Test
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11.01.2018

Praxis

Die leichte Aluminium-Konstruktion lässt sich „im Handumdrehen“ aufbauen, das ist hier wirklich wörtlich zu nehmen. Grad mal 5 Handgriffe inklusive Zwischenblech und etwa 15 Sekunden Zeit benötigt es, bis der Gravity LTS 01 B steht. Die Schnellspanner machen ihre Arbeit hervorragend und halten das Equipment auf Kurs. Zwei Handgriffe mehr und ein wenig Schrauben in Abhängigkeit von der Stärke der Tischplatte, dann sitzt auch die eingehängte Tischbefestigungsklammer fest am Fußsockel. Prima. Die Neigung vom Mittelträger und der Hauptablage bleibt natürlich auch bei festgeschraubter Tischklemme flexibel.

Die maximale Plattenstärke beträgt übrigens 55 mm mit Standfuß oder 60 mm ohne. Richtig gelesen: Sollte einen das Standfuß-Element stören, lässt sich dieses auch demontieren und der Ständer nur mittels Klammer (an meinem Tisch dafür etwas wackeliger) befestigen. Klar kann man den Standfuß auch in Z-Position anschrauben, was aufgrund der speziellen (patentierten) Mechanik, der einhergehenden eingeschränkten Neigung nach hinten und dem resultierenden Überhang vorn nicht zu empfehlen, aber wahrscheinlich auch nicht vorgesehen ist. Das nur am Rande. Den Schrauben am Standfuß muss man übrigens mit einem Torx-Schlüssel beikommen (nicht im Lieferumfang).

Das Material des Ständers ist ausreichend dick und er kommt aufgebaut auf eine Maximalhöhe von 27 cm, die maximale Belastbarkeit beträgt laut Datenblatt 8 kg. Der Testkandidat möchte sich für alle Formate von 12 bis 17 Zoll empfehlen (es gibt an diversen Stellen, wo Berührungspunkte entstehen, Gumminoppen) und sieht sich daher laut Hersteller auch in der Lage, Controller wie Launchpad, Maschine oder Ableton Push zu stemmen. In der Praxis ist hier ein Zusammenspiel aus Größe, Gewicht und Gewichtsverteilung ausschlaggebend, daher machen wir die Probe aufs Exempel.

Laptop, Push und Co

Ich habe hier gerade kein 12-Zoll-Notebook zur Hand, kann aber versichern, dass ein 13er- und 15er-Macbook sicher sitzt. Selbst ein 17-Zöller hat ausreichend Auflagefläche und festen Halt gegen Herunterrutschen, solange er nicht vorne so stark abgerundet ist, dass die Wölbung über die Haltestreben rutscht, so wie es beim 17er HP Pavillon-Laptop des Kollegen der Fall ist. In der Waage hält es zwar, sollte jedoch nicht zu stark angewinkelt werden.

Der halbwegs schwergewichtige Ableton Push findet gut Platz, es wackelt beim Triggern der Tasten aufgrund der Höhe indes ein wenig, aber auch nicht mehr als am benachbarten Crane-Stand. Je nach Größe und Verwendungszweck eines Pad-Controllers würde ich, besonders was Fingerdrumming und Cuepoint-Gewitter angeht, mitunter eine alternative Möglichkeiten in Betracht ziehen. Maschine und Co passen natürlich auch auf den Ständer.

Mein iPad Air liegt nur gerade eben noch am Rand der Gumminoppen auf – okay, Gravity Stands hat den Ständer für 12-Zoll konzipiert, das iPad Air misst gerade mal knapp 10 Zoll, aber zur Not geht’s auch. Der Ständer kann dabei lässig unter dem lokalen Vestax-PDX-Plattenspieler platziert werden, um zum Beispiel mit der Serato Remote App direkt am Turntable zu arbeiten.

Die Arbeitshöhe ist beim Gravity LTS 01 B, ähnlich wie bei vielen Crane und Magma Stands, aber anders als zum Beispiel bei diesem UDG-Ständer, nur über Neigungswinkel verstellbar. Man bräuchte also mitunter ein wenig Platz nach hinten raus und kann den Ständer nicht eng und bündig an der Rückseite eines Gerätes platzieren, wenn man die Höhe der Ablage auf diese Weise verringern möchte.

Zusatzablage

Ein besonderes Lob verdient auch die flexibel anzubringende Zwischenablage, die sich am Mittelträger an diversen Ausbohrungen einhaken lässt und somit Raum nach oben oder unten hat, ganz wie es grad erforderlich ist. Und das ohne viel Schrauberei und Heckmeck – sehr gut. Das Blech weist eine Gesamttiefe von knapp 15 cm aus, das könnte im Einzelfall etwas kurz sein. Manches Audiointerface kann mit eingestöpselten Kabeln unter Umständen nicht oder zumindest nicht mittig aufgelegt werden, da Strippen an der Mittelträgerseite vorbeizuführen sind. Für andere hingegen passt es dann wieder.

An dieser Stelle lohnt es sich vielleicht noch darauf hinzuweisen, dass man im Adam-Hall Web-Store alle möglichen Ersatzteile bekommt. Das Extrablech aber leider nicht, obwohl sich so vielleicht auch noch eine weitere Instanz andocken ließe. Schade auch, dass man die Sache nicht gleich so „rund gemacht“ hat, dass man das Blech auch an der Rückseite einhaken kann. Dafür ist allerdings die Führungsausfräsung am Ständer geringfügig zu knapp bemessen. Hier ist in meinen Augen noch Optimierungspotenzial.

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