Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
1
03.04.2020

Praxis

Für die Audiobeispiele nehme ich den Tube5 mit einem AKG 414 ab und verwende den Preamp einer RME Fireface UFX. Auf die Soundfiles lege ich einen Spur Reverb, da die Darstellung ohne Raumeindruck unrealistisch wäre. Am Anfang hört ihr eine Fender Stratocaster in der Steg- und Halsposition.
Der Grundsound ist sehr transparent und warm, wie man es von Röhrenamps gewohnt ist. Obwohl der Volume-Regler auf 11 steht und ich hier TexMex Singlecoils mit mittelhoher Ausgangsleistung benutze, bleibt der Sound schön clean. Der Celestion 8" Speaker klingt ganz naturgemäß etwas "quäkiger", als man es von einer 4x12" Box gewöhnt wäre, macht aber eine sehr gute Figur. Dem aufgenommenen Signal hört man die Größe deutlich weniger an, als dies im Raum der Fall ist. Der Ausgangspegel ist für die Größe des Amps überraschend hoch und wird für Proben in leiser bis gemäßigter Lautstärke locker ausreichen.

Volume Tone Watt
11:00 12:00 5

Nun wechsele ich in die Zwischenposition 2 und spiele ein funkiges Riff. Der Amp reagiert sehr knackig und liefert einen guten Attack.

Volume Tone Watt
11:00 13:00 5

Jenseits der 11-Uhr-Stellung fängt der Tube5 an, in eine leichte Zerre zu fahren.
Da der Amp erst relativ spät diesen Punkt erreicht, werden natürlich die Rocker zusätzliche Pedale zuhilfe nehmen müssen. Grundsätzliches macht es natürlich Sinn, bei einem Übeamp einigermaßen Headroom zu haben, denn man möchte sich natürlich die Option vorbehalten, auch in höheren Lautstärken clean proben zu können.
Ihr hört im Folgenden eine Telecaster.

Volume Tone Watt
13:00 11:00 5

Nun wechsle ich zu einer Ibanez 2619 Artist (Les Paul Typus) in der Halsposition. Warme Jazzsounds gehen ohne Probleme und das Herunterregeln des Tone-Potis am Tube5 ermöglicht auch dunklere Töne.

Volume Tone Watt
10:00 10:00 5

Bei maximaler Lautstärke komprimiert die Endstufe schon ordentlich und die Verzerrung nimmt zu. Auch wenn das jetzt kein britisches Rockbrett wird, gilt es zu bedenken, dass Rockklassiker wie z.B. Claptons Layla ebenfalls über einen Fender 5F1Champ mit einem 8" Speaker aufgenommen wurden. Insgesamt klingt der Zerrsound etwas fuzzig und erinnert an manch frühe Jimmy-Page-Sounds. Der klassische Rock-Rhythmussound wäre das für mich persönlich jetzt nicht, aber wir werden weiter unten noch auf den Pedalbetrieb eingehen.

Volume Tone Watt
Max 13:00 5

Der Tone-Regler arbeitet effektiv, und auch wenn hier keine starke Änderung des Grundklangs zu erwarten ist, kann man den Sound doch gut seinem Instrument und seinen Vorstellungen anpassen. Auch die Zerre tritt bei höheren Tone-Settings wesentlich stärker hervor. Hier hört ihr einen Sweep über den kompletten Regelweg.

Volume Tone Watt
11:00 Min - 9:00 - 12:00 -15:00 -Max 5

Wie oben erwähnt, wäre es natürlich wünschenswert, wenn ein solcher Amp gut mit Pedalen harmoniert, auf die man hier auch zurückgreifen muss, wenn man mehr Verzerrung möchte. Ich wähle einen Ibanez Tubescreamer, da dieser Sound sehr vertraut sein dürfte. Wie zu erwarten, kommt der Tube5 sehr gut mit dem Overdrive klar.

Volume Tone Watt
13:00 11:00 5

Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie der Tube5 in der Praxis klingen kann, wähle ich ein Setup, wie ich es auch live durchaus einsetzen würde und schalte einen Wampler Tumnus und einen TC Electronic Flashback Mini vor den Amp. Die hohe Pedalfreundlichkeit zeigt sich auch hier: Das Spielen macht richtig Freude und der Sound des Amps ist durchaus inspirierend.

Volume Tone Watt
11:00 11:00 1

Zum Abschluss hört ihr die Attenuator-Funktion. Lautstärkemäßig fährt der Amp im 1-Watt-Bereich etwas zurück, aber der Lautstärkeunterschied ist jetzt kein gigantischer Sprung. Wenn man die Ampzerre nutzen will, wird man auch so sicherlich noch die Grenzen der Zimmerlautstärke überschreiten. Klanglich ist die 1-Watt-Einstellung im Grundklang auch deutlich flacher als die höhere Position und zerrt interessanterweise auch weniger. Letzteres ist etwas ungewöhnlich und deutet auf keine echte Leistungsreduzierung, sondern möglicherweise eher auf eine Reduzierung der Ansteuerleistung hin.

Volume Tone Watt
11:00 12:00 5 - 1
2 / 3
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