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11.11.2020

Die beste kostenlose DJ-Software für PC, Mac und Linux

Freeware DJ-Programme für Anfänger-, Controller-, DVS- und Laptop-DJs

Auflegen zum Nulltarif mit Mixvibes Cross, Virtual DJ und Co.

Kostenlose DJ Software zum Auflegen nutzen: Wer DJ werden und das Auflegen lernen möchte, muss nicht unbedingt tief ins Portemonnaie greifen und viel Geld investierenMöchte man sich auf den Pfad des digitalen Laptop-DJs begeben, gibt es für die ersten Gehversuche einige gute Freeware als Alternative zu den teuren Profi-DJ-Programmen.

Auch kostenlose DJ Software kann ziemlich professionelle Ausstattungsmerkmale mitbringen, darunter ein klares, leicht zugängliches Layout mit zwei Player-Sektionen nebst Mixer, MIDI-Controller-Unterstützung oder die Möglichkeit, zeitcodierte Steuermedien/Timecode-Vinyl (DVS Systeme für DJs) einzubinden. Manche DJ Programme bedienen sich sogar aus dem Musikfundus diverser Online-Streaming-Dienste. Hier findet ihr die besten kostenlosen DJ-Programme für Einsteiger.

Falls ihr euch für eine der DJ-Softwares begeistern könnt und euch irgendwann dann einen preisgünstigen Controller zulegen wollt, findet ihr nachstehend je einen Tipp für eine passende Hardware zur (Voll-)Version, sofern MIDI-Learn bzw. aktueller Controller Support gegeben ist. 

VirtualDJ 2020 (Home Free)

Das Softwarehaus Atomix bietet mit VirtualDJ 2020 ein seit rund 20 Jahren am Markt erhältliches, bewährtes und stetig weiter entwickeltes Programm für den digitalen Plattenaufleger an.

Die App Virtual DJ ist in unterschiedlichen Preis- und Ausbaustufen erhältlich, darunter auch die kostenlose "Home-Edition". Hier findet ihr das nötige Rüstzeug für die Maus- und Tastatur-gesteuerte Mixsession auf bis zu vier Decks mit unterschiedlichen grafische Wellenformanzeigen, Beatmarkern, Video- und Scratch-View.

Eine automatische Titelsynchronisation gehört ebenso zur Ausstattung wie ein Sampler, Effekte, Hotcues und (Auto-) Loops. Umfangreiche Playlist-Funktionen im Dateibrowser, ein Session-Recorder und diverse Einstelloptionen runden das Angebot ab.

Die kommerzielle Nutzung ist nicht gestattet, doch solange ihr die App nicht gewerblich einsetzen oder mit Controller, Timecode und Co. arbeiten wollt, ist das kostenlosen VirtualDJ 2020 (Home Free) mitunter eine Option, erstmal loszulegen, zu üben und euch selbst und den Freundeskreis von euren DJ-Fähigkeiten zu überzeugen, bevor ihr „aufrüstet“. Hier geht es zum Test der Vollversion VDJ2020 Pro Infinity.

Pioneer rekordbox dj 6 (free plan)

Was einst als Library-Management-Software für Pioneers CDJ-Player begann und mit der  kostenpflichtigen DJ-Software rekordbox 5 und dem damit verbundenen Performance-Modus breite Akzeptanz für Pioneers vollwertige DJ-Software und maßgeschneiderte DJ-Controller nach sich zog, ist nun zum Abo-Modell umgewandelt worden.

Die gute Nachricht für Freeware-Fans:  Auch ohne kostenpflichtiges Abonnement kann der rekordbox 6 Performance Mode mit dem Free Plan genutzt werden. Klar, dass es einige Einschränkungen gibt und die betreffen DVS-Nutzung, MIDI-Learn, Sharing & Cloud-Features, Set- und Sample Recording, Lyrics etc.

Was jedoch funktioniert ist

  • das Track Management für Performance- und Export-Mode
  • die Steuerung der Software via PC/Mac mit Beatsync, virtuellem Mixer, Hotcues, FX und Sample-Player sowie Ableton Link etc.
  • das Audiorouting via externem Audiointerface zur Weitergabe an einen Mixer oder die Nutzung eines Mixers mit USB-Interface

Ihr könnt also auch mit rekordbox 6 und der Maus auflegen und dabei ein passendes Audiointerface verwenden bzw. Tracks am externen DJ-Mixer mischen, ohne euch eine zertifiziertes Pioneer Equipment zuzulegen. Besitzt ihr diese, könnt ihr natürlich der Hardware entsprechende Funktionen nutzen, da sie als Dongle funktioniert

Traktor DJ2 für iOS und PC/MAC

Das ist die komplett neu codierte App von Native Instruments, die all diejenigen DJs ansprechen dürfte, denen Traktor 3 zu umfangreich ist oder die mit dem iOS-Device auflegen. Sie bringt zahlreiche Funktionen mit, die wir bereits aus Traktor Pro kennen, zum Beispiel Hotcues, Loops, Beatjumps, Freeze, Flux und Reverse. Mittels Filter und Kanaleffekten könnt ihr dem Klang auf die Pelle rücken.

