Bass Hersteller_HarleyBenton
Test
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25.11.2021

Harley Benton Marquess-4 Black Stain Test

Viersaitiger E-Bass

Harley Benton haben es schon wieder getan!

Dass man bei Harley Benton erstaunlich solide Bässe zum Schnäppchenpreis bekommt, ist in der Bassistengemeinde längst kein Geheimnis mehr. Die Modellpolitik des Budget-Labels des Musikhauses Thomann war jedoch in der Vergangenheit zumeist eher "konservativ" ausgerichtet, denn man konzentrierte sich größtenteils auf die Interpretation der populären Klassiker. Die Bässe hingegen zeichnen sich durch ein komplett eigenständiges Design aus und sollen damit laut Werbung die "Königinnen und Könige der Bassgitarre ansprechen". Was immer damit auch gemeint ist - optisch wirken die Neuzugänge auf jeden Fall ohne Frage edel und extravagant! Harley Benton bietet den Marquess als Vier- und Fünfsaiter an, außerdem kann der geneigte Tieftöner aus den drei Farboptionen "Blue Stain", "Black Stain" und "Sunburst Stain" wählen. Wir haben uns für diesen Test einen viersaitigen Marquess in "Black Stain" geschnappt und sind gespannt, ob das neue Modell auch klanglich halten kann, was die Boutique-mäßige Optik verspricht.

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Details

Ein Koffer oder eine Gigbag gehören nicht zum Lieferumfang des Marquess-4 und müssen daher im Bedarfsfall separat erworben werden. Bei einem Preis von knapp 300,- Euro ist das jedoch auch kaum anders zu erwarten. Der Bass wird folglich im Pappkarton ausgeliefert, und als Zubehör gibt es zwei Inbusschlüssel zur Justierung der Halsneigung und der Saitenlage.

Das Korpusdesign des Marquess ist schon etwas gewagt und durchaus polarisierend: Die ausgeprägten, kantigen Korpushörner erinnern einerseits an einen Metal-Bass, durch das geflammte Top und die schicke Lackierung versprüht das Instrument aber auch ein gewisses Boutique-Fair und wirkt recht nobel. Eine Ähnlichkeit mit dem Consat von Marleaux ist in meinen Augen nicht von der Hand zu weisen. Wie auch immer, ich finde die Optik insgesamt durchaus gelungen und denke, dass der Bass sicher schnell Fans finden wird.

Unter der schicken Tapete des Marquess finden wir einen Korpus aus Sungkai-Holz, das aus Indonesien stammt und keiner Cities-Handelsbeschränkung unterliegt. Optisch gibt Sungkai allerdings nicht allzu viel her, weshalb man sich bei Harley Benton für ein attraktives Top aus geflammtem Ahorn entschieden hat. Die schöne Maserung scheint durch das transparente Finish und sorgt für eine dezente Noblesse, die in dieser Preisklasse nicht unbedingt an der Tagesordnung ist.

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Auf den Korpus wurde ein robuster Steg montiert, welcher Einstellmöglichkeiten für die Saitenlage und die Oktavreinheit bietet. Mit kleinen Inbusschrauben an den Seitenteilen der Bücke werden die Saiteneiter nach dem Setup schließlich arretiert.

Beim viersaitigen Marquess kommt ein klassisches P/J-Setup mit einem Split-Coil-Pickup in der Halsposition und einem Singlecoil in der Stegposition zum Einsatz. Die Tonabnehmer stammen von der Firma G&B, die den meisten Bassisten wahrscheinlich eher unbekannt sein dürfte. G&B stellt beispielsweise Pickups für PRS und Reverend-Basses her.

Auch die aktive Elektronik, die den Marquess mit einem Zweiband-Equalizer ausstattet, stammt von der Firma G&B. Am Bass wird der Sound mit je einem Volumen-Regler pro Pickup und den beiden EQ-Regler für Bässe und Höhen abgestimmt. Zum Betrieb der Elektronik wird eine 9-Volt-Batterie benötigt, die in einem Kunststoff-Klappfach auf der Rückseite des Basses sitzt. Eine Passiv-Option gibt es bei der G&B-Elektronik leider nicht - für den Notfall sollte man also immer eine Ersatzbatterie im Gigbag dabeihaben!

Die Halskonstruktion des Marquess ist relativ aufwändig und besteht aus drei Teilen Ahorn, die mithilfe zweier dünner Padauk-Streifen voneinander abgesetzt sind. Für das Griffbrett hat Harley Benton Amaranth gewählt, das mit seiner dunklen Färbung am ehesten an Ebenholz erinnert.

Im Griffbrett parken 24 Bünde im Jumbo-Format und Kunststoff-Dots zur Lagenorientierung. Die Saiten laufen über einen schwarzen Graphit-Sattel zu einer kompakten und leicht nach hinten abgewinkelten Kopfplatte, auf der vier gekapselte Stimmmechaniken in einer 2:2-Anordnung sitzen. An der Qualität der Mechaniken gibt es nichts zu meckern: Sie laufen leicht und halten die Stimmung stabil.

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Am Übergang zum Hals befindet sich außerdem der Zugang zum Halsspannstab. Die gesamte Halskonstruktion wurde schließlich mit insgesamt fünf Schrauben am Korpus befestigt und hält - nicht zuletzt dank einer exakten ausgeführten Ausfräsung am Korpus - wirklich bombenfest.

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