mit einem dazugehörigen Spielsound verknüpft. Dieser wird in diesem Zusammenhang als STS (Single Touch Setting) bezeichnet. Wenn dieser durch einen anderen Spielsound ersetzt werden soll, bedient man sich eines KEYBOARD SETs, dessen Struktur identisch ist, aber separat „gelagert“ ist. Ein KEYBOARD SET ist quasi ein STS, das nicht mit dem Style gekoppelt ist. In ihrer Aufbaustruktur sind beide Elemente gleich.

Zu dieser Sektion gehört auch die rot und auf und hellem Hintergrund hervorgehobene „GRAND PIANO“-Taste. Sie entspricht in ihrer Funktion der Taste "Portable Grand", die man bei fast allen Yamaha-Keyboards findet. Drückt man sie, wird jede weitere Aktion des Keyboards gestoppt und die gesamte Tastatur mit einem Flügelklang belegt. Das ist vor allem im Live-Betrieb nützlich, da man sich das Piano nicht aus den Presets heraussuchen muss und jederzeit sofort griffbereit hat.

Unterhalb der „MODE“-Abteilung ist die „PART MUTE / SOUND SELECT“ Sektion platziert, durch welche die verschiedenen Parts der Begleitung sowie der Keyboard-Sets ein- und ausgeschaltet werden können. Zum anderen dienen die Taster auch zur Auswahl der im Angebot befindlichen mehr als 700 Sounds, um sich z. B. eigene KEYBOARD SETs zu bauen oder einen Style neu zu instrumentieren.

Rechts daneben liegt ein Bereich, der sich mit den Grundeinstellungen des Instruments, dem Zugriff auf ein angestecktes USB-Speichermedium und den Speaker-Einstellungen befasst. Ein Speaker-EQ bietet acht Einstellungen, um das integrierte Lautsprechersystem klanglich an die eigenen Wünsche anzupassen. Die wichtigste Taste dieser Sektion ist die SHIFT-Taste, mit der zum Einen die Doppelbelegung mancher Tasten aufgerufen wird. Zum Anderen dient sie als Shortcut zum schnellen Erreichen von Funktionen, die sonst nur durch Drehen des Encoder-Rads bzw. des numerischen Tastenfelds aufzurufen sind.

Auf der linken unteren Seite des Bedienfelds befinden sich die Taster zur Steuerung des STYLE- und SONG-Geschehens sowie des Players, der neben MP3- auch WAV-Dateien (44.1 kHz) abspielen kann. Auf diese Weise lässt sich ein komplettes Playback-Programm zusammenstellen, das über einen angeschlossenen USB-Stick abgerufen werden kann. Das sind für ein Keyboard dieser Klasse umfangreiche Playback-Fähigkeiten. Ebenfalls nicht alltäglich bei einem Einsteiger-Keyboard sind die vier Variationen pro Style, die das musikalische Geschehen von einfach bis komplex gestalten. Bei vielen anderen Keyboards dieser Klasse muss man sich mit zwei Variationen begnügen. Außerdem verfügt jeder Style über Fill-Ins, ein Count In/Break sowie je ein Intro und Ending. 

In der Mitte des Bedienfelds zeigt das hintergrundbeleuchtete LC-Display die gewählten Sound- und Style-Namen in großen und gut lesbaren Zeichen an. Rechts daneben liegt das große Encoder-Rad nebst „CATEGORY“-Tastern sowie einer numerischen Tastatur zur Auswahl von Sounds, Styles und Keyboard Sets. Diese wird durch "Plus-Minus-Taster" ergänzt, um eingegebene Werte schnell erhöhen oder verringern zu können.

Darunter liegt die SET LIST-Sektion. Hier werden Einstellungen wie Style, Tempo, Keyboard Set und Effekteinstellungen gespeichert. Auf diese Weise lassen sich Styles nebst allen anderen Einstellungen bequem ablegen, um sich z. B. ein Programm für eine Live-Darbietung zu erstellen. Um den Bereich des Bedienpanels abzuschließen, liegen unter dem Ein-/Aus-Schalter noch Taster für die ENSEMBLE-Funktion, den SPLIT-Modus, das METRONOM, das Tempo (mit Tap-Funktion) sowie zwei TRANSPOSE-Buttons.

Anschlüsse

Alle Anschlüsse des Korg EK-50 befinden sich im mittleren Bereich der Rückseite. Geboten werden von rechts nach links: Ein Kopfhöreranschluss und ein Audio-Eingang zum Anschließen einer separaten Tonquelle wie einem Smartphone oder ähnlichem, beides in 3,5 mm Klinkenausführung. Daneben findet man erfreulicherweise einen Stereo-Line-Ausgang mit zwei 6,3mm Klinkenbuchsen (L/MONO, R), gefolgt von der Foot-Controller Buchse zum Anschließen eines Dämpferpedals oder eines Fußtasters. Weiter geht’s mit dem USB-to-Device Port zum Anschließen von Speichermedien und Controllern sowie der USB Host Port für das Verbinden mit dem Computer, der die MIDI-Verbindung herstellt. Ein klassischer MIDI-Anschluss per 5-Pol DIN-Kabel ist nicht vorhanden, über diesen verfügt selbst der größere Bruder Pa300 nicht. Hier folgen nur noch die Buchse für den Anschluss des externen 12 V-Netzteils sowie der Haken für die Zugentlastung des Netzkabels. Das ist auch schon alles.

Tastatur

Die Tastatur des EK-50 bietet 61 Tasten und ist eine wirklich gut spielbare, leicht gewichtete Keyboardtastatur. Der Kompromiss für die Spielanforderungen unterschiedlichster Sounds ist für ein Keyboard dieser Preisklasse sehr gut gelöst. Ganz gleich, wie das EK-50 eingesetzt wird, als Solo-Instrument oder als Erweiterung eines vorhandenen Setups, die Tastatur sorgt dank der leichten Gewichtung für ein angenehmes, entspanntes Spielgefühl.

Lautsprecher

Die verbauten Doppelkonus-Lautsprecher mit je 12 cm Durchmesser bieten mit 2 x 10 Watt Gesamtleistung ein für Wohnräume respektables Lautstärkepotenzial und klingen durch ihr Bassreflex-System erstaunlich voll und satt. Zudem lässt sich ihr Klangcharakter durch einen speziell dafür vorgesehenen Equalizer mit acht vorgefertigten Presets noch an die eigenen Wünsche oder räumlichen Gegebenheiten anpassen. Die gebotene Lautstärke ist für das Üben zu Hause auf jeden Fall mehr als genug, selbst in größeren Wohnräumen ist man geneigt die Volumeneinstellung eher herunterzuziehen. Wer das Keyboard live und in wirklich großen Räumen verwenden möchte, kommt um die Nutzung einer zusätzlichen Verstärkeranlage allerdings nicht herum. Positiv aufgefallen ist, dass selbst bei hohen Lautstärken weder störende Vibrationsgeräusche des Gehäuses noch Verzerrungen im Lautsprechersystem auftreten.

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