Eurorack-Systeme
Test
3
23.10.2018

Praxis

Handhabung & Klang

Meiner Meinung nach sollte dieses System eher ‚Drum System‘ heißen anstatt ‚Techno System‘, denn damit kann man alle möglichen Musikrichtungen realisieren, die in erster Linie auf Beats basieren. Drones, Experimentelles und Melodisches kann es zwar auch, aber eher beschränkt, denn dafür ist es auch nicht gedacht. Das Techno System ist aber auch kein herkömmliches modulares System, denn Module wie Sample & Hold oder Logik gibt es hier nicht.

Trotzdem ist die getroffene Auswahl hervorragend gelungen und man kann damit tatsächlich ganze Tracks in kürzester Zeit produzieren, improvisieren und darbieten. Wir sind von Erica Synths bereits einen hohen Qualitätsstandard gewohnt, aber die hier enthaltenen Drum-Module klingen fantastisch und sind dabei intuitiv, schnell und einfach zu bedienen. Wo mich bei manch anderen Komplettsystemen noch gestört hat, dass nie Platz für weitere Module gelassen wurde, so vermisse ich beim Techno System absolut nichts. Es ist ein solides, abgeschlossenes System und deswegen sehe ich es auch eher als eine modulare Drum-Maschine.

Der Drum Sequencer hat bei unserem Test nicht ganz so gut abgeschnitten, erhielt aber seitdem vier Firmware-Updates und läuft jetzt um so einiges flüssiger. Melodien für die Bassline sind viel einfacher zu programmieren, sodass man das nun auch locker während des Live-Spielens machen kann. Die Idee den Sequenzer auf die Drum Module zu normalisieren ist einfach großartig, denn die Kabel stecken sowieso immer am gleichen Platz. Hier muss man sich in erster Linie nur um die Audio-Verbindungen und Modulationen zu kümmern und hat dabei weniger Kabel im Weg beim Spielen. Dass hier dann auch gleich die entsprechenden Drum-Module im Bildschirm des Sequenzers angezeigt werden, macht das Ganze noch intuitiver.

Audiobeispiele zu Erica Synths Techno System

Ausstattung

Das Techno System bietet mit seinen zwei Reihen a 104TE eine angenehme Größe und offeriert dabei viele Funktionen, ohne ungemütlich zu werden. Hier ist nichts zu klein oder zu eng. Patchen während des Spielens ist also kein Problem und alle Potis haben genügen Abstand zueinander, sodass man im Eifer des Gefechts auch richtig zupacken kann. Und das kann man, denn alles ist sehr gut und stabil verarbeitet. Das Case ist aus Metall gefertigt und dass hier keine Scharniere für den Deckel verwendet werden ist auch sehr praktisch und bequem. Auch das externe Netzteil ist relativ klein ausgeführt, sodass es sich kaum bemerkbar macht.

Es wird alles mitgeliefert was man zum Loslegen benötigt, samt ausreichender Menge an Patchkabeln und gedruckter Anleitung. Auch hat es Patch-Beispiele und ein paar Seiten, in die man sich Old-School-mäßig seine eigenen Patches reinzeichnen kann.

Leider ist die Sample Drum noch nicht im System enthalten, aber auch ohne das Modul ist diese Zusammenstellung schon sehr umfangreich. Das Sample Drum-Modul soll aber noch in diesem Jahr kommen und ich bin mir sicher, dass es sich auf dem gleichen hohen Niveau wie alle anderen Module aus dem Techno System befindet. Das Link Modul bietet viele Optionen, da man fünf frei wählbare Ausgänge zur Verfügung hat. Es ist also nicht so schlimm, dass kein Kopfhörer Ausgang vorhanden ist, denn das Techno System ist anscheinend dafür konzipiert an einen Desktop Mixer für Live-Auftritte angeschlossen zu werden. In diesem Sinne ist es ein bisschen Schade, dass die fünf Ausgänge nicht symmetrisch ausgeführt sind.

Es sind gleich drei verschiedene Mischer Module verbaut, was zeigt, dass hier beim Design auch wirklich Leute ihre Finger mit im Spiel hatten, die selber oft Live spielen. Auch wenn ich bei einzelnen Modulen hier und da etwas bemängelt habe, so arbeiten sie doch im Verbund wirklich hervorragend zusammen. Es ist einfach ein Vergnügen mit dem Techno System zu spielen.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare