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17.09.2021

Fuzz und "Stutter" eingebaut: Fender Adrian Younge Custom-Built Jazz Bass

Ein irres Highlight aus dem Fender Custom Shop!

Dieser Bass kommt mit eingebautem Fuzz und pulsierendem "Stutter"-Effekt!

Im Fender Custom Shop im sonnigen Kalifornien arbeiten bekanntlich einige der besten Gitarren- und Bassbauer des Planeten. Glücklich kann sich schätzen, wer von einem oder mehreren Künstlern aus diesem erlesenen Team ein eigenes Instrument an den Leib geschneidert bekommt. Dem umtriebigen Multiinstrumentalisten Adrian Younge wurde dieses Glück zuteil: er bekam mit dem "Adrian Younge Custom-Built Jazz Bass" ein Instrument mit eingebautem Fuzz, "Stutter"-Effekt, welches ab dem neunten Bund als Fretless ausgelegt ist.

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Adrian Younge ist hierzulande eher Insidern der New-Soul-Szene ein Begriff - in den USA rangiert er schon seit Jahren unter den großen Namen des Business. Als studierter Jurist arbeitete Younge ins einem "ersten Leben" als Anwalt und beriet unter anderem MTV in rechtlichen Fragen.

Doch der Anwaltsberuf stellte sich für Younge dauerhaft als nicht erfüllend genug heraus: Seit den 1990er-Jahren verdient der stets ausgesprochen gut gekleidete Funker seine Brötchen als Komponist, Arrangeur und Produzent und bringt ab dem Jahr 2000 in ehrfurchtgebietender Frequenz auch eigene Singles und Alben heraus. Bei seinen Komposutionen huldigt er vor allem dem Soul der 60er- und 70er-Jahre; Stars wie Curtis Mayfield oder Marvin Gaye zählt er zu seinen wichtigsten Einflüssen.

Pumpig-groovende Soul-Bassgrooves sind ein Markenzeichen der Kompositionen von Adrian Younge - und hier darf es gerne auch einmal etwas Anderes sein als "bassistische Hausmannskost", denn der Multiinstrumentalist liebt ausgefallene Klänge! In einigen Singles von Curtis Mayfield etwa beeindruckte Younge immer ein mithilfe eines Fuzz-Effekts verzerrter Bass.

Als der Kontakt zu Vincent Van Trigt vom Fender Custom Shop zustande kam, ersann man daher einen Bass, der ganz und gar nicht sein sollte wie alle anderen! Der "Adrian Younge Custom-Built Jazz Bass" beruht eigentlich nur bzgl. seiner Korpus- und Headstockform sowie der Halsmaße auf einem Jazz Bass. Das Instrument verfügt über einen Split-Coil-Pickup (assoziiert man ja gemeinhin eher mit dem Precision Bass) und einen fetten Humbucker in der Halsposition, wie man ihn von Gibson oder Fenders Telecaster-Bässen aus den Seventies kennt.

Eine weitere Besonderheit ist das Griffbrett, welches nur bis zum neunten Bund über Bundstäbchen verfügt. Danach gibt es nur noch Fretlines zur Orientierung. Der bundlose Teil des Griffbretts wurde erhöht, um eine super bequeme Saitenlage zu garantieren, sodass der Umstieg vom bunderten auf den bundlosen Teil des Fretboards fast gar nicht auffällt.

Als besonderen Clou hat der Adrian Younge Jazz Bass einen eingebauten Fuzz-Effekt an Bord (ähnlich wie Music Mans neuer Dark-Ray-Bass, bei dem die Company mit dem finnischen Hersteller Darkglass kooperierte), und zusätzlich gibt es ein Poti, mit dem eine Art pulsierender "Stutter"-Effekt aktiviert werden kann. Die Geschwindigkeit dieses Pulses ist durch Drehen des Reglers einstellbar - absolut irre!

>>>Auch interessant: So unterschiedlich klingen Precision Bass und Jazz Bass im Bandmix!<<<

Nun kann man sich natürlich über Sinn und Unsinn dieser Features streiten. Die meisten Bassisten werden sie ohne Frage nicht benötigen. Für Individualisten wie Adrian Younge dürften sie jedoch so etwas wie das "Sahnehäubchen" ihres Signature-Bass sein. Und darüber hinaus zeigt dieses Modell (das unseres Wissens bislang nur ein Einzelstück ist, also nicht im Handel erhältlich ist!) den Erfindungsreichtum und Innovationsgeist des Teams des Fender Custom Shop.

Alle Einzelheiten und ein paar originale Statements aller Beteiligten dieses coolen Projektes seht ihr im hier verlinkten Video. Wir sind gespannt auf die nächsten Releases von Herrn Young, auf denen wir diesen einmaligen Bass hoffentlich hören werden!

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