Hersteller_Mixvibes Hersteller_Best_Service
Test
2
06.11.2013

Best Service Shevannai Test

Voice-Library

Elbenhafter Gesang von Eduardo Tarilonte!

Eduardo Tarilonte findet auch immer wieder eine neue Nische! Nach erfolgreichen Sample-Libraries, wie u.a. „Era“, „Desert Winds“, „Epic World“ und „Forest Kingdom II“ hat er sich in der Best Service Neuerscheinung „Shevannai - The voice of elves“ (fast) ausschließlich einer einzigen weiblichen Stimme gewidmet!

Spätestens anhand der abgebildeten märchenhaften Blondine mit den Mr. Spock-Ohren werden Erinnerungen an die Filmmusik diverser Tolkien-Verfilmungen wach. Diese Library verspricht also elfenhafte Gesangssamples, die vermutlich nach bester Tarilonte-Manier sehr ausdrucksstark spielbar sind und dementsprechend realistisch anmuten. Ob dies auch hier der Fall ist, werden wir klären. Außerdem haben bekanntlich nicht allzu viele Musiker das Vergnügen, derartige Filme zu vertonen bzw. musikalisch zu unterlegen - wer braucht eigentlich eine solche Library, ist somit unsere sekundäre Fragestellung. Und auf geht es!

Details

Die 3,6 GB umfassende Sample-Library Shevannai beinhaltet 4409 Mono-Samples im 44,1 kHz/24Bit-Format, verteilt auf 27 Patches im mitgelieferten NI Kontakt Player 5. Die zunächst spartanisch anmutende Anzahl der Klangprogramme ist in die Instrumentenkategorien „The Voice“, „Phrases“ und „Soundscapes“ unterteilt, wobei viele Patches durch umfangreiche Key-Switch Möglichkeiten ein Mehr an Fülle von Samples und Ausdrucksmöglichkeiten bieten, welche in manch anderer Library wahrscheinlich auf mehreren Patches verteilt worden wäre. Im Übrigen entstammen alle verwendeten Gesangssamples der spanischen Sopranistin Lara Ausensi, deren Stimme schon in der Best Service Library „Forest Kingdom I / II“ Verwendung fand. 

The Voice

(Legato, Staccato, Inhales & Releases)Diese Instrumentenkategorie bildet meines Erachtens nach das Herzstück dieser Library, was in besonderem Maße auf das Patch „Legato“ zutrifft. „Legato“ bietet per Key-Switch Zugriff auf die Vokale a, e, i, o, u sowie 28 weitere, sogenannte „Words“, die aus ein bis zwei Silben bestehen und - nun ja - anscheinend in „Elbensprache“ sind. Der spielbare Bereich umfasst zwei Oktaven (A2 bis A4). Des Weiteren bietet das Patch diverse Optionen bezüglich Release-Samples beim Loslassen der Tasten. Hier werden verschiedene Konsonanten und ein Atemgeräusch angeboten. Näheres zu den Spielweisen des Legato-Patch folgt im Praxisteil.

Im Patch „Staccato“ liegen die Vokale erwartungsgemäß in kurz gesungener Form vor. Die Auswahl der „Words“ ist gegenüber „Legato“ etwas abgespeckt, so zum Beispiel liegen nur einsilbige Samples vor, allerdings in zwei Längenvarianten und zusätzlich einem gesungenen Crescendo. Der Spielbereich liegt wiederum von A2 bis A4. Die Dokumentation der Key-Switches laut Manual, also welches Sample von welcher Keyboardtaste getriggert wird, ist in diesem Patch leider etwas fehlerhaft. Weil Library und Manual noch brandneu sind, wird hier vermutlich bzw. hoffentlich noch nachgebessert.

„Inhales and Releases“ nennt sich das dritte und letzte Patch dieser Instrumentenkategorie. In diesem Programm befinden sich acht Atemgeräusche und diverse weitere Konsonanten, die der differenzierten Gestaltung einer Gesangs-Performance sowie der Kreation neuer Worte dienen.

Phrases

In dieser Instrumentenkategorie befinden sich die vier Patches „Melodic Phrases“, „Spoken Phrases“, „Whispered Phrases“ und „Short Whispers“. Im Patch „Melodic Phrases“ befinden sich insgesamt 113 gesungene Phrasen, die sich je nach Grundton/Tonart (acht Tonhöhen per Key Switch: A, Bb, C, D, E, Eb, F, G) Construction-Kit-artig ergänzen. Je nach angewählter Tonart liegt eine unterschiedliche Anzahl von Phrasen vor. 

Die Patches „Spoken ...“ und „Whispered Phrases“ stellen 52 gesprochene und 57 geflüsterte Phrasen zur Verfügung. 110 einsilbige Flüstertöne unterschiedlicher Länge bietet das Patch „Short Whispers“, wobei verschiedene Vokale per Velocity angesteuert werden. Hier wäre eine Ansteuerung per Key-Switch - wie in allen anderen Patches - zum zielgerichteten Arbeiten bestimmt etwas hilfreicher gewesen.

Soundscapes

Diese Kategorie beherbergt insgesamt 20 äußerst atmosphärische Patches, die in ihrer Machart stark an bereits existierende Libraries von Eduardo Tarilonte erinnern - und das ist gut so! Durch Layering von Atmos, Vocals und Pads entstehen Klanglandschaften, die je nach Komplexität durch eine einzelne Noten getriggert werden oder auch wie ein Synth-Pad musikalisch spielbar sind. Die einzelnen Sounds dieser Layer sind getrennt in ihrer Lautstärke regelbar, wie man anhand der folgenden Abbildung sehen kann.

Native Instruments Kontakt Player 5

Im Gegensatz zu den, von mir zuvor getesteten, Best Service Libraries Cinematique Instruments 1/2 und Forest Kingdom II, denen der hauseigene Player Engine 2 das Leben einhaucht, wird Shevannai mit dem Kontakt Player 5 ausgeliefert. Auch diese freie Version beinhaltet neben diversen Mix-Möglichkeiten und Multitimbralität eine umfangreiche Auswahl verschiedener Effekte, wie Filter, EQs, Dynamics, Hall und Modulationseffekte zur weiteren Klangverfeinerung.

Nachdem wir uns nun einen ersten Überblick verschafft haben, lautet jetzt natürlich die Frage, wie sich die brandneue Library in der Praxis schlägt.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare