Test
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09.05.2018

Praxis

Connected

Das Meiste, was jetzt folgt, gilt sowohl für den Core Scratch als auch den Core Club. Unterschiede in der Ausstattung haben wir bei den Details ja schon soweit festgehalten. Beide Pulte lassen sich schnell und problemlos anschließen, was aufgrund der fehlenden Phono-Anschlüsse fast selbstredend ist, denn Plattenspieler mit einem Mischer zu verbinden ist ja schon wegen der notwendigen Erdung meist eine fummelige Arbeit. Das fällt hier weg, wer bevorzugt mit Bluetooth arbeitet, kann sogar auf zumindest ein Kabel komplett verzichten. Die Verbindung gestaltet sich einfach, im Prinzip betätigt man nur den kleinen weißen Button und nimmt dann am entsprechenden Gerät (in diesem Fall ein iPhone) die notwendige Einstellung vor, schon steht die Connection. Im Test hat das wunderbar funktioniert, wie üblich sollten die verbundenen Devices nicht zu weit (im Test war nach circa drei Metern Schluss) voneinander entfernt sein, sonst kommt es zu einem Abbruch des Soundstroms.

Sound

Klanglich gibt es grundsätzlich nicht viel zu meckern bei den beiden Mischpulten von DAP. Sie rauschen nicht, irgendwelche störenden Geräusche haben sich auch nicht bemerkbar gemacht. Der Mikrofoneingang liefert ein zufriedenstellendes Ergebnis, schön dass hier auch eine Klangregelung integriert ist. Bei dem Core Club kann sogar ein Talkover aktiviert werden, dabei wird die Musik manuell ausreichend und zügig herunter geregelt. Wer bei der DJ-Arbeit häufig moderieren und quatschen muss, sollte sich über diese Übersprechfunktion freuen. Die Equalizer erledigen ihre Arbeit ordentlich, klingen aber nicht besonders aufgeregt. Das ist bei Mixern in dieser Preisklasse aber sicherlich nicht zu erwarten und deshalb auch kein Punkt, der für große Aufruhr sorgt. Schade, dass sich der Core Scratch nur mit zwei Frequenzbändern begnügen muss, da punktet im Vergleich dann der Core Club, welcher auch die Mitten bei 1 kHz bearbeitet. Der Kopfhörersound ist bei beiden Modellen ausreichend laut und bietet auch klanglich keinen Grund zur Klage.

Feeling und Verarbeitung

Damit der Preis niedrig gehaltenen werden kann, mussten bei der Verarbeitung ein Paar Abstriche gemacht werden. Das macht sich optisch gar nicht so sehr bemerkbar, vielmehr leidet die Haptik darunter beziehungsweise der Eindruck, den man beim Spielen mit den Pulten bekommt. Die Cue-Buttons zum Beispiel rasten komisch ein, mit einem hörbaren Geräusch, welches nicht gerade sehr viel Vertrauen in die Langlebigkeit weckt. Die Potis sind zum Teil recht unterschiedlich im Widerstand beim Herumschrauben, während die Kanalfader alle gleich schwergängig sind, Betonung liegt hier wirklich auf schwer. Das ist für meinen Geschmack „too much“. Die Crossfader dagegen sind leichtfüßig und lassen sich ganz gut bedienen. Dass die Kurven dafür in drei Stufen zur Auswahl stehen ist löblich, aber warum muss die Belegung des Crossfaders bei dem Core Club so starr festgelegt sein? Da wurde bestimmt auf eine Kostenbremse getreten, anders ist das nicht zu erklären. Wobei die Frage erlaubt sei, ob Käufer dieses Modells überhaupt Gebrauch vom Crossfader machen. Der Master-Ausgang hätte bei beiden Mischern in XLR sein dürfen, dafür wäre ich dann sogar beim Mikrofoneingang mit einer einfachen Klinke zufrieden gewesen – soll aber nicht so sein.

Jetzt wurde ein bisschen gemeckert, wollen wir die Perspektive mal wieder gerade rücken: Der Core Scratch und der Core Club von DAP-Audio sind nicht für den Einsatz im rauen Club-Alltag gedacht. Sie glänzen an den Orten, wo Lebensdauer, Verlässlichkeit und Klang nicht die alles entscheidenden Kriterien sind und wo der Preis bei der Anschaffung durchaus eine gewisse Rolle spielt. Und dafür sind sie angemessen ausgerüstet. Zeit für unser Fazit.

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