Das neue GUI hat diverse Ansichten im Gepäck: Turntable-Optik und Pads, klassisch mit zwei großen Wellenformen, bzw. mit Mini-Decks und Browser. Man kann eigene Playlisten erstellen, iTunes und Traktor-Libraries importieren, sogar Soundcloud Go+ Music streamen.

Hier geht es zum Test

Hercules DJUCED 5

Zwar offiziell als „Demo Mode“ deklariert, aber ohne zeitliche Einschränkung lauffähig, bietet DJUCED 5 eine „Möglichkeit zum Ausprobieren“ der Software, bevor man zu einem Hercules Controller greift. Im Demo-Mode könnt ihr mit zwei Decks mixen, Deck-FX und Mixer-FX einsetzen, virtuelle „Performance Pads“ triggern (Hotcues, Rolls, Slicer, Beat-Jumps), ein externes Audiointerface + Kopfhörer nutzen (Master/Preview) oder an einen externen Mixer ausgeben.

Hercules DJUCED 5 bietet euch ein umfangreiches Dateimanagement für eure Musiksammlung inklusive intelligenter Playlisten, Playcounts, Verlauf und Favoriten. Ein integriertes Hilfe- und Vorschlagsystem sowie Video-Tutorials sind nicht nur Einsteigern von Nutzen. Ferner arbeitet Hercules auch mit dem Streaming Service Qobuz sowie Beatport zusammen, weitere könnten folgen.  

Was nicht in der Free Version funktioniert, bzw. was man nur mit einem zusätzlichen Controller bekommt, sind unter anderem: Vier Decks, unlimited Cuepoints, Sampler und Ableton Link Support, Recording, mehr Sound-Optionen etc. 

Mixxx 2

Mixxx entstand 2002 im Rahmen einer Doktorarbeit von Tue Haste Andersen und läuft unter Windows, Mac OS ab 10.5+ und Linux/Ubuntu. Die Software erlaubt, mit bis zu vier Decks aufzulegen. Ein virtuelles Mischpult mit EQs, Cross- und Channelfadern, vier Mikrofonwege inklusive Übersprechfunktion für Ansagen und eine Mastersektion widmen sich dem Mix. Kreative Naturen greifen auf einen Sample-Player, Loops und Hotcues zu. Außerdem gehören Beat Rolls und Censor, Ramping Pitchbending und eine gut funktionierende Autosync-Funktion inklusive Master-Deck zum Repertoire.

Das Library-Management ist eines der ausgereiftesten am Markt und bietet neben einer iTunes- und Traktor-Integration auch virtuelle Plattenkisten und Wiedergabelisten, einen Auto-DJ sowie eine Verlaufsansicht mit Datumsangabe. Fehlende Tags lassen sich via MusicBrainz einlesen.

Neben dem Eingabemedium „Maus“ dürft ihr auch DJ/MIDI-Controller nutzen und konfigurieren. Laut Website kommt das Programm auf nunmehr 85 (!) unterstützte Devices. Man kann sogar Timecode-Vinyl wie Serato CV02, Traktor Scratch MK1 und MixVibes DVS V2 zur Steuerung der Decks verwenden, ohne für diese Funktion – mal abgesehen vom Erwerb der Trägermedien selbst – extra ins Portemonnaie greifen zu müssen. Das ist bei Serato und Pioneer anders, kostet „DVS“ doch gut 100 Euro zusätzlich.

Besonderes Bonbon: die integrierte Shoutcast/Icecast kompatible Live-Übertragungsfunktion. Mixxx ist nach gut 15 Jahren Marktpräsenz sicher eine der ausgereiftesten DJ-Freeware und wird von der Community stetig weiter unterstützt, was die Integration aktueller DJ-Controller und DVS-Funktionen angeht. Mit dem Download der aktuellen Version Mixxx 2 (hier im Test) erhaltet ihr zudem neue Designer-Skins mit konfigurierbarem Layout.

Cross DJ Free

Cross DJ Free für Mac und PC stammt aus der Feder der französischen Softwareschmiede Mixvibes und bietet ein kontraststarkes, stromlinienförmiges und übersichtliches Benutzerinterface. Von der Wellenformanalyse über Downbeat-Indikatoren bis hin zu Sync-, Loop- und Effektwerkzeugen finden sich viele zeitgemäße Features in Cross. Mit dem Browser in der unteren Bildschirmhälfte habt ihr Zugriff auf eure Musik- und iTunes-Kollektion, die mit Cover-Art angezeigt werden. Ebenfalls an Bord sind ein Auto-DJ, Playlisten und eine Vorbereitungsliste.

