Keyboards
Test
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16.09.2020

Praxis

Bedienung


Für das, was es ist, ist die Behringer RD-6 wirklich groß. Alle Knöpfe haben dadurch schön Abstand zueinander und lassen sich gut greifen. Das Drehverhalten der Potis und das Druckverhalten der Taster ist ebenfalls solide.

Dass es aber kein modernes Handbuch gibt, ist wieder mal nervig. Der Quick-Start-Guide ist ein Witz! Deswegen möchte ich euch die wichtigsten Basics im Folgenden gleich mit auf den Weg geben:

  • Mit TRACK/INSTRUMENT wird das Instrument ausgewählt und je nach MODE kann man nun unten mit den 16 Tastern entsprechende Steps setzten (WRITE PATTERN), oder Pattern wechseln bzw. linken (PLAY PATTERN). Beats lassen sich so im Nu setzen. 

Das Umschalten mit dem dicken Drehregler macht Laune. Warum Behringer die zusätzliche Clap aber als Umschalter realisiert hat – und nicht mit auf den Auswahlregler packte – bleibt ein Rätsel. Immerhin muss man sich nicht zwischen Clap und Cymbal entscheiden, da beide Instrumente über eine eigene Sequenzerspur verfügen. Die MIDI-Ausgabe funktioniert allerdings noch nicht so 100%.

  • Ganz Links unten wird die RD-6 gestartet und ganz rechts wieder mit Pattern Group zwischen den beiden Variationen I und II gewechselt.
  • Ebenfalls wichtig: „Pattern Group + Write/Next“ muss man bei gestopptem Sequenzer drücken, um die die Sync-Einstellungen mit den Step-Tastern 1-4 verändern zu können.
  • Für komplexere Rhytmen muss man die Patterns im PLAY PATTERN Mode linken und kann sie dann im WRITE PATTERN Mode programmieren.
  • Mit dem Taster rechts unten kann im Write Track Mode das ausgewählte Instrument/Sound auch eingespielt werden anstatt es per Step setzen zu müssen.

Einen Song-Mode gibt es auch, ganz so einfach ist der aber nicht – weiterführende Hilfe gibt es im echten 606-Manual!

Und das war es im Prinzip schon, mehr muss man im Grunde nicht wissen. Man hätte den Sequenzer für meinen Geschmack trotzdem etwas mehr "future" designen können. Schauen wir uns das Ganze im aktuellen Ist-Zustand und im YT-Video dennoch einfach mal etwas gerafft an. Einen kleinen Vergleich mit meiner TR-8 gibt es außerdem hinterher.

Klang

Soundwise gibt es nichts zu meckern. Die Behringer 606 klingt crisp, authentisch-schmutzig-analog sowie auch druckvoll. Alle Sounds klingen sahnig, vor allem im Vergleich zu den "digitalen" 606 Sounds meiner TR-8. 

Ich für meinen Teil habe die TR-6 in zwei meiner Electrodyne 501 Preamps gejagt und dort angezerrt. Anschließend habe ich Kick und Rest separiert aufgenommen. Zugegebenermaßen ist das ein Overkill, aber ich habe damit fetten Sound bekommen! 

Die Einzelausgänge tun der Maschine also in jedem Fall gut. Bei Bedarf kann so das schlechte Volume-Verhältnis zwischen Cymbal und Clap am Einzelausgang ausgeglichen werden. Die restlichen Balancen sind indes stimmig. 

Mit dem Distortion-Effekt kann bei Bedarf mehr Gas geben, geschmacklich ist das aber leider nichts. Es klingt „billig“ und man hätte sich das lieber sparen können, zumal die Kick besonders unter dieser Distortion leidet.

Gern hätten wir euch Beispiele zur echten 606 geliefert, doch unsere befindet sich auf Grund einer defekten Snare leider gerade beim Doktor. Sobald sie wieder am Start ist, versuchen wir das noch nachzuholen! Bis dahin sei auf dieses YT-Video verwiesen:

Cool sind wiederum die beiden Trigger-Ausgänge, welche ich beispielsweise an meinen Minimoog geschickt habe. Tonhöhen-Änderungen kann man allerdings nicht vornehmen. Es gibt nur das Gate, sodass man per Hand die Tonhöhe spielen müsste, was bei gewissen Sequenzen aber überraschend schön und „vintage-menschlich“ klingt. 

Auch der Accent wirkt sich wirklich positiv auf den Klang der Instrumente aus – viel klanglichen Spielraum gibt es ja ansonsten nicht. Stören tut mich das aber nur bei der Kick, die restlichen Sounds waren und sind gut so wie sie sind. Aber wer weiß, was die Bastler unter uns noch so entdecken … So ein Decay-Mod wäre für den Anfang doch schon was Feines!

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