Feature
2
06.11.2018

Kaufberater: Die besten Mittelklasse-Audiointerfaces (2020)

Desktop-Interfaces und portable Multichannel-Soundkarten von 250 bis 1000 Euro im Vergleich

Alles über USB-, Firewire-, Thunderbolt- und Ethernet-Interfaces

Hier findet ihr unseren Umfangreichen Ratgeber zum Thema Mittelklasse-Audiointerfaces. Das sind solche Interfaces, die zwischen 250 und 1000 Euro kosten

Wer mit dem Musikmachen beginnt, möchte sich auch aufnehmen – braucht dazu aber nicht gleich ein sehr teures Audiointerface. Bis zu einem Preis von 250 Euro findet man bereits gute Interfaces. Anfängern lege ich deswegen unsere Kaufberatung: Einsteiger-Audiointerfaces bis 250 Euro ans Herz.

Wer mit einem Einsteiger-Interface gearbeitet hat, weiß auch, dass sie sich klanglich nicht verstecken müssen. Ihre Grenzen in Sachen Anschlussmöglichkeiten und Features sind aber schnell erreicht. In der Mittelklasse bleiben hingegen kaum Wünsche unerfüllt! Hier gibt es hohe Qualität, faire Preise und bereits reichlich Anschlussvielfalt. Nur wer ein richtig großes Studio plant, ganze Bands aufnimmt oder echt viel Outboard sein eigen nennt, muss noch tiefer in die Tasche greifen und in unserer Profiliga ab 1000 Euro vorbeischauen!

USB? Oder doch Thunderbolt?

Um es kurz zu machen: USB, keine Frage. USB2 oder USB3 sind einfach die bessere, günstigere Wahl und das teure Thunderbolt hat nur in den wenigsten Fällen einen nennenswerten Vorteil. USB-Anschlüsse finden sich außerdem an fast jedem Rechner und das meist auch reichlich. Mittlerweile haben es alle Hersteller auch verstanden, vernünftige Treiber zu programmieren, sodass die Performance in dieser Preisklasse durchweg gut sein sollte. Schlechte Interfaces kamen mir in den letzten Jahre so gut wie gar nicht mehr ins Testlabor, was aber nicht heißt, dass es sie nicht dennoch gibt. Es gibt aber auch Firmen, die es besonders gut können – und das seit Jahrzehnten. Als ein Beispiel sei an dieser Stelle RME genannt.

Ob das Interface nun UBS2 oder USB3 nutzt, ist faktisch egal. USB3 hat nur bei einer hohen Anzahl an Kanälen einen Vorteil, weil die Bandbreite, sprich die Menge an Daten die pro Sekunde gleichzeitig übertragen werden kann, größer ist. „Schneller“ ist USB3 in den meisten Fällen aber nicht: Datenübertragungen als Ganzes gehen zwar schneller vonstatten, die Latenz eines Interfaces wird aber nicht geringer – ein entscheidender Unterschied, der leider noch immer oft verwechselt wird.

Nur in seltenen Fällen hat man eine direkte Vergleichsmöglichkeit zwischen USB2 oder USB3 und selbst dann sind die Latenzunterschiede nicht wirklich der Rede wert und meist auch auf den alternativen, meist Class-Compliant-fähigen Treiber zurückzuführen. Ab etwa 24 Kanälen bei 48 kHz rein und raus macht USB3 zwar eine bessere Figur, solche Interfaces sind allerdings in den wenigsten Fällen für unter 1000 Euro erhältlich. Ebenfalls nicht zu vergessen: Die meisten USB-Interfaces können auch direkt an ein iOS-Gerät angeschlossen werden. Weitere Infos zum Thema Musik machen mit iPad, iPhone und Co findet ihr auch in unserem Special: iOS-Apps und Hardware für Musiker.

Thunderbolt ist natürlich auch gut, aber meistens nur an Apple-Rechnern zu finden oder unterstützt – und die sind deutlich teurer in der Anschaffung, genau wie die Thunderbolt-Interfaces selbst. Allein die Kabel sind teuer, von den eventuell nötigen Adaptern von Thunderbolt 2 zu 3 (USB-C) und umgedreht einmal ganz abgesehen. Da kommen schnell mal 100 Euro alleine für Kabel zusammen, die man in der Mittelklasse besser in das Interface selbst als in die Peripherie stecken sollte.

