Test
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17.08.2017

Expressive E Touché Test

Multidimensionaler Controller

Drei auf einen Touch

Mit dem Touché hat die noch junge französische Firma Expressive E ein ausgefallenes Controller-Konzept entwickelt, das optisch sofort ins Auge sticht und mit einer Oberfläche aus Holz versehen ist. Der Controller besteht aus einer Holzplatte, die vorne und hinten auf Druck reagiert, sich aber auch nach links und rechts bewegen lässt und so insgesamt vier verschiedene Parameter kontrollieren kann. Bewegungen nach links und rechts lassen sich dabei nicht gemeinsam betätigen, nach vorne und hinten aber schon.

Ist der Touché also der Controller, der endlich Pitchwheel, Modwheel und Aftertouch in einem einzigen Gerät zusammenfasst? In einem Gerät zumal, dass nicht nur das Auge anspricht und sich gut anfühlt, sondern auch zu expressivem Spiel inspiriert und nicht zuletzt dem zuschauenden Publikum vermittelt, was da auf der Bühne passiert? Bonedo hat es ausprobiert.

Details

Äußeres

Der Touché ist ansprechend verpackt und mit nützlichem Zubehör ausgestattet: Dazu gehören ein stoffummanteltes USB-Kabel, ein kleines USB-Verlängerungskabel, ein Kabel zur Vermeidung von Erdschleifen und zwei MIDI-Peitschen. Das ist alles sehr praktisch und nützlich, da hat der Hersteller mitgedacht.

Der Controller selbst ist ein kleines Schmuckstück. Der Fuß aus schwarzem, handschmeichelndem Gummi steht solide und wirkt durch die diskret leuchtenden LEDs und die geschwungenen Formen sehr schick. Die eigentliche Oberfläche ist aus Holz, ganz leicht strukturiert und einfach etwas, was man gerne berührt. Diese Oberfläche fängt schon bei ganz leichter Berührung an sich zu bewegen, aber nie so, dass man das Gefühl hat, es wäre wacklig. Wie schnell Touché reagiert, lässt sich übrigens einstellen, in dem man einfach die Holzoberfläche abnimmt und einen Regler darunter justiert. Das funktioniert ganz leicht, denn die Holzoberfläche wird lediglich durch einen starken Magneten in ihrer Position gehalten. Man muss also nichts aufschrauben, aufhebeln oder ähnliches. Alles in allem ist der Touché dabei etwa so groß wie ein Fußpedal und damit wohl zu groß für die meisten Keyboardoberflächen.

Der Touché verfügt über folgende Anschlüsse: einen USB-Anschluss zur Programmierung und für die MIDI-Übertragung über USB, vier CV-Ausgänge im 3,5-mm-Klinkenformat sowie zwei Eingänge für MIDI In und Out. Da 5-polige DIN Anschlüsse zu groß für das Gehäuse gewesen wären, liegen zwei kleine Adapter dabei, an denen man diese dann anschließen kann, also so ähnlich wie beim CME Xkey oder den aktuellen Korg Electribes.

Auf der Oberfläche befinden sich neben dem eigentlichen Controller zusätzlich noch zwei Taster und ein Rad zum Auswählen von Presets. Das Rad erscheint ein bisschen wackelig, aber weil damit lediglich Presets ausgewählt werden, ist das nicht so tragisch.

Zusammen mit dem Controller wird auch die dazugehörige Treiber- und Editorsoftware namens Lié geliefert. Hier bemerkt man zum ersten Mal eine gewisse Ähnlichkeit mit den Produkten von Roli: Die Software hat einen klangvollen Namen, ist optisch sehr schick gestaltet und in schwarz gehalten. Das Design scheint hier eine hohe Priorität zu haben. Darauf kommen wir aber später noch zu sprechen.

Den Touché selbst kann man sich als eine "Holzplatte" vorstellen, die auf Federn aufgesetzt liegt. Das bedeutet, dass man die Platte zum einen nach unten drücken kann und sie danach selbst wieder in die Waagerechte zurück kommt. Man kann sie aber auch nach links und rechts in der Horizontalen verschieben, wobei sie auch hier nach dem Loslassen wieder in ihre Ausgangslage zurückkehrt. Die Bewegung von oben nach unten erfordert dabei mehr Druck und die Platte springt danach auch resolut wieder in ihre Ausgangslage zurück. Bei der Bewegung nach links und nach rechts kann man einstellen, wie schnell sie wieder zur Ruhe kommt. So lässt sich zum Beispiel erreichen, dass die Platte, wie aus Gummi, eine kleine Weile hin und her schwingt und dann erst wieder zur Ruhe kommt.

Bis zu drei Parameter sind somit gleichzeitig erreichbar: Man kann die Platte zum Beispiel nach links bewegen, dann auf der hinteren Seite anfangen, herunter zu drücken und dann langsam nach vorne gleiten. Dabei kann man auswählen, ob man hinten wieder loslässt oder nur ein wenig, oder ob man vielleicht doch nur den vorderen Parameter aktiviert, während man sie langsam von links nach rechts bewegt. Geht man von den typischen Spielhilfen eines Synthesizers aus, so kann der Touché also drei Controller ersetzen: das Pitch Wheel mit der Links-rechts-Bewegung, das Mod Wheel und den Aftertouch durch die Abwärtsbewegung vorne und hinten. Und das alles, das sei schon vorweg genommen, auf eine Art, die ein sehr musikalisches Spielgefühl vermittelt.

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