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Test
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15.10.2020

Cort Persona 5 Lavender Phase Test

Fünfsaitiger E-Bass

Fast ein Edelbass?

Leichte Bässe mit einer komfortablen Korpusform liegen bei Bassisten nach wie vor hoch im Kurs und viele Hersteller kommen diesem Trend mit entsprechenden Modellen nach. Kein Wunder also, dass auch Cort Guitars aus Südkorea das Portfolio im Jahr 2020 mit einem kompakten, ergonomischen Modell erweitert haben, für das die Entwickler ein komplett neues Korpus- und Kopfplatten-Design ersonnen haben.
Der Neuzugang hört auf dem Namen "Persona" und ist bisher lediglich als Longscale-Fünfsaiter erhältlich. Interessenten können aber immerhin zwischen den beiden Design-Varianten "Lavender Phase" und "Blue Resin Burl" wählen. In unserem Testlabor ist der Cort Persona 5 Lavender Phase frisch eingetroffen und ich bin sehr gespannt, wie sich der edel anmutende Bass von den sehr beliebten Modellen aus der erfolgreichen Cort-Artisan-Serie unterscheidet.

Details

Ein gewisses Boutique-Bass-Flair kann man dem Persona 5 nicht absprechen. Mich erinnert die neue Designsprache ehrlich gesagt ein wenig an die Bässe aus der deutschen Edelbassschmiede Ritter. Mit seinen lang geschwungenen Korpushörnern und der verschlankten Kopfplatte ähnelt der Persona 5 in meinen Augen ein wenig dem grazilen Ritter Cora. Aber wie auch immer, mir gefällt diese Formgebung sehr, denn der Bass fühlt sich durch den relativ kleinen Korpus sowie die stark abgerundeten Kanten ausgesprochen kompakt an. 

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Vor- und Nachteile von Vier- und Fünfsaitern

Kein allzu großer Fan bin ich zugegebenermaßen von der heftig gemaserten bläulich eingefärbten Vogelaugen-Pappeldecke meines Testkandidaten – die Kombination wirkt in natura auf mich persönlich etwas „überladen“. Aber wir sehen die Dinge ja zum Glück alle anders und ich bin mir sicher, das Cort mit dem Design den Geschmack vieler Tieftöner zielsicher trifft. Der Korpus des Persona besteht übrigens aus Erle – diese Holzart hat sich im Instrumentenbau jahrzehntelang bewährt und steht für einen ausgewogenen und warmen Ton. 

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Für den aufgeschraubten Hals des neuen Modells verwendet Cort gleich drei verschiedene Holzarten: Drei breite, dunkelbraune Profile aus geröstetem Ahorn wurden zur zusätzlichen Verstärkung mit zwei schmaleren Panga-Panga-Streifen verleimt, auf der stabilen Konstruktion sitzt schließlich ein Griffbrett aus Macassar-Ebenholz. 24 Bünde im Jumbo-Format und runde Lagenmarkierungen, die versetzt im Zwischenraum der beiden tiefsten Saiten sitzen, machen den aufwändig konstruierten Hals des Persona komplett.

Kommen wir zur Hardware-Ausstattung des in Indonesien gefertigten Cort-Fünfsaiters: Auf der neu designten Kopfplatte, die mit einem Aufleimer im Stil des Tops (lavendelfarbenes Pappelwurzelholz) versehen wurde, finden wir fünf Licensed Ultra Lite Tuner aus dem Hause Hipshot, bei der Brücke setzt Cort auf ein Modell aus eigener Entwicklung (EB-12).

Über die Qualität der ausgesprochen Hipshot-Mechaniken müssen wir nicht sprechen, die Teile werden aufgrund ihrer zuverlässigen und präzisen Funktionsweise heutzutage auf unzähligen Bassmodellen verbaut und haben sich längst bewährt. Die Brücke von Cort wirkt nicht minder hochwertig und bietet eine Einhängemöglichkeit der Saiten von oben – das lästige Einfädeln beim Saitenwechsel fällt also weg!  

Damit wären wir schon bei den Tonabnehmern sowie der Elektronikausstattung des Cort Persona 5. Beides wird vom amerikanischen Traditionshersteller Bartolini geliefert. Alte Bekannte sind die Bartolini MK1-Tonabnehmer, die auf vielen Modellen aus der Cort Artisan-Serie und auch auf zahlreichen Bässen von Ibanez oder Lakland zu finden sind.

Die Tonabnehmer schicken ihr Signal zum Bartolini Harness Preamp (HR-5.4 AP), der einen Dreiband-Equailzer mit schaltbarer Mittenfrequenz (mit wahlweise 250/500/800 Hz) bietet. Beim HR-5.4 AP kommt das beliebte NTMB-F Modul von Bartolini zum Einsatz. Ich würde diese Elektronik durchaus als Upgrade zu dem ansonsten oftmals bei Bässen dieser Preisklasse verbauten MK1-Elektronik werten.

Geregelt wird am Bass mit einem Lautstärkeregler, einem Balanceregler und natürlich den drei EQ-Potis für Bässe, Mitten und Höhen. Die Elektronik wird von einer normalen 9-Volt-Batterie gespeist, die in einem separaten Fach auf der Rückseite des Basses sitzt. Der Persona 5 kann aber lobenswerterweise auch rein passiv gespielt werden. Hierfür muss nur der Lautstärkeregler, der über eine Push/Pull-Funktion verfügt, herausgezogen werden.

Das Schlusswort im Details-Kapitel zur Verarbeitungsqualität kann ich sehr kurz machen, denn der Bass bietet schlicht keinerlei Anlass zur Beanstandung. Der Hals sitzt super stramm in der Ausfräsung, das Finish ist ohne einen einzigen Fehler, und selbst an der Bundierung sind keine Schlampereien auszumachen – so muss das sein!

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