Bass Workshop_Folge
Workshop
7
19.06.2017

Die besten Bass Riffs in Tabs und Noten - Queen: „Another One Bites The Dust“

Legendäre Bass Hit-Riffs zum Nachspielen

Die berühmtesten Bass Riffs in Noten und Tabs

An diesem Song kommt wohl kein Bassist vorbei! Egal, welchem Genre man ansonsten verfallen ist - diese kernige Basslinie reißt einfach jeden mit. Die Rede ist von "Another One Bites The Dust" von Queen aus dem Jahre 1980. Die grundsätzliche Songidee sowie die Basslinie stammen von John Deacon, dem Bassisten der Band. Inspiriert von der Chic-Nummer "Good Times", entwickelte er eine rockige und auf das Wesentliche reduzierte Basslinie mit funkiger Attitüde, die sich gnadenlos in die Gehörgänge bohrt.

Das Stück mit seinem unverkennbaren Bassriff wurde zu Recht für die Grammy Awards 1981 in der Kategorie "Best Rock Performance" nominiert. Weitere Auszeichnungen waren der "Juno Award For International Single Of The Year" und der "American Music Award - favorite Pop/Rock Single". Konsequenter in seiner Schlichtheit lässt sich ein Bassriff wohl kaum komponieren - daher lohnt es sich, mal tiefer in die Materie einzusteigen!

Im Prinzip besteht der Song nur einem einzigen Teil, der sich stetig wiederholt. Für ein besseres Verständnis lässt sich dieser aber durchaus in drei Einzelteile aufgliedern.

Hauptriff

Zuerst bespreche ich das magische E-Moll-Grundriff. Hier haben wir es mit einem Zweitakter zu tun, bei dem die Downbeats so richtig schön "draufgenagelt" werden. Die recht einfache Rhythmik wird gegen Ende des ersten Taktes aber mit einer funkigen 16tel-Figur durchbrochen. Dafür reicht schon der letzte 16tel-Offbeat der vierten Zählzeit ("4 und e") des ersten Taktes, gefolgt von zwei knackigen Achteln auf den Zählzeiten "1" und "1 und" und einer 16tel-Klischeefigur mit Achtel und zwei 16teln im zweiten Takt auf der zweiten Zählzeit.

Die Pausen reißen es mal wieder raus, denn sie schaffen die nötige Spannung im Riff! Den berühmten Auftakt, die beiden 16tel auf der "4" und der "4 und", spielt John tatsächlich gar nicht so oft im Song - dazu aber gegen Ende des Workshops mehr.

Bitte achtet auch darauf, die Downbeats schön kurz zu spielen - diese wichtige Phrasierung ist auch der Grund für meine Notation mit Achtelnoten! Als Tonmaterial dient die altbewährte Mollpentatonik, konkret: der Grundton, die kleine Terz und die Quarte der Skala. Wer tiefer in das Thema Pentatonik einsteigen möchte, dem empfehle ich, sich meine Workshops zu diesem Thema hier auf bonedo einmal anzusehen!

So sieht das Grundriff in Noten und Tabulatur aus:

Bridge

Der zweite Teil, den ich Bridge nennen möchte, beginnt mit dem Harmoniewechsel im Vers. Er wechselt nach C und G - interessant dabei ist jedoch, dass der Bass nicht direkt das G spielt, sondern zuerst die Quinte (D) des Akkordes, um erst danach auf dem Akkordgrundton zu landen.

Eine bluesige Färbung mit der "Blue Note" (der b5 der Bluestonleiter) kommt noch hinzu, da der Übergang vom C zum D chromatisch über das Cis bzw. Des läuft. Darauf folgt schließlich eine Mollkadenz mit IVm - V - Im, also Am - B - Em.

Um mehr Spannung zu erzeugen, spielt Deacon auch das B chromatisch von unten an. Die Rhythmik ist nicht ganz ohne, daher empfehle ich, hier sehr langsam einzusteigen. Die beiden 16tel-Offbeats der Zählzeit "2" wollen rhythmisch tight gespielt werden, und der nachfolgende 16tel-Lauf sollte auch motorisch gut sitzen!

Refrain

Als Refrain möchte ich den Teil nach der Bridge bezeichnen. Dieser baut sich aus dem Grundriff und einem kurzen Harmoniewechsel auf: F#m - B - Am - F#m - G. Auch hier stechen rhythmisch wieder die funky 16tel-Offbeats ins Auge, diesmal in der zweiten Zählzeit und wieder ganz clever mit einem Chromatic Approach (diesmal von oben) nach unten zum Ton A gespielt. Die Chords sind jedoch nicht wirklich als Akkorde wahrnehmbar, da es sich um einen Unisono-Lauf bzw. Powerchords handelt.

Das Ding mit dem Auftakt ...

Nun zu der Frage, die bei diesem Song meistens kommt: "Wann wird der Auftakt zum Basic-Riff gespielt - und wann nicht?" Tatsächlich lässt sich hier kein klares Schema erkennen. Ich denke, John Deacon hat es einfach so gespielt, wie er es just im Moment empfunden hat. Das macht die Sache für uns natürlich nicht einfacher. Auffällig ist nur, dass der Auftakt weiter hinten im Song etwas häufiger gespielt wird. Um Klarheit zu schaffen, habe ich mir die Mühe gemacht und hier für euch den kompletten Song aufgeschrieben, um auch wirklich jeden dieser Auftakte einfangen zu können.

Sound und Equipment

Der Basssound sollte knochentrocken mit gutem Mittenpunch und ordentlich Kompression eingestellt werden. Dafür booste ich den Tiefmittenbereich bei 100 Hz ein wenig und senke die Mitten bei den "knorzigen" 500 Hz. Auch bei 1kHz bringe ich einen leichten Cut in den Klang.

John Deacons bevorzugte Bassmodelle waren der Fender Precision und der Music Man Stingray. Um möglichst nahe an den Originalsound heranzukommen, habe ich für meine Hörbeispiele zu einem Music Man Sabre Bass aus meinem Bassfundus gegriffen.

Ich hoffe, ihr habt mit diesem grandiosen Stück Bassgeschichte ebenso viel Spaß wie ich!

Bis zum nächsten Mal, euer SAMY

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