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4 Tipps zum Thema Bassdrum-Felle

Schlagzeug spielen ohne guten Bassdrum-Sound macht nur halb so viel Spaß, denn die „Große Trommel“ markiert nicht nur den Taktbeginn, sie legt bekanntlich auch das klangliche Fundament eurer Band. In Musikrichtungen wie Latin oder Jazz besitzt sie zwar eine weniger prominente Rolle als in Backbeat-Musik wie beispielsweise Rock, Metal, HipHop oder Funk, ein guter Sound ist hier allerdings mindestens ebenso wichtig. Neben der Spielweise und den Dimensionen der Fußpauke ist die richtige Auswahl des Bassdrum-Fells der Schlüssel zu einem passenden Klang.

Das Schöne am Experimentieren mit Bassdrum-Fellen ist die Tatsache, dass unterschiedliche Modelle sehr deutliche Klangunterschiede erzeugen. Wer beispielsweise Rockmusik auf einer günstigen Bassdrum mit qualitativ mäßigen Fellen gespielt hat, wird beim Wechsel auf ein hochwertiges, vorgedämpftes Fell erstaunt sein über den Schub, welcher aus dem eben noch matt klingenden Instrument kommt. Und wo eben noch ein undefiniertes „Boooom“ ein unbefriedigendes Spielgefühl erzeugt hat, sorgt das Resonanzfell mit Loch auf einmal für begeisterte Gesichter. 

Inhalte

  1. Tipp 1: Felle für alle Fälle: Modelle mit Dämpfungsring funktionieren (fast) immer
  2. Tipp 2: Klein, aber O: Löcher im Resonanzfell erleichtern nicht nur die Soundkontrolle
  3. Tipp 3: Mehr Ton, mehr „Boom“, mehr Bonham
  4. Tipp 4: Spezialfelle können helfen, euren Sound zu definieren
  5. Fazit

Tipp 1:  Felle für alle Fälle: Modelle mit Dämpfungsring funktionieren (fast) immer

Wenn es so etwas wie einen Geheimtipp für einen unproblematischen, fetten und kontrollierten Sound der Kickdrum gibt, dann sind es Bassdrum-Felle mit eingearbeitetem Dämpfungsring. In praktisch allen Stilen, die einen klaren, definierten Klang der Bassdrum benötigen, braucht es eine Begrenzung der entstehenden Obertöne, denn sonst nimmt die Trommel klanglich zu viel Raum ein und wird gleichzeitig schwerer spielbar, weil das Fell zu lange ausschwingt. Im Jazz ist diese Tom-artige Tonalität gewollt, Backbeat-Spieler brauchen jedoch eher ein kurzes, definiertes Geräusch. Das bedeutet übrigens nicht, dass Modelle wie das Remo Powerstroke 3, das Evans Emad oder das Aquarian Superkick nicht auch für Swing geeignet sind. Sie stellen aber einfach die beste Basis für rockig-kontrollierte Sounds dar.

Wie ihr die Felle stimmt und was ihr „dahinter schaltet“, hängt von eurem Geschmack, eurem Musikstil und dem Raum ab, in dem euer Set steht. Eine extrem tiefe Stimmung addiert Kick und Subbass, zusätzliche Dämpfung im Inneren der Trommel reduziert den Ausklang auf ein Minimum und vereinfacht die Bedienung des Pedals insbesondere beim Spiel mit angehobener Ferse. Ein gelochtes Resonanzfell begünstigt die Kontrollierbarkeit nochmals, weil die Luft schneller entweichen kann und damit das Sustain sowie das physikalische Nachschwingen der Felle reduziert wird.

Tipp 2: Klein, aber O: Löcher im Resonanzfell erleichtern nicht nur die Soundkontrolle 

Wo wir gerade bei Resonanzfellen und Luftlöchern sind: Gelochte „Resos“ sind die perfekte Ergänzung zu vorgedämpften Schlagfellen, was auch ein Grund dafür ist, dass man kaum Drumsets ohne diese Modifikation sieht. Um den Drummern die Wahl zu lassen, werden die meisten neuen Schlagzeuge aber ohne Loch im Resonanzfell geliefert, hier müsst ihr also selbst Hand anlegen und mit einem Zirkel oder einem extra dafür konstruierten Tool wie dem Resofell-Cutter zu Werke gehen. Ein Tipp: Überlegt euch vorher genau, wo das Loch gesetzt werden soll. Ein großes Loch in der Mitte sorgt für eine sehr schnelle Ableitung der Luft und ein entsprechend kurzes Bassdrum-Sustain. Je weiter ihr das Zentrum des Fells verlasst, desto mehr „Boom“ bleibt erhalten. Eine Bassdrum mit kleinem Vier-Zoll-Loch am Rand wird also deutlich mehr Bauch haben als eine mit großem Mittelloch.

