Hersteller_Evans
Test
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12.09.2016

Praxis

Bei älteren Trommeln kann es Probleme mit der Spannreifen Passform geben

Zum Praxistest benutze ich meine 22“x16“ Ludwig 6-ply Maple/Poplar Classic Bassdrum aus den 80er Jahren und stelle zunächst fest, dass die Felle zwar problemlos auf den Kessel passen, aber etwas zu groß für den alten Ludwig Holzspannreifen sind, so dass ich diesen unter nicht unbeträchtlicher Spannung über den Fellkragen ziehen muss. Das vorher montierte Konkurrenzprodukt aus dem Hause Remo verhielt sich hier deutlich toleranter. Bei einem zum Vergleich herangezogenen Reifen eines neueren Gretsch Catalina Club Sets passt das EMAD Fell problemlos unter den Reifen, da dieser offenbar etwas größer ausfällt. 

Direkt vor dem 6 Zoll kleinen Loch des einlagigen, mit einem kleinen Tuch gedämpften Resonanzfells ist ein Beyerdynamic TG D70d Mikrofon platziert, zusätzlich im Inneren des Kessels, etwa zehn Zentimeter vom Schlagfell entfernt, ein Sennheiser MD421, um genügend Attacksound einzufangen. Der Schlägel der Fußmaschine ist mit einer Filzfläche bestückt. Im folgenden Video hört und seht ihr nacheinander alle fünf Felle, jeweils ausgestattet mit dem kleineren der beiden Dämpfungsringe. Die EQ Patches habe ich für den Test nicht montiert, um das Fellsignal möglichst originalgetreu einzufangen.

Tolle Mischung aus Bauch und Punch bei den einlagigen Fellen

Los geht‘s mit der Basisversion des EMAD-Familie, dem klaren einschichtigen Fell. Ihr hört das Bassdrum-Signal zunächst solo mit den verschiedenen Dämpfungsgraden und anschließend innerhalb des Drumsets.

Das klare Fell entwickelt mit dem schmalen Dämpfungsring ein ausgeprägtes Bassfundament mit einem präzise definierten, aber nicht zu hellen Anschlagsound. Es wird sehr deutlich, was gemeint ist, wenn man die EMAD Felle als „Pre-EQ‘d“ bezeichnet: Das, was der Sound Engineer mit seinen Reglern bei der Bassdrum im allgemeinen tut, nämlich die unteren Mitten etwas herauszunehmen, um mehr Klarheit im Gesamtsound zu erzielen, kann er sich hier sparen, da der Klang des Fells bereits von vorne herein in diese Richtung tendiert. Der musikalische Einsatzbereich umfasst eine breite Palette von Pop über Funk bis hin zu härteren Spielarten des Rock. Durch das Entfernen des Dämpfungsringes klingt die Trommel etwas ungezähmter, aber dennoch nicht unkontrolliert. Bevorzugt man einen noch etwas trockeneren Sound, empfiehlt sich der Einsatz des breiten Dämpfungsringes. 

Aufgrund der identischen Konstruktion des weißen und schwarzen EMAD Fells fasse ich meine Klangeindrücke hier auch zusammen. Im Vergleich zur klaren Variante ertönt der Anschlagsound, auch Attack genannt, hier aufgrund der auf dem Fell aufgetragenen Beschichtung etwas dunkler und ist daher stärker in den Gesamtklang des Drumsets eingebettet. Man könnte auch von einer „wärmeren“ Klangcharakteristik sprechen, die das ideale Einsatzgebiet stärker in Richtung Blues, Soul oder Retro Rock verlagert.

Die doppellagigen Versionen verstärken zusätzlich den Attack

Durch die größere schwingende Masse der doppellagigen Felle erfordern diese eine kräftigere Spielweise und eignen sich dadurch vor allem – aber nicht nur – für Heavy Drummer. Im Vergleich zum regulären EMAD klingt der Attack bei der EMAD2 Version knochiger und aggressiver, während die Unterschiede im Bassbereich eher marginal ausfallen. Durch das relativ kompakte Sustain werden auch Double Bass Drummer ihre Freude an diesem Fell haben.

Noch einen Schritt weiter geht das EMAD Heavyweight Fell, bei dem dank der größeren Folienstärke der Attack noch stärker betont wird als beim EMAD2. Ich spreche hier nicht von klanglichen Welten, aber der Unterschied ist hörbar. Auch im Sustain kommt diese Version noch einmal etwas straffer daher. Bei diesem Fell kann man schon sehr kräftig zu Werke gehen, schließlich hat es die doppelte Stärke des EMAD Clear und nimmt dadurch in Sachen Haltbarkeit klar die Spitzenposition innerhalb der Testgruppe ein.

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