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Feature
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30.08.2021

Hans Zimmer: "Der Computer ist mein Musikinstrument"

Der deutsche Filmkomponist und Musikproduzent Hans Zimmer ist nicht zuletzt aufgrund der Soundtracks für Blockbuster wie "The Dark Knight Rises", "Interstellar" oder "Inception" weltbekannt geworden. In einem Interview mit "Mix With The Masters" erzählt er wie er Samples nutzt und diese ein Orchester ersetzen können. 

In dem achtminütigen Video-Interview mit Hans Zimmer wird schnell deutlich, wie vielfältig ein Computer mit seinen unzähligen Funktionen im Musikbereich sein kann. Laut Zimmer sollte man den Computer als Musikinstrument sehen, welches genauso viel Übung wie ein Piano braucht. Zimmer sieht in sich einen "definitiv besseren Programmierer als Musiker". Sein Instrument sei der "Computer". 

Zimmer erinnert sich an den Beginn der Sampling-Tage, in denen er von Anfang an dabei war. Angefangen mit 8-Bit-Samplern, folgten dann Modelle mit 16- und 24-bit. Er nutzte die Sampler dabei unter anderem deshalb, um weniger "beschissene Sounds" hören zu müssen: "1994 fing ich an, meine eigenen Samples zu machen, aber es ging nicht darum, die Musik besser klingen zu lassen oder es einfacher zu machen, den Job zu bekommen. Es ging nur um mich, weil ich nicht den ganzen Tag dasitzen und mir beschissene Sounds anhören wollte".

Mit Samples wurde das Orchester wieder beliebt

Anfang der 90er wurde Sampling oft als "Kopieren" angesehen und war vor allem bei klassischer Musik nicht gerne gesehen. Große Filmkomponisten leiteten ihre Orchester mit viel Stolz. Als dann Hans Zimmer in London zu seinen liebsten Musikern ging, machte er ihnen folgenden Vorschlag: Er sampelt das Orchester, im Gegenzug zeigt er es mehreren Filmregisseuren. Dadurch könne das Orchester an größerer Bedeutung gewinnen, was zu mehr Aufträgen führe.

Das Projekt mit den Samples erwies sich als goldrichtig. Mehrere große Komponisten wie Ramin Djawadi und John Powell nutzten die vielen Samples von Zimmer und konnten damit Regisseuren ihre Ideen leichter vermitteln. 

Der Computer muss gelernt sein

Später im Interview merkt man noch einmal wie wichtig das technische Equipment für Zimmer ist. Neben talentierten Musikern habe er nämlich immer auch talentierte Leute in der Technik gehabt, die bei der Umsetzung seiner Ideen mitgeholfen haben. Am Ende benötige man eine gute Mischung. Für einen neuen Soundtrack wird es schnell zur "Sampling Safari": Sounds in Musik-Bibliotheken werden durchforstet, eigene Samples zusätzlich aufgenommen. Letztlich gehe es aber nur darum, was man mit dem vielen Material mache. Wenn man seinen Computer versteht, kann man auch mit einer Musikbibliothek, die im ersten Moment wenig zu bieten hat, noch viel herausholen. 

Das Video ist nur ein Ausschnitt aus dem vollen Interview, welches kostenpflichtig auf der Webseite von "Mix With The Masters" verfügbar ist. 

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