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Test
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15.08.2014

Casio Privia PX-A800 Test

Digitalpiano

Jubiläums-Klavier für Individualisten

Beim Anblick des Casio Privia PX-A800 Digitalpianos könnte man glatt meinen, man sei im Showroom eines Herstellers von Landhausmöbeln gelandet. Aber keine Angst, ihr seid noch bei bonedo! Das Piano mit der extravaganten Farbe ist ein Jubiläumsmodell zum zehnten Geburtstag der Privia-Reihe und mit einem Preis von knapp 1.050 Euro eines der teuersten Instrumente in diesem Testmarathon. Unter der Haube steckt im Wesentlichen die gleiche Technik wie in den anderen aktuellen Privia- und Celviano-Modellen, aber es gibt auch ein paar Neuigkeiten.

Details

Gehäuse

Das Casio Privia PX-A800 ist bislang nur in braun erhältlich. Und dabei handelt es sich nicht etwa um den klassischen, dezenten Rosenholz-Farbton, den einige andere Hersteller im Programm haben, sondern um ein Finish in heller Holzoptik. So gekleidet fällt das Instrument sofort auf und passt sicherlich nicht zu jeder Einrichtung. Wer jedoch einen Hingucker und Farbtupfer im Wohnzimmer möchte, könnte Gefallen am PX-A800 finden, das wir im Verlauf des Testmarathons liebevoll „Country Piano“ nannten. Ein modisches Statement ist die Farbe auf jeden Fall.

Das PX-A800 ist als Standmodell in Klavieroptik konzipiert und wiegt etwa 35 kg. Im Vergleich zu anderen Modellen mit dieser Bauform ist es etwas weniger tief, was Platz im Wohnzimmer spart. Das Gehäuse besteht wie bei den meisten Digitalpianos in dieser Preisklasse aus furnierter Spanplatte. Das macht das Instrument leichter, aber im Falle des PX-A800 fühlt sich die Beschichtung leider etwas künstlich an.

Der Tastaturdeckel ist als Schiebemechanismus ausgeführt und verschwindet im offenen Zustand im Inneren des Pianos. In den Unterbau ist eine Pedaleinheit mit den drei Flügelpedalen integriert (Dämpferpedal mit Halbpedaleffekt). Das mitgelieferte Notenpult wird oben aufgesteckt und wirkt im Vergleich zu den Plastikteilen einiger Konkurrenten erfreulich stabil. Wie beispielsweise auch das Celviano AP-450 verfügt das PX-A800 über einen aufklappbaren Deckel, mit dem sich der akustische Eindruck verändern lässt.

Bedienfeld

Das Bedienfeld befindet sich im linken Bereich oberhalb der Tastatur und verschwindet im geschlossenen Zustand unter dem Tastaturdeckel. Es gleicht dem des Celviano AP-450. Links findet man den Netzschalter und einen Drehregler für die Lautstärke. Rechts daneben folgen sieben schmale Taster. Der Function-Knopf macht Einstellungen über die Tastatur zugänglich und dient auch zum Aktivieren des Audio-Recorders. Zwei Taster sind für die MIDI-Aufnahmefunktion, die integrierten Songs und die Übungsfunktionen zuständig. Sie werden von einigen LEDs begleitet. Dann gibt es noch einen Knopf für das Metronom und drei weitere, mit denen sich die wichtigsten Sounds direkt anwählen lassen. Alle weiteren Klänge werden über den Funktionstaster und die Tastatur aufgerufen.

Anschlüsse

Die beiden Kopfhörerausgänge sind an der bewährten Position vorne links angebracht. Hier befindet sich auch eine LED, die anzeigt, dass das Instrument in Betrieb ist – praktisch, so ist sie auch bei geschlossenem Deckel sichtbar und man vergisst nicht so leicht, das Piano auszuschalten. Ein Haltebügel für Kopfhörer wird mitgeliefert und kann im linken Bereich unter den Korpus des Pianos geschraubt werden, es soll schließlich alles seine Ordnung haben im Landhaus!

Um die übrigen Anschlüsse zu erreichen, muss man unter das Piano kriechen. Hier findet man zwei USB-Buchsen. Eine davon dient zur Verbindung mit einem Computer. Wie auch bei den anderen getesteten Casio Pianos kann sie nicht nur MIDI senden und empfangen, sondern dient auch zum Austausch von Song- und Benutzerdaten zwischen Piano und Computer. Der zweite USB-Anschluss ist für einen Speicherstick vorgesehen, auf dem z.B. Aufnahmen als Audio- oder MIDI-Daten gespeichert werden können. Auf die traditionelle MIDI-Schnittstelle hat Casio verzichtet, diese ist bei einem Wohnzimmerpiano mit USB aber inzwischen auch wirklich überflüssig. Ein willkommenes Extra des PX-A800 ist der Line-Ausgang, dessen zwei Klinkenbuchsen sich ebenfalls an der Unterseite befinden. Hierüber lässt sich das Piano an eine Verstärkeranlage, ein Mischpult o.ä. anschließen. Das hätten wir uns auch bei einigen der transportablen, bühnentauglichen Digitalpianos gewünscht!

Lautsprecher

Das PX-A800 hat vier Lautsprecher, die von einem 2 x 20 Watt starken Verstärkersystem versorgt werden. Je zwei 12 cm und 5 cm große Speaker sitzen in den schwarzen Kästen links und rechts an der Unterseite. Sie strahlen nach oben in das Gehäuse ab. An der Vorderseite gibt es zu beiden Seiten des Bedienfelds stoffbespannte Öffnungen, durch die der Klang den Spieler erreicht. Außerdem kann man den Deckel des Pianos in zwei Stufen öffnen. Das hat tatsächlich einen gewissen akustischen Effekt, der aber bei weitem nicht vergleichbar ist mit den Klangveränderungen, die durch das Öffnen eines echten Klaviers erreicht werden.

Die Lautsprecher des PX-A800 kommen mit dem Volumen eines Flügelklangs deutlich besser zurecht als die kleinen Speaker vieler günstigerer Modelle. Sie wirken recht ausgewogen und verzerren nicht. Allerdings gibt es auch in dieser Preisklasse bei einigen anderen Herstellern Lautsprechersysteme, die uns klanglich noch mehr überzeugen konnten.

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