Gear_DJ-Controller Software iOS
Test
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24.04.2014

iMect DJ Player 7 Test

Professionelle 2/4-Deck für iOS-Geräte

And the touch goes on …

DJ-Apps für iOS-Geräte gibt es wahrscheinlich annähernd so viele wie Tower-Defence-Games. Die Software „DJ Player“ aus der Feder der kleinen Softwareschmiede iMect des ungarischen DJs und Programmierers Gabor Szanto kann sich in diesem Umfeld schon seit mehr als zwei Jahren erstaunlich gut behaupten.  

Zugegeben: Das ausgeklügelte In-App-Kaufsystem, das einen zunächst mit der kostenlosen Version anfixt und einen im Anschluss dazu verführen will, die Vollversion zu erwerben, dürfte daran nicht ganz unbeteiligt sein. Aber am Ende zählt ja die Frage, ob man für sein Geld auch einen brauchbaren Gegenwert erhält. Wenn das der Fall sein sollte, werden wir gewiss zufrieden sein. Ob das auch so ist, lest Ihr im Folgenden ...

Details

Konzept

iMects DJ Player ist eine professionelle 2/4-Deck DJ-Software für Apples iOS-Endgeräte ab Version 5.1. Neben einer vollständigen Ausstattung mit Effekten, Equalizer und erweiterten Abspielfunktionen wie Cue Points, Loops und Sync sticht DJ Player durch zwei weitere Extras hervor. Das ist zum einen die Möglichkeit, Timecode-Platten als Kontrollmedien zu nutzen (alle TC-Medien außer Traktor MK2). Zum anderen ist es die umfassende Unterstützung von externen MIDI-Controllern sowie die Option, eigene Mappings für diese zu erstellen. Die Software wurde nahezu im Alleingang vom ungarischen Programmierer und DJ Gabor Szanto entwickelt. Vor dem Hintergrund des kräftigen Ressourcen-Hungers, den vier Abspieleinheiten mit FX und der Controller- sowie Timecode-Support in der Regel haben, musste er so ziemlich das Letzte aus der Prozessorleistung der in iOS-Geräten verbauten ARM-Prozessoren herausholen. Kurzerhand hat der pfiffige Programmierer dabei direkt noch ein DSP-Framework erfunden, das auf den sinnfälligen Namen „Superpowered“ hört und mittlerweile nicht nur die hier getestete Software antreibt, sondern auch anderen Herstellern zur Verfügung steht, die ressourcenhungrige iPad-Apps realisieren wollen – Respekt!

Überblick

Nachdem ich die App auf die bekannte Art und Weise über den App-Store heruntergeladen habe, empfängt mich das Programmfenster mit einem aufgeräumt wirkenden und minimal gestalteten Screen: Die Bildschirmfläche teilen sich die beiden Decks brüderlich, wobei das linke blau, das rechte rot eingefärbt ist. Aktiviert man den Vier-Deck-Modus, erscheint Deck C in gelb, Deck D in türkis. Auf dem Display des iPads ist die Bedienoberfläche so großformatig angelegt, dass sie auch noch bei der Herunterskalierung auf das iPhone relativ gut funktioniert – auch und besonders natürlich, wenn man die Sache durch einen externen Controller „heckspoilert“. DJ Player beherrscht dabei die Einpassung ins Hoch- und Querformat. Welche Ansicht man bevorzugt, ist absolut Geschmackssache. Ich mag die vertikale Ausrichtung deshalb so gern, weil dann der EQ über dem Crossfader liegt und somit dem „klassischen“ Layout eines DJ-Mischers nahe kommt. Da die weitaus häufigere Anwendung bei vielen Nutzern wohl das Querformat sein wird, beziehe ich mich in meiner weiteren Erkundung auch darauf.

In der obersten Zeile residiert die Wellenformübersicht mit Umschalter für Mix/EQ- und vergrößerter FX-Ansicht. Direkt unter dem Umschalter folgt eine vertikale Wellenformdarstellung, wie man sie auch von Serato kennt und in der ich durch forsches Hineingrabschen direkt Scratchen und das Tempo „pitchbenden“ kann. Links bzw. rechts daneben finden sich von außen nach innen: der Pitchfader, drei Effekte, ein bipolares Filter (High-/Lowpass) und der Gain-Regler mit EQ-Potis (High, Mid, Low). Im Süden folgen dann der virtuelle Crossfader und ein „Shift“-Taster, der mit weitergehenden Funktionen ausgestattet ist, auf die ich noch im Praxisteil eingehen werde. Links und rechts sind vier kontextabhängige Taster platziert, denen im Normalbetrieb die Aufgaben „Loop-In/Out“ und „Cue/Play“ zukommen, bei gedrückter „Shift“-Taste „Cup/Reverse“ und der Einstieg in die Untermenüs „Cue Points“ und „Grid“. Die kostenlose Version macht sich durch ein sporadisch eingeblendetes gelbes Banner bemerkbar, das bei Erscheinen kurzzeitig die Lautstärke herunterregelt, so dass man absehbar wohl auf die Vollversion umsteigen wird. Diese schlägt mit absolut vertretbaren 8,99 Euro zu Buche.

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