Test
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14.03.2016

DJ-Tech TRX Thud Rumble Test

Zweikanal DJ-Mixer

Der beste Scratch-Mixer?

Mit dem TRX bringt DJ-Tech einen Battle-Mixer auf den Markt, der vor allem Turntablism- und Scratch-DJs fokussiert. Damit der Plan aufgeht, wurden DMC-Ikone Qbert und sein Thud Rumble rekrutiert. Sie gaben in puncto Design und Features die Marschrichtung vor, um den ihres Erachtens nach besten DJ-Mixer zu bauen. Ein hoch gestecktes Ziel? Auf welche Tugenden sich der TRX im Speziellen beruft, erfahrt ihr im Bonedo-Test.

Details

DJ-Plattenspieler erkämpfen sich momentan ihren Platz in den DJ-Kanzeln zurück. Eine Tatsache, die Equipment-Schmieden wie Pioneer, Reloop, Allen&Heath und auch DJ-Tech motiviert, den von Scratch-DJs und Turntablisten bevorzugten Zweikanal-Mixer nicht aus dem Portfolio verschwinden zu lassen. Was man sich letztlich aus dem Angebotstopf angelt, ist eine Frage der Ausstattungsmerkmale und des persönlichen Geschmacks. Diesen scheinen Qbert und Thud Rumble zu kennen und schmiedeten eine Battle-Waffe, deren ergonomische Oberfläche und komplette innoFader-Ausstattung bei den DJs voll ins Schwarze treffen könnte. Klein, praktisch, gut?

Dies könnte ich fast schon nach dem Auspacken des Pults unterschreiben. Das Metall-Chassis misst 250 Millimeter in der Breite, 353 Millimeter in der Höhe und 103 Millimeter in der Tiefe und passt sich dem DJ-Setup wie aus einem Guss an. Das äußerst robuste Gehäuse des 4,5 Kilogramm schweren Mixers setzt sich aus einem Top-Plate und einem Korpus zusammen. Auf eine für Battle-Mixer typische Double-Panel-Bauweise, um schnell an verschlissene Fader zu gelangen und diese auszutauschen, verzichtet DJ-Tech. Die Oberfläche besticht durch mattes, kratzfestes Metall, bei der lediglich Fettfinger, aber kaum Scratch-Sessions ihre Spuren hinterlassen dürften. Sollten während der Performance die Fadercaps das Zeitliche segnen: DJ-Tech legt einen komplettes Set an Ersatzkappen bei. Außerdem gehören eine englischsprachigen, äußerst knapp gefassten Anleitung und ein Stromkabel zum Lieferumfang.

Bedienoberfläche

Die von Thud Rumble designte Optik hüllt sich komplett in Schwarz, alternativ ist ein weißes Modell verfügbar. Lediglich die weißen Beschriftungen der Features und das Thud Rumble Symbol durchbrechen den puristischen Look. Die sehr griffigen, gummierten Knobs besitzen eine weiße Markierung, um die derzeitige Einstellung optisch zu dokumentieren. Derartiges hätte ich mir auch für die komplett schwarzen Fadercaps gewünscht, die auf der Gehäuseoberfläche irgendwie untergehen. Auch die schwarzen Taster tarnen sich – besonders im dunklen Club – leider etwas zu gut und bestätigen zudem nur mechanisch und nicht durch beispielsweise eine LED ihren aktuellen Status. Mit einem alternativen Satz farblich hervorstechender Caps fixt man zumindest das Fader-Problem. Aber bei den Tastern hilft wohl nur ein Stagelight oder eine generell gute Ausleuchtung seitens des Lichtjockeys.

Die Mischeinheit strukturiert Thud Rumble klassisch. Drei 50 Millimeter lange mini innoFader rahmen ein sechsgliedriges, ampelfarbiges LED-Level-Meter ein. Dieses visualisiert je nach Tasterstellung entweder den Stereo-Master oder die beiden Cue-Signale. Darüber reihen sich weitere sechs Taster an, mit denen ich auf Druck die Richtung sämtlicher Fader und der Low- und Highpass-Filter, gesteuert via 25-Millimeter Schieberegler, umkehre. Natürlich sind pro Channel auch ein Dreiband-EQ und ein Gain-Regler an Bord.

Ebenso erwähnenswert: Fader regulieren die Balance (Pan) der Kanäle. Dazwischen kümmert sich ein weiterer Flachbahnregler um stufenloses Kopfhörer-Cueing zwischen den Kanälen. Für die Lautstärke ist hier ein 50-Millimeter-Fader zuständig. Alternativ höre ich das Mastersignal auf dem Kopfhörer ab. Über eine Headphone-Split-Funktion verfügt der TRX leider nicht.

Wer denkt, dieser Battle-Mixer schießt seine Signale nur aus zwei Kanälen, der irrt. Links oben befindet sich ein weiterer 50-Millimeter-Fader, der ein Line-Signal zuspielt. Darunter schließt sich noch das Poti für das Mikrofon an, das entsprechend dem eingestellten Line-Micro-Switch am Backpanel ein weiteres Aux-Signal erlaubt. Für beide gibt es allerdings keine klanglichen Einstellungsoptionen.

Front- und Backpanel

Frontseitig zeigen sich drei Fader für die stufenlose Kurveneinstellung der beiden Channels und des Crossfaders. Obendrein wird dort der Kopfhörer per Klinkenstecker (3,5/6,3 Millimeter) angedockt. Hinten ist für Line- oder Phono-Quellen (per Schalter wählbar) pro Kanal ein Cinch-Buchsen-Paar reserviert. Zudem bietet der Mixer die Möglichkeit, ein DVS direkt einzuschleifen, indem an die Cinch-Buchsen der Anschlüsse DVS-Send und -Return die Ein- und Ausgänge des jeweiligen DVS-Interface angeschlossen werden. Die Cinch-Kabel der Turntables steckt man herkömmlich an die Phono-Inputs samt Masseschraube des Mixers. Bei der DVS-Stellung des Channel-Switch höre ich das digitale Signal. Auf Phono kann ich analoge Vinyl-Platten auflegen und zwar ohne zusätzliches Umschalten in den Thru-Modus der jeweiligen DVS-Software.

Weitere Inputs stehen dem Mikrofon/Line-Kanal als kombinierte XLR-Klinkenbuchse und dem Aux-In als Cinch bereit. Der TRX schickt sein Ausgangssignal via Cinch an einen Aux-Out oder zwei Direct-Outs. Letztere erlauben es, den Mixer direkt an einen Live-Mixer oder Recorder anzuschließen. Für die Beschallung in der DJ-Kanzel sorgt ein an zwei 6,3 Millimeter Klinkenbuchsen angeschlossener Monitor, stufenlos vom Mixer über einen Booth-Knob geregelt. Als Masterausgang, dessen Lautstärke ich über einen 50 Millimeter Fader auf der Bedienoberfläche einstelle, stehen zwei XLR-Buchsen bereit.

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