Auch eine eventuelle Mikrofonierung solltet ihr beachten. Setzt ihr die Öffnung ganz nach unten auf die Sechs-Uhr-Position, ist es schwierig, ein Mikrofon im Inneren der Trommel zu platzieren. Besser sind also die Drei- oder die Neun-Uhr-Position. Um ein Ausreißen der Lochränder zu verhindern, ist eine Verstärkung wie der Remo Dynamo Ring empfehlenswert, damit seid ihr allerdings auf einen 5,5-Zoll-Radius festgelegt. Eine weitere Alternative sind stabile Kunststoffringe namens Bassdrum O, hierbei ist allerdings die teils deutliche Veränderung des Ausschwingverhaltens der Bassdrum zu beachten. Übrigens bieten die Hersteller auch bereits gelochte Resonanzfelle an. Beliebt sind Aquarian Regulator Modelle, aber auch in der Emad-Reihe von Evans gibt es entsprechende Modelle. 

Fotostrecke: 4 Bilder Weit verbreitet sind die auf der Außenseite vorgedämpften Emad Felle von Evans.
Fotostrecke

Tipp 3: Mehr Ton, mehr „Boom“, mehr Bonham

Eben ging es um den modernen, kontrollierten und in allen Bereichen „pflegeleichten“ Bassdrumsound. Viele Drummer besinnen sich allerdings zunehmend auf die klassischen, großen und natürlichen Klänge wie zum Beispiel jenen, der vom legendären Led Zeppelin Drummer John Bonham berühmt gemacht wurde. Anspieltipp: „When the levee breaks“. Bonham benutzte meistens flache 26 Zoll Bassdrums mit sehr hoch gestimmten, reso-seitig geschlossenen Fellen. In Kombination mit seiner kraftvollen Spielweise, bei welcher er den Beater nach dem Anschlag aus dem Fell nahm, ergab sich der krachend-knochige Bassdrumsound, der immer noch stilprägend ist. Hierbei gilt, dass ein großer Raum dem Originalklang natürlich zuträglicher ist als eine kleine Dachkammer oder der enge Probekeller. Trotzdem lohnt es sich, die Bassdrum auch mal offener zu spielen, denn eure Bassdrum bietet jede Menge Potenzial, wenn ihr ein bisschen Dämpfung weglasst.

Fellseitig können euch folgenden Zutaten helfen: Einlagige Modelle auf beiden Seiten, ohne Dämpfungsringe und – zunächst – ohne Luftlöcher. Remo Ambassador, Evans G1 oder Aquarian Classic Clear/Texture Coated wären passende Kandidaten. Als Beater-Material empfehlen sich eigentliche alle Sorten – Filz oder weichere Köpfe sorgen allerdings für den klassischen, runden Ton.   

Tipp 4: Spezialfelle können helfen, euren Sound zu definieren

Jenseits der oft verkauften Klassiker bieten die Hersteller natürlich auch für Bassdrums Felle an, die klanglich spezialisierter sind und sich daher empfehlen, wenn eine bestimmte Soundvorstellung noch klarer herausgearbeitet werden soll. Wer beispielsweise zu jazzigen, offenen Klängen neigt und den leicht belegten Sound von Naturfellen mag, wird bei Remo Fiberskyn, Aquarian Modern Vintage oder Evans ’56 Calftones Modellen fündig. Steht stattdessen ein extrem kontrollierter, klickig-subbassiger Metalsound auf der Wunschliste, bieten sich doppellagige, vorgedämpfte Bassdrum-Felle wie das Aquarian Performance II Clear Dot, das Evans Emad Heavyweight oder das Remo Powerstroke Pro an. Aufgeklebte Attack-Verstärker wie die Bassdrum Pads von Danmar oder Falam Slams von Remo addieren nicht nur einen klareren und lauteren Attacksound, sie erhöhen gleichzeitig die Haltbarkeit eurer Bassdrum-Felle. 

Fazit

Genau wie bei Snaredrums und Toms gibt es auch für Bassdrums die beliebten und unproblematischen Standardprodukte, wenn es um vielseitig verwendbare Sounds geht. Wer nicht großartig experimentieren möchte und trotzdem einen professionellen Rocksound sucht, ist bei vorgedämpften Bassdrum-Fellen an der richtigen Adresse, welche neben einem satt-kontrollierten Sound zudem mit leichter Spielbarkeit und gutmütigem Stimmverhalten punkten.

Etwas mehr Beschäftigung erfordert bei Bassdrums der Umgang mit einlagigen, nicht vorgedämpften Fellen, dafür gibt es dann aber auch das volle Klangpotenzial der Kessel und einen individuelleren Sound. Ob es zu Bonham reicht, hängt allerdings auch von eurer Bassdrum-Größe, der Spielweise und dem Raum ab. Last but not least bieten die vielen Spezialfelle weitere Sound-Optionen, sowohl im Bereich offen-tonaler Jazz- als auch brachial-“klickiger“ Metal-Klangvorstellungen. Wie immer gilt beim Auschecken: Der Weg ist das Ziel!

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von Max Gebhardt

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