Thunderbolt hat aber auch echte Vorteile, welche ich euch auch an dieser Stelle auch nicht verschweigen möchte: Thunderbolt ist näher an der Hardware und schafft deutlich höhere Bandbreiten und auch eine etwas bessere Latenz, das macht sich wiederum aber auch erst bei Interfaces mit vielen Kanälen bemerkbar und diese werdet ihr in dieser Kategorie ohnehin nicht finden. Thunderbolt ist außerdem zickiger im Hot-Plugging, sodass es hin und wieder mal vorkommen kann, dass man einen Neustart machen muss, wenn der Rechner die Verbindung verloren hat – auf der Bühne eher uncool. Es gibt aber auch einen Vorteil: Thunderbolt kann deutlich mehr Strom übertragen und somit benötigen hochwertige, kleine Interfaces kein zusätzliches Netzteil. Und das ist echt lässig, nicht nur wenn man viel unterwegs ist. Bestes Beispiel ist hier Universal Audio Arrow.

Wie viele Inputs, Preamps und digitale I/Os sind nötig?

Wer viele Instrumente sein eigen nennt, sollte bei einem Interface darauf achten, viele Eingänge an Board zu haben. So muss man nicht umstecken und dem kreativen Fluss steht nichts im Wege. Wer hingegen akustische Instrumente aufnehmen will, braucht Preamps, Mikrofonverstärker – und zwar kräftige! Zwei an der Zahl sollten es schon sein, damit man auch authentische Stereoaufnahmen erstellen kann. Wer wiederum Drums oder die ganze Band aufnehmen will, braucht in den meisten Fällen deutlich mehr Preamps – und entsprechend viele Mikrofone! Hier wäre beispielsweise das Focusrite Scarlett 18i20 zu empfehlen. 

DJs brauchen (Line-)Eingänge in der Regel nur, wenn sie mit Timecode-CDs und Programmen wie Virtual DJ und MixVibes arbeiten, die nicht exklusiv mit proprietären Interfaces arbeiten, wie dies bei Serato und Traktor der Fall ist. Für weitere Hinweise in diese Richtung empfehle ich euch den „10 Top DJ-Audiointerfaces“-Beitrag meines Kollegen Peter Westermeier.

Interessant sind außerdem ADAT-Anschlüsse oder zukunftsweisende AVB- und MADI-Verbindungen, um das Interface auch später noch umkompliziert mit weiteren analogen Anschlüssen oder Mikrofonvorverstärkern aufzurüsten. Beispielsweise gibt es achtfach Mic-Pres mit eingebauten Wandlern und ADAT-Ausgang, wie der Antelope Audio MP8d , aber auch hochwertige Line I/Os, wie der RME ADI-8 DS MK3. S/PDIF-Anschlüsse sind ebenfalls gern gesehen, dienen aber vor allem dem digitalen Anschluss von Consumer-Geräten. AES/EBU ist übrigens das professionelle Pendant zu S/PDIF und bei Interfaces in dieser Preisklasse aber eher die Ausnahme. 

MOTU, RME und Focusrite Interfaces sind hier wieder besonders zu nennen, da alle hier vorgestellten Interfaces dieser Marken entweder ADAT am Start haben oder sogar AVB (MOTU) oder MADI (RME) kennen.

Instrumente, Hi-Z und Combobuchsen

Alle Interfaces bieten Instrumenten-Eingänge für „alte“ passive Instrumente wie E-Gitarre oder E-Bass. Je nachdem wieviele Leute ihr gleichzeitig aufnehmen wollt und könnt, braucht ihr auch hier entsprechend viele Inputs. Meistens sind zwei „High-Zs“ am Start, die wegen der entsprechenden Impedanzanpassung so genannt werden und auch über eigene Gainregler verfügen. 

