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Test
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05.04.2019

Audio Damage Fuzz Plus 3 Test

Freeware Distortion & Fuzz Plugin

Soviel Fuzz um Nichts!

„Everything comes at a price“, sagt man im englischen Sprachraum. Diesen Leitspruch ignorieren viele Software-Hersteller und hauen oft wirklich gute Effekt-Plugins kostenlos raus.  

Aber vielleicht trifft auf FuzzPlus 3 von Audio Damage ja eher „the best things in life are free“ zu. Aufgrund vieler Anfragen entschied man beim amerikanischen Hersteller, den Effekt nicht einfach einzustampfen. Kostenlos ist das Verzerrer-Plugin auf jeden Fall schon mal, aber ob es aber auch gut ist, wird der folgende Test zeigen.

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Details und Praxis

Allgemeines

FuzzPlus 3 gibt es für Windows im VST- und VST3-Format in 32 und 64 Bit und im AAX-Format in 64 Bit. Für MacOS-User ist es im VST-, AU- und AAX-Format ab OSX 10.8 erhältlich. Außerdem ist es auf einem iOS-Gerät verfügbar als AUv3 oder Standalone-IAA-App.  

Das kostenlose Plugin kann direkt auf der Seite des Herstellers heruntergeladen werden. Die 15 MB große Zip-Datei enthält eine Exe- und eine Pkg-Datei für beide Betriebssysteme. Nach der Installation steht das Plugin dann ohne Registrierung in vollem Umfang zur Verfügung.

Schlichte GUI

Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht. Gerade Distortion-Effekte kommen in der Regel mit nur wenigen Reglern aus, und FuzzPlus 3 ist da keine Ausnahme.

Nichtsdestotrotz ist die GUI modern und optisch sehr ansprechend gestaltet. Alle Regler visualisieren den über sie eingestellten Wert durch einen LED-Ring, der um den Regler verläuft und in einem hellen Türkis leuchtet. So erkennt man den eingestellten Level sofort auf den ersten Blick, auch aus der Ferne. In der oberen Hälfte der GUI gibt es zudem ein weiteres optisches Highlight: Hier wird die Wellenform des Output-Signals angezeigt. Bei entsprechenden Einstellungen kann man also dabei zusehen, wie sich das Signal immer mehr von der Welle zum Quadrat verändert.

Nun zu den Controls. In der Mitte prangt der Distortion-Regler, der den eingestellten Wert in Prozent anzeigt und bestimmt, wie viel vom Signal in den Verzerrer geschickt wird. Links daneben, in der Filter Sektion, gibt es einen Low-Pass-Filter (Freq) und einen Resonance-Regler (Res). Je niedriger die Resonanz eingestellt wird, desto natürlicher klingt der Filter. Auf der rechten Seite haben wir in der Output-Sektion noch zwei weitere Regler. FDBACK sendet das Signal noch einmal zusätzlich in den Verzerrer, eine für den Fuzz-Effekt nicht unwichtige Funktion. Level regelt den Ausgangs-Level. Beim Rumspielen mit FuzzPlus 3 sollte man am besten immer ein Auge auf den Output haben, nicht, dass sich mal ein Lautsprecher verabschiedet.

Sound

Habt bei den folgenden Audiobeispielen bitte immer eine Hand am Lautstärkeregler, mit FuzzPlus wird es ziemlich laut!

Natürlich eignet sich FuzzPlus 3 besonders für Gitarren. Das erste Beispiel rückt das Signal enorm in den Vordergrund und bringt viel Crunch. Und auch das zweite Beispiel ist noch einmal eine Gitarre. Hört man dieses Beispiel Solo, ist es fast schon zu viel Verzerrung, aber in einem Mix ist die Gitarre damit viel besser hörbar. Interessant an diesem Beispiel ist, dass ich den Distortion-Regler auf 0 gelassen habe, die hörbare Verzerrung entsteht lediglich durch die FDBACK-Option, die steht nämlich bei diesem Beispiel auf -5 dB und ist damit fast voll aufgezogen.

Dann kommen die Drums. Das Original klingt ja schon nicht schlecht, aber FuzzPlus macht mit den Default-Einstellungen daraus etwas völlig anderes. Solo könnte man meinen, dieser Groove sei in Rob Papens Raw Kick erstellt worden. Mixt man dieses Signal aber sanft zum originalen Groove, bekommen die Drums dadurch einen unglaublichen Punch. Zum Schluss hören wir FuzzPlus dann noch auf Vocals. Auch hier habe ich einfach die Default-Settings gelassen und siehe da, die Vocals blühen geradezu auf. Solo wahrscheinlich wieder etwas zu viel, im Mix aber perfekt!

Fazit

FuzzPlus 3 von Audio Damage bietet nicht viele Controls, aber dafür einen super Sound. Die Optik ist dazu genial und in der CPU-Auslastung ist der Verzerrer quasi nicht vorhanden. Man kann das Freeware-Plugin also auch auf schwächeren Rechnern massenhaft einsetzen. Ich sehe seine Stärken vor allem im Mix, dort kann man jedem Signal Präsenz, Crunch und Durchsetzungsvermögen verleihen. Was gibt es da noch zu überlegen? Holt euch das Teil!

Hier geht es zum Download!

  • Pro
  • leichte Bedienung
  • klingt fantastisch
  • optische Darstellung ist ein absoluter Hingucker
  • sehr geringe CPU-Auslastung
  • Contra
  • Kein Contra
  • Preis:
  • kostenlos (Freeware)

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