Besonders hervorheben möchte ich die Integration von Soundcloud, über das ihr Tracks, Favoriten und Playlisten direkt in die Software streamen und damit mixen könnt. Das funktioniert recht gut und die Musikstücke lassen sich sogar automatisch im Takt und Tempo angleichen. Recording sowie MIDI-Controller- oder DVS-Unterstützung bietet Cross DJ Free nicht an. Ferner kann nur ein Ausgabekanal aktiviert werden und das Effekt-Repertoire ist beschnitten. Dafür punktet Cross mit einfacher Bedienbarkeit bei ordentlicher Performance und Stabilität. Die kostenpflichtige Version haben wir hier getestet. Zum Cross-iOS Test, bitte hier entlang.

DigiJay

DigiJay ist eine kostenlose DJ-Software aus Österreich, die mit zahlreichen Tools aufwarten kann, die man als DJ schätzen gelernt hat. Zu den Ausstattungsmerkmalen zählen unter anderem zwei Decks, ein Sampler und ein Datei-Browser mit Playlisten, Subgruppen, Wishlists und inkrementeller Suchfunktion, die sich zudem auf diverse Filter wie Interpret und Titel, aber auch BPM, Rating und dergleichen anwenden lässt. Es gibt einen Tag-Editor und der Import von M3U- und BPM-Studio Listen ist gestattet.

Für die klangliche Bearbeitung der Musikstücke in den Decks ist ein Dreiband-EQ vorgesehen, dazu gesellt sich ein 3-Stufen-Kompressor. DigiJay spielt unter anderem MP3-, WMA-, OGG-, AIFF- und Wave-Dateien ab. Das Programm unterstützt bis zu 3 Soundkarten (!), erlaubt eine flexible Zuweisung der beiden Player, des Monitorkanals und Samplers.

Die Decks verfügen über eine grafische Wellenformdarstellung und Cover-Art-Anzeige. Im Zentrum ist zudem eine vergrößerte Ausschnittsbetrachtung der Waveform (halbiert/voll) auszumachen, die Peaks, Beats, Loop- und Cue-Punkte anzeigt. Ihr könnt bis zu drei Loops und vier Cue-Punkte speichern. Um die Musikstücke in Takt und Tempo anzugleichen, finden sich neben dem obligatorischen Pitchfader für Tempo und/oder (!) Tonhöhe und den zugehörigen Pitch-Bend-Buttons auch eine Autosync-Funktion ein. Für das Überblenden der Titel ist ein Crossfader mit Automix-Funktion nebst einstellbarer Blendcharakteristik und Übergangszeit zuständig. Über die Settings erhält man Zugriff auf verschiedene Audio-, Programm- und Controller-Settings.

Besonders interessant für Anwender, die mit einem MIDI-Controller arbeiten wollen: DigiJay mappt im Handumdrehen durch die Funktionsauswahl und Betätigung der Learn-Taste die gewünschte Befehle auf einen MIDI-Controller der Wahl. Mappings lassen sich im- und exportieren. Verfügbar ist das Programm für Windows.

you.dj

you.dj ist ein DJ-Interface, basierend auf der iWebDJ Technologie, das im Web-Browser läuft und das Mixen eines Online-Musikkataloges (mit Genres, Hot Songs) sowie YouTube inklusive Videodarstellung und Soundcloud erlaubt. Dazu stehen euch zwei Decks und ein Zweikanal-Mixer zur Verfügung. Letztgenannter ist mit einem Zweiband-EQ, Filter und Crossfader ausgestattet. Lädt man Titel ins Deck, werden diese automatisch angepasst. Die Player liefern Titel und Laufzeitinformationen zum Musikstück nebst Wellenformanzeige und einfachen Auto-Loops sowie sechs FX via XY-Pad. Dadurch, dass you.dj Web-basiert läuft, ist es allerdings in einigen Funktionen limitiert, beispielsweise was den Festplattenzugriff auf eure Musikbibliothek angeht oder die Option, Mixes zu speichern. Die grafische Benutzeroberfläche bietet einen leichten Zugang zum Programm ohne viel Schnickschnack, genau richtig für eine Browser-App. Wer auf der Website landet, weiß gleich, was er als nächstes zu tun hat – und die Sache macht auch noch Laune, eine gute Internetverbindung vorausgesetzt.

Für 4,90 Euro könnt ihr die App „aufbohren“ und erhaltet 10 weitere Effekte, 60 Samples für den Sample-Player, vier Hotcues, manuelles Beatmatching und BPM-Kontrollen, Keylock etc. Außerdem die Möglichkeit, via Kopfhörer und Y-Splitter vorzuhören, Keyboard-Shortcuts zu nutzen etc. Das wäre dann zwar nicht mehr „kostenlos“, aber es sei der Vollständigkeit halber hier erwähnt.

Eure Meinung

Wie ihr gerade gelesen habt, gibt es also einige interessante kostenlose Alternativen zu den Platzhirschen Serato, Traktor, Virtual DJ, Rekordbox, Djay und Cross. Und natürlich sind auch iOS-Apps für das iPad eine Option. Wenn ihr selbst mit einer tollen Software arbeitet, von der ihr glaubt, sie sollte auf bonedo.de vorgestellt werden, dann lasst es uns gern über die Kommentarfunktion wissen.

Euer Peter Westermeier  

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