Oftmals stehen die Instrumenten-Eingänge deshalb auch in Verbindung mit den Preamps, entweder weil sie über eine Combobuchse (Anschlüsse für Mikrofone via XLR, Instrumente via Klinke) anliegen oder sich auch anderweitig schaltungstechnisch einen Wandler teilen. Das ist nicht schlimm, bedeutet nur, dass ihr sie nicht parallel zu den Mic-Eingängen nutzten könnt. Das wiederum heißt, es gibt wieder zu beachten, wieviele Quellen gleichzeitig aufgenommen werden können. Die meisten Singer/Songwriter, die sich selbst aufnehmen wollen, sollten aber mit vier Eingängen und zwei Preamps ausreichend bedient sein.

Ausgänge, Monitore und Haptik

Wir haben soviel über das Rein gesprochen, lasst uns auch noch was zum Raus sagen, obwohl es sich meist von selbst nach Definition der Eingänge ergibt. Mindestens einen Stereo Out sollte es geben, damit ihr Boxen anschließen könnt. Ein Kopfhörerverstärker wäre ebenfalls nicht schlecht, sodass auch Headphones angeschlossen werden können. Das ist wichtig, um akustische Aufnahmen im Abhörraum durchzuführen. Alle hier vorgestellten Interfaces bieten dies, sie haben sogar getrennte Wandler für Kopfhörer und Speaker, sodass ihr über die Boxen auch etwas anderes hören könnt, als der Musiker, den ihr aufnehmt. Auch DJs brauchen mindestens vier Ausgänge, um entweder vorhören zu können oder um direkt zwei Decks auf den Mixer zu geben. Noch besser sind im Zweifelsfall aber zwei Kopfhörerausgänge, wie es bei SPL, Focusrite und Steinberg der Fall ist. 

Weiteres, nettes Extra: Ein haptischer Lautstärkeregler, damit ihr Aktivboxen auch direkt anschließen könnt und komfortabel laut und leise drehen könnt. Eventuell wollt ihr ein zweites Paar Boxen anschließen, dann wäre ein Ausgang 3/4 sowie ein entsprechender Umschalter gut. Wenn analoges Outboard eingebunden werden soll braucht ihr zu den passenden Line Ins auch noch passende Line Outs. Das gleiche gilt für Surround-Setups: Für 5.1 braucht ihr entsprechend sechs Ausgänge.

Direct-Monitoring, DSP-Effekte und Routing

Wenn man andere oder sich selbst aufnehmen will, dann muss man sich dabei hören können. Logisch. Das nennt sich Monitoring. Wenn die Signale erst durch den Computer müssen, entsteht dabei aber meist eine unangenehme Verzögerung. Diese Latenz wirkt sich negativ auf das Feeling beim Einspielen aus. Alle vorgestellten Interfaces haben deswegen auch Hardware-Monitoring oder gar ein DSP-Monitoring an Bord, ein Ausnahme stellt nur das Apogee Groove dar, das wirklich nur zum Hören gedacht ist.

Viele der gezeigten Interfaces bieten sogar DSP-Effekte, was heißt, dass diese auf dem Interface selbst berechnet werden und damit auch faktisch latenzfrei auf euer Monitoring angewendet werden können. Etwas EQ, Kompressor und Hall auf die Stimme geben während der Aufnahme, damit der Sänger ein besseres Gefühl für sich und den Mix bekommt? Kein Problem! Manche Interfaces bieten mittlerweile solch ausgereifte DSP-Funktionen, dass man theoretisch eine komplette Mischung nur auf dem Interface realisieren könnte. In den meisten Fällen reicht es aber allemal, um jeden Eingang auf jeden Ausgang zu routen, sodass das Interface auch zum Repeater, Splitter und Merger wird.

Mitgelieferte Software und Treiber

Die Hersteller liefern mit ihren Interfaces teils recht umfangreichen Softwarepakete dazu, insbesondere diese, die auch eine eigene DAWs im Portfolio haben – wie beispielsweise Steinberg oder MOTU. Hinzukommen attraktive Cross- und Upgrade-Möglichkeiten, die teilweise richtig Euros sparen. Die mitgelieferten Versionen sind zwar oftmals nur tabgespecktn und kennen nur eine begrenzte Anzahl an Spuren, Effekten oder Instrumenten, für Übungszwecke reicht das aber allemal!

