Der letzte große Knall, das Licht erlischt und das Publikum mutiert zum Jubel-Chor: Zu-ga-be. Haben wir wohl alle schon gerufen. Ob der Tradition wegen oder als freche Forderung, gehören Zugaben nicht irgendwie dazu? Diese 5 Bands haben diese Frage mit einem klaren Nein beantwortet.

1) Metallica
Metallica gehören zu den prominentesten Gegnern des klassischen Zugaben-Rituals. Vor allem auf ihrer aktuellen M72-Tour verzichtet die Band auf den üblichen kurzen Bühnenabgang. Stattdessen wird die Setlist von Anfang bis Ende durchgeplant, inklusive der Songs, die früher als Zugabe gespielt worden wären.
Die Idee dahinter: Das Publikum weiß ohnehin, dass die Band zurückkommen wird. Warum also ein künstliches Schauspiel daraus machen? Für Metallica zählt offenbar ein flüssiger Konzertablauf mehr als Tradition.
2) Dark Angel
Die Thrash-Metal-Band Dark Angel gehört zu den deutlichsten Kritikern des Zugaben-Rituals. Sänger Ron Rinehart erklärte in einem Interview, dass er es nicht möge, Fans förmlich um weitere Songs „betteln“ zu lassen. Aus seiner Sicht haben die Zuschauer bereits für eine vollständige Show bezahlt. Deshalb spiele die Band lieber das komplette Set ohne künstliche Unterbrechung und verabschiede sich anschließend direkt.
3) The Who
Bei The Who hat die Ablehnung von Zugaben Tradition. Gitarrist Pete Townshend äußerte sich mehrfach kritisch über das Ritual. Für ihn wirkt es oft wie ein vorhersehbares Schauspiel, bei dem alle Beteiligten bereits wissen, wie es endet. Statt das Publikum kurz warten zu lassen, bevor die Band für ein oder zwei weitere Songs zurückkehrt, bevorzugten The Who häufig einen klaren Schlussstrich unter ihre Shows.
4) Elvis Presley
Bereits lange vor Metallica oder The Who verzichtete Elvis Presley auf Zugaben. Sein Manager Colonel Tom Parker wollte, dass die Zuschauer das Konzert mit dem Gefühl verlassen, noch mehr sehen zu wollen. Statt einer Zugabe wurde Elvis oft direkt von der Bühne begleitet. Aus dieser Praxis entstand sogar der berühmte Satz „Elvis has left the building“, der dem Publikum signalisieren sollte, dass die Show endgültig vorbei ist.
5) Maroon 5
Auch Maroon 5 stehen dem Zugaben-Konzept skeptisch gegenüber. Frontmann Adam Levine erklärte, dass er wenig Sinn darin sehe, die Bühne zu verlassen, wenn ohnehin jeder im Saal wisse, dass die Band gleich zurückkommt. Stattdessen plädiert er dafür die komplette Show am Stück zu spielen und den letzten Song auch tatsächlich als letzten Song zu präsentieren. Für Levine ist das ehrlicher und direkter.
Es ist ein spannendes Phänomen. Was einst einmal als eine Überraschung für die Fans gedacht war, ist heute ein kühl kalkulierter Bestandteil der Setlist. Während einige Bands sich ihre größten Hits für die Zugabe aufbewahren und die kurze Verschnaufpause nutzen, verzichten Andere mittlerweile vollends auf dieses Konzept.
























Andreas sagt:
#1 - 29.06.2026 um 10:50 Uhr
Ich begrüße das Vorgehen der fünf Bands. Ich finde diese inszenierten Zugaben absolut sinnlos und nervig. Man hat - wenn es gut läuft - 2 Stunden Konzert hinter sich. Man ist ggf. schon Müde, die Ohren tun einen weh und man will einfach nur nach Hause (vor allen Dingen, wenn man nur "mitgeschleppt" wird) und dann muß man erstmal 10 Minuten warten, bis es weitergeht, zumal man sich ja in der Regel das beste für diese "Zugabe" zurückbehalten hat. Ich finde der "Geist der Zugabe" ist da irgendwo auf der Strecke geblieben. Lieber eine gut durchgestylte Show mit einem sauberen Abschluß, ein "Ab nach Hause" Lied, was einem dann im Kopf bleibt. Definitiv ein Gegner dieser gekünstelten "Zugaben"
MartY ATARI sagt:
#1.1 - 30.06.2026 um 06:00 Uhr
ja, wirkt sehr aus der Zeit gefallen. einmal rauskommen und 3 Lieder spielen. OK. aber manche kommen dann noch 3 Mal raus 😉
Antwort auf #1 von Andreas
Melden Empfehlen Empfehlung entfernenWOK sagt:
#2 - 30.06.2026 um 22:29 Uhr
Für berühmte Bands ganz klar die richtige Entscheidung. Für Newcomer / Hobbybands ist es dagegen ein guter Stimmungsmesser ob die Präsentation gut angekommen ist.