Feature
5
04.11.2019

Die besten Effektgeräte für DJs und Performer

Mit dieser Gear gelingt die kreative Musik-Manipulation im Handumdrehen

DJs, Live Acts und Producer sind immer wieder auf der Suche nach Möglichkeiten, ihre Darbietung mit Effekten zu akzentuieren. Natürlich gibt es heutzutage eine Vielzahl an Mixern auf dem Markt, die von Haus aus eine umfangreiche Effekt-Sektion mit sich bringen und eine Verwendung von externen Geräten daher nicht zwingend erfordert.

Virtuose Künstler legen aber oftmals auf ein Setup Wert, das aus mehreren individuellen Komponenten, darunter auch spezifischen Effektprozessoren, bestehen kann, um auf das für sich bestmögliche Equipment zurückgreifen zu können. Aus diesem Grund verwenden Artists auch hochwertige Rotary-Mixer und anderweitige spezielle Mischpulte, die oftmals nur sehr limitierte oder überhaupt keine Onboard-Effekte aufweisen. Jedoch besteht bei vielen Summierern die Option, über Send/Return- bzw. Aux-Kanäle externe Effekte einschleifen zu können.

Eine beliebte Lösung ist daher zum Beispiel die Verwendung von sogenannte Multi-Effekten. Mit einer umfangreichen Bandbreite an unterschiedlichen Einheiten bieten Hersteller ganzheitliche Lösungen an, die sogar Sampling- und Looping-Funktionen mitbringen. Auch möchten wir euch verschiedene Spezialisten aufzeigen, die dafür bekannt sind, gewisse Aufgaben besonders gut zu meistern. Zum einen stellen wir euch den heißbegehrte Delay-Effekt aus dem Dunstkreis der Keinemusik-Crew vor. Außerdem ein Reverb-Gerät des Herstellers Strymon mit umfangreichen Hall-Algorithmen. Auch insbesondere die Verwendung von resonanzfähigen Filtern sind in der DJ-Booth und auf der Bühne nicht mehr wegzudenken. Filter-Effekte lassen sich darüber hinaus gut mit Sättigungs- und Verzerrer-Funktionen kombinieren, um dem Ausgangsmaterial einen gewissen Crunch zu verleihen.

Neben einem intuitiven Bedienkonzept mit griffigen und leicht zugänglichen Reglern ist vor allem ein kompakter Formfaktor wichtig, um den Reisestrapazen standzuhalten. Wir möchten euch daher ein paar sehr interessante Gerätschaften vorstellen, die sich in der Praxis bewährt haben und daher eine Bereicherung für euer Setup darstellen können. Wer auf der Suche nach hochwertigen Effekten ist und sich einen Überblick verschaffen möchte, ist hier genau richtig. 

Pro & Contra

  • Qualität der Effektprogramme
  • Einsteigerfreundliches und effizientes Layout
  • Guter Klang
  • ...

  • Etwas hoher Preis
  • Nur ein Setup pro SD-Karte (Stand: 15.04.12) möglich
  • ...

Pro & Contra

  • Intuitive Bedienung
  • Umfangreiches Effekt-Repertoire
  • Leicht zu adaptierender Sampler/Slicer-Workflow
  • ...

  • Anzahl der Samplepads
  • Länge des Sample-Puffers
  • ...

Pro & Contra

  • hochwertige Soundqualität
  • robustes Gehäuse
  • gut parametrisierte Timing-Auswahl
  • ...

  • keine Gummifüße im Lieferumfang
  • keine Beschriftung für links/rechts am In-/Output

Pro & Contra

  • Klang, insbesondere mit Modulation
  • Vielseitige Einstellungsmöglichkeiten
  • Intelligente Bedienstruktur
  • ...

  • Display zeigt nur ausgewählte Werte
  • Verhaltene Ansprache und Sättigung bei Raumeffekten

Pro & Contra

  • Einzigartiger Sound
  • Kraftvolle Filtersektion
  • Flexible LFO-Sektion
  • ...

  • Keine Overload-LED-Anzeige

Pioneer DJ RMX-1000

Pioneer ist bekannt für erstklassiges DJ-Equipment, der RMX-1000 ist das Multieffektgerät des japanischen Herstellers und besteht aus vier Sektionen. Im Bereich des Dreiband-EQs lassen sich jeweilige Effektanteile frequenzabhängig isolieren, cutten und boosten. Im nächsten Abschnitt finden sich die Effekte wie Delay, Reverb etc. wieder. Gegliedert in Build-ups und Break-downs können diese auf- oder abbauenden Szenarien erzeugen.

Die Release-FX-Sektion bietet drei weiteren Möglichkeiten, nämlich einen verlangsamten Vinyl-, Echo- und Backspinn-Effekt. Zu guter Letzt gibt es noch die X-Pad FX-Einheit. Hier lassen sich Roll-Effekte kreieren und Samples abfeuern. Über die hauseigene Editing-Software kann der Sampler mit eigenem Audiomaterial bestückt werden. Darüber hinaus bietet die virtuelle Oberfläche auch die