Class-Compliant, iOS und Co.

Es muss nicht das große Besteck sein, wenn man sich nur zu Übungszwecken oder zur  Kontrolle selbst aufnehmen will. Lösungen für iPhone oder iPad sind hierbei besonders interessant, weil das Softwareangebot gut und verhältnismäßig günstig ist. Es gibt auch spezielle Interfaces für iOS-Geräte, grundsätzlich verfügt aber jedes USB-Interface, das einen sogenannten Class-Compliant-Mode unterstützt und ein externes Netzteil kennt, über die Möglichkeit via Camera-Connection-Verbindung mit den transportablen Apple-Geräten aufzunehmen. Hierbei werden keinerlei Treiber-Installationen notwendig. Sollte ein Audiointerface dies unterstützen, schlagt ihr quasi zwei Fliegen mit einer Klappe. Bis auf MOTU Track16, das Apogee Groove und das AVID Pro Tools Duet sind alle hier vorgestellten Interfaces mit iOS-Geräten kompatibel. Weitere Infos zum Thema Musik machen mit iPad, iPhone und Co findet ihr auch in unserem Special: iOS-Apps und Hardware für Musiker.

And the winner is: RME, MOTU, UA und Apogee

Die wichtigsten und etabliertesten Hersteller dieses Preissegments heißen ganz klar RME und MOTU. Sie gehören nicht zur Rubrik Esoterik und Luxus, sondern sind absolut professionelle Firmen, die Standards gesetzt haben. Es sollte also nicht überraschen, dass vor allem von diesen zwei Herstellern viele Interfaces in meiner Liste an Empfehlungen vorzufinden sind. RME und MOTU sind sowohl mit Mac- als auch Windows-Maschinen kompatibel, Apogee hingegen meist nur mit Mac und bei Universal Audio (UA) muss man das sogar von Fall zu Fall prüfen. Letztere beiden sind mit Blick auf die geringeren Anschlüsse auch deutlich teurer, haben teilweise aber auch mehr Sex-Appeal und wurden mit dem ein oder anderen cleveren Extra garniert. Fakt ist auch: Für rund 500 Euro kriegt man schon in jedem Fall ein richtig gutes Interface, die Unterschiede sind gering und ihr könnt das Interface auch nicht mehr für schlechten Sound verantwortlich machen!

MOTU Ultralite AVB: Mein Allrounder-Tipp mit sehr vielen Anschlüssen

An der preislichen Obergrenze (730 Euro) befindet sich das MOTU Ultralite AVB. Es bietet reichlich Anschlussmöglichkeiten, wenn nicht sogar die meisten in unserer Übersicht. Die Preamps sind neutral und kräftig, die Wandler selbst klingen ebenfalls erstklassig. Die beiden Mic-Pres sind außerdem parallel zu den DIs nutzbar. 

Neben USB bietet das MOTU auch einen AVB-Anschluss, um das Interface erstens unkompliziert via Ethernet erweitern zu können sowie zweitens noch viel größere Setups aufzubauen. Es benötig außerdem keine Kabelpeitsche, hat reichlich Hardware-Bedienelemente am Start und bietet eine sehr ausgereifte DSP-Console mit Effekten. Die direkten Alternativen von RME heißen Fireface UC bzw. UCX, kosten allerdings deutlich mehr und sind deshalb auch nicht Bestandteil dieser Liste.

MOTU Ultralite AVB (Produktseite auf thomann.de)

MOTU Track 16: Mein Tipp Nummer 2

Ebenfalls interessant ist das MOTU Track 16. Es bietet zwei Preamps und kostet nach den letzten Preissenkungen mit 500 Euro deutlich weniger als das Ultralite. Es ist außerdem aufgrund des großen Encoders gefälliger für den Desktop-Betrieb, benötigt jedoch eine Kabelpeitsche, was ich persönlich nicht so schön finde. Es mag durchaus auch etwas kompakter sein, mit der Kabelpeitsche allerdings zusammen ist es auch nicht wirklich leichter als das Ultralite AVB. Wenn der Preis also keine Rolle spielt, würde ich das Ultralite AVB bevorzugen. An iOS-Geräten funktioniert es allerdings nicht.

