Keyboards Reverb
Test
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18.12.2018

Electro Harmonix Cathedral Test

Reverb-Pedal

Neue Klang(t)räume für den Synthesizer

Mit dem „Cathedral“ erweitert Electro Harmonix deren Angebot an Reverb-Pedalen, welches mit der etablierten „Holy Grail“-Serie bereits ein traditionsreiches Fundament bietet. Auf dieser Basis wurde der „Cathedral“-Reverb entwickelt, welcher insgesamt acht verschiedene Hall-Maschinen in einem Gerät vereint. In Abgrenzung zu den vielen Konkurrenten im Reverb-Bereich sind auch Delays mit an Bord, mit denen sich die Reverbs feedbacken lassen.

Kommt das dem Klang und der Performance des „Cathedral“ entgegen? Und wie verhält sich der Reverb bei Keyboard-Sounds? Wir haben das Gerät für euch getestet. 

Details

Äußeres

Noch nie wurde ich bei einem EHX-Pedal von dessen Verarbeitung enttäuscht. Das soll sich auch beim Cathedral nicht ändern. Ein solides Aluminium-Gehäuse trifft auf die altbewährten EHX-Potis. Da wackelt nichts, sondern sagt nur: ‚Nimm mich mit auf die Bühne‘. Das möchte ich hören von einem Bodentreter. Ein schlichtes Design kann man der Front-Platte nicht unterstellen, die bunt-blau und mit einem großen „Cathedral“-Schriftzug daherkommt. Das alles erschwert jedoch kaum Übersicht und Workflow. Auf dem Pedalboard lässt sich die Stompbox unbeschwert unterbringen, da sie im Pedalboard-Format bleibt und in etwa den Platz zweier Einzelpedale einnimmt.

Aufbau und Bedienoberfläche

Auf undurchsichtige Sub-Menüs, durch die man sich durch ein Mini-Display kämpfen muss, wurde glücklicherweise verzichtet. What you see, is what you get! Das Grundprinzip des Pedals ist schnell erklärt und entsprechend intuitiv zugänglich: Via Encoder lässt sich einer der acht Reverb-Algorithmen anwählen, deren Aktivität via Status-LED indiziert wird. Drückt man den Encoder-Poti, morpht die Modus-Anzeige in die Anwahl der Presets. Davon sind insgesamt acht speicherbar. Zwei Fußschalter kümmern sich um Bypass und Tap Tempo/Infinite. Moment ... Tap Tempo bei einem Reverb? Richtig. Der Cathedral besticht durch die Delay-Algorithmen, die in ihm verwoben sind. Unter anderem gibt es einen „Echo“-Modus, in dem Teile der insgesamt fünf Potis für klassische Reverb-Parameter in Delay-Einstellungen morphen. So wird beispielsweise der Pre- Delay im Echo-Modus zur Delay-Time. 

Der „Feedback“-Poti werkelt nicht nur im Delay, sondern ermöglicht auch eine Art Feedback/Selbstoszillation für die Reverb-Modi. In manchen der Algorithmen werden auch Delay und Reverb miteinander kombiniert. Jedoch sind neben diesen unkonventionellen Klängen auch ganz klassische Reverb-Sounds wie etwa Spring, Hall oder Room möglich. Ein sanfter, idealerweise zuschaltbarer Chorus/Modulations-Reverb ist bei zeitgenössischen Hall-Pedalen fast schon ein Standard, den der Cathedral leider nicht erfüllen kann. Mit dem „Grail Flerb“ aus der Holy Grail-Serie wurde lediglich ein Preset-Algorithmus mit von Grund auf sehr starker Modulation in den Cathedral eingepflegt. Ebenfalls vermisse ich Anschlüsse für Expression-Pedale oder MIDI. Die Stompbox ist hier ziemlich auf sich allein gestellt. Dass es an Anschlüssen lediglich die Stereo In/Out-Buchsen und den Netzteil-Anschluss gibt, kann dem Cathedral aber auch zugutekommen. Qualität statt Quantität? Hören wir mal rein.

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