Test
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09.07.2010

Praxis

Und wie klingt er denn nun, der Mopho? Super! Fett, wie es sich für einen echt-analogen Synth gehört. Doch nicht nur das. Er kann auch sehr böse und experimentell klingen. Aber fangen wir vorne an.

 

So klingt die pure Sägezahnwelle des Mopho.

Und so die Rechteckwelle

Lassen wir nun das 24dB Filter von der Filterhüllkurve gesteuert langsam zugehen.


Nun dasselbe mit Resonanz:

Fahren wir zum einfachen Sägezahn des Osc1 jetzt den Suboszillator dazu.


Bei Oszillator 2 ist der Suboszillator 2 Oktaven tiefer.

Und nun beide Oszillatoren mit ihren jeweiligen Suboszillatoren zusammen, etwas gegeneinander verstimmt.

Mithilfe  der Feedbackfunktion lässt sich das Signal andicken. Hier nun Osc1 alleine mit Feedback, das langsam dazukommt.


Der Gain des Feedbacks lässt sich anheben, was zu bösartigen Verzerrungen führen kann.


Und nun alle Oszillatoren inkl. Subs und Feedback. Wem das jetzt noch nicht fett genug ist, der sollte sich besser ein All-You-Can-Eat-Super-Size Menu beim Mäckes holen.

Aber der Mopho zeichnet sich ja nicht nur durch seinen hohen"Fett-Anteil" aus, sondern auch durch seine ausgefuchsten Modulationsmöglichkeiten. Jede Source (Velocity, Aftertouch, LFO, Sequenzer etc.) kann mit jeder Destination (z.B. Pitch, Noise Level, Cutoff, Pulse Width) verknüpft werden, was der Phantasie des Programmierers kaum Grenzen setzt. Lassen wir doch mal eine 16taktige Sequenz die Filterfrequenz steuern.

Hier ein paar Werkssounds, die mit speziellen Modulationsverknüpfungen arbeiten.

Noch mehr Beispiele für Klang und Möglichkeiten finden sich in Ruben Schefflers "bonedo-Test des Desktop Mophos", dessen Lektüre ich an dieser Stelle empfehlen möchte.

Der Mopho macht sowohl beim Spielen als auch beim Schrauben Spaß und lässt sich mit den vielen Potis und Buttons flüssig bedienen. Trotz der vielen Features kommen so auch Synthesizeranfänger schnell zu brauchbaren Ergebnissen.

Konkurrenzvergleich: Analog oder digital?

Ein kleiner Exkurs: Wie klingt der voll analoge Mopho denn nun eigentlich im Vergleich zur digitalen Konkurrenz? Braucht man wirklich immer echt analog, oder tun es die Digitalen auch? Statt Philosophie hierzu einfach mal ein paar praktische Wellenformen und Filtereinstellungen des Mophos im Vergleich zu einem Access Virus TI, Waldorf Blofeld und Korg Radias. Und um diesen Vergleich spannender zu machen, hören wir erstmal „anonym“, die Auflösung gibt es am Schluss!

Audiobeispiel 1: pure Sägezahnwelle

Audiobeispiel 2: pure Rechteckwelle

Audiobeispiel 3: 24 dB Filter

Audiobeispiel 4: 24dB Filter mit Resonanz

Audiobeispiel 5: Synth Bass

So, und welcher Synth ist nun der Mopho???

Hier die Auflösung:

Synth 1: Blofeld

Synth 2: Mopho

Synth 3: Virus TI

Synth 4: Radias

Es kommt also auch auf den Soundschrauber an, wie ein Synth klingt... wer nur Presets einsetzt, nutzt das Potential seines Instrumentes nicht aus. Eins sollte also klar sein: Mit den richtigen Einstellungen kann mancher digitale ganz schön analog klingen!

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