MOTU Track 16 (Produktseite auf thomann.de)

Spezial-Tipp: UA Arrow mit UAD-2

Das UA Arrow ist ein Thunderbolt 3 Interface und bietet neben sehr guten Interface-Eigenschaften auch den Einstieg in den Universal Audio UAD-2-Kosmos, welcher spezielle Plugins bereit hält, die auch ohne Belastung des Host-Rechners geladen werden können. Mit nur einem DSP kommt man nicht allzu weit, aber für das hochwertige Tracking für bis zu zwei Mics mit den tollen Preamps reicht es allemal. Gerade wer viel mit Gitarren und Vocals arbeitet und das Unison-Feature nutzen möchte, wird seine Freude haben. Andere Hersteller bieten für den Preis teils deutlich mehr Anschlüsse, müssen aber auf die proprietären UAD-2-Effekte verzichten, denn die gibt es eben nur bei Universal Audio. Dank des Thunderbolt-3-Anschlusses kann man außerdem auf ein zusätzliches Netzteil verzichten, was der Reisetauglichkeit äußerst gut tut.

Universal Audio Arrow (Produktseite auf thomann.de)

Immer interessant: Apogee

Von Apogee gibt es auch einige interessante Interfaces: Zum einem wäre da das äußerst minimalistische Apogee Groove zu nennen, was nur einen Stereo-Ausgang inklusive Kopfhörerverstärker bietet. Es klingt verdammt gut, ist äußerst kompakt und braucht auch kein Netzteil. Der Nachteil: Es kann nicht aufnehmen, funktioniert nicht an iOS-Geräten, und mit EUR 324,- ist es definitiv auch nicht günstig. Trotzdem darf es nicht in dieser Liste fehlen.

Apogee Groove (Produktseite auf thomann.de)

Ein ebenfalls ein sehr interessantes, kompaktes Interface aus dem Hause Apogee ist das Duet 2 for iPad für gut 600 Euro. Es ist perfekt für den kleinen Arbeitsplatz, hat ein schickes Display und ergonomische Hardware-Bedienelemente. Es nutzt allerdings Kabelpeitschen – nicht, dass diese schlecht klingen würden, nur so ein dediziertes Zubehörteil ist halt gern mal liegen gelassen oder verloren. Ersatz ist dann auf die Schnelle meist nicht besorgbar. Reisende Musiker sollten das bedenken, im Heimstudio ist das allerdings durchaus zu vernachlässigen.

Apogee Duet (Produktseite auf thomann.de)

RME Babyface (Pro): Die stabilsten und schnellsten Treiber

Jetzt haben wir so oft über RME gesprochen, da muss natürlich auch etwas von diesem Hersteller in unserer Übersicht auftauchen. Leider ist RME nicht ganz so günstig, deswegen findet ihr hier auch nur die kompakten Interfaces der Babyface-Serie. Das Babyface Pro für 725 Euro ist der offizielle Nachfolger, teilweise findet ihr aber auch noch das etwas günstigere „alte“ Babyface. Die Wandler und Treiber sind erstklassig, allerdings muss man beim alten Babyface mit einer Kabelpeitsche vorliebnehmen. iOS-Betrieb ist bei Beiden möglich. Ebenfalls interessant von RME sind folgende Interfaces, die allerdings unseren Preisrahmen deutlich übersteigen: RME UC, UCX, Fireface 802, UFX sowie das Madiface und Madiface XT.

RME Babyface Pro (Produktseite auf thomann.de)

Focusrite: Viel Auswahl und gute Preise

Zum einen hätten wir da das USB-Audiointerface Scarlett 18i20, was gerade als "2nd Generation" generalüberholt wurde und mit einem Straßenpreis von rund EUR 500 reichlich I/Os und sogar acht Preamps bietet. 

Das Focusrite Clarett 8Pre ist ebenfalls ein verhältnismäßig günstiges Audiointerface, welches allerdings mit Thunderbolt-Anschluss ausgestattet ist. Bei einen Straßenpreis von rund EUR 700 ist es mit acht Preamps ebenfalls äußerst üppig ausgestattet und sogar eine Qualitätsklasse über dem Scarlett angesiedelt. Beide besitzten viele Hardware-Bedienelemente, sind ansonsten aber recht einfach gehalten, was kleine Bands und Projektstudio-Besitzer allerdings nicht weiter stören sollte. 

Wer nur zwei Preamps braucht und ein etwas kompakteres Interface sucht, ist hingegen mit dem Clarett 2Pre bestens beraten. Das gibt es schon für EUR 400.

Focusrite Clarett 8Pre (Produktseite auf thomann.de)

Focusrite Scarlett 18i20 2nd Gen (Produktseite auf thomann.de)

Focusrite Clarett 2Pre (Produktseite auf thomann.de)

Steinberg UR44: Eine äußerst günstige Alternative

Mit der UR-Reihe bietet Steinberg eine breit aufgestellte Produktpalette rund um das Thema Audio Interfaces. Das UR242 habe ich bereits in der Kaufberatung bis 250 Euro empfohlen, die etwas größere Variante davon heißt Steinberg UR44 und soll nun hier vorgestellt werden. Mit vier Preamps, vielen Hardware-Bedienelementen, DSP-Mixer und Support für iOS-Geräte ist man wirklich ziemlich flexibel aufgestellt. Und der Preis von 275 Euro spricht für sich.

Steinberg UR44 (Produktseite auf thomann.de)

Steinberg UR242 (Produktseite auf thomann.de)

SPL Crimson: Das etwas größere Desktop Gerät

Interessant ist auch der SPL Crimson, da er ein ziemlich gutes haptisches Konzept bietet. Mit mittlerweile 700 Euro ist er jedoch nicht ganz günstig. Dank seines großzügigen Layouts sind alle wichtigen Elemente im Hardware-Zugriff und damit sehr intuitiv bedienbar. Er ist außerdem Class Compliant und damit an iOS-Geräten verwendbar. Die Mic-Pres sind außerdem parallel zu den Instrumenten-Eingängen verwendbar.

SPL Crimson (Produktseite auf thomann.de)

iConnectivity iConnectAudio4+: Zwei Interfaces in einem

Das iConnectivity iConnectAudio4+ ist besonders, denn es kann mit zwei Rechnern oder iOS-Geräten gleichzeitig verbunden werden, was komplexe Setups ermöglicht. Hinzukommt ein sehr umfangreicher MIDI-Hub, der ebenfalls extrem umfangreiche MIDI-Szenarien darstellen kann. Es bietet vier Preamps, die sich auch mit Instrumenten verstehen. Gemessen an den vielen Funktionen ist dieses Interface mit einem Straßenpreis von 300 Euro auch recht günstig.

iConnectivity iConnectAudio4+ (Produktseite auf thomann.de)

Checkliste Audio-Interface kaufen

  • Benötige ich wirklich ein Thunderbolt-Interface oder reicht auch USB 2/3?
  • Muss das Interface mit Windows oder Linux arbeiten oder reicht Mac-only?
  • Brauch ich einen Class-Compliant Treiber für iOS-Geräte bzw. eine eventuelle Verwendung ohne Treiber-Installation? 
  • Wie viele Preamps werde ich nutzen müssen, ich um Mikrofone anschließen zu können?
  • Wie viele weiter Eingänge brauch ich?
  • Wie viele Speaker möchte ich anschließen, wie viele Ausgänge benötige ich?
  • Wie viele Monitor-Controller-Funktionen sind notwendig?
  • Benötige ich einen oder sogar zwei Kopfhörerausgänge?
  • Bin ich viel auf Reisen und benötige ich ein kompaktes Gerät, eventuell sogar ohne Netzteil?

Verwandte Artikel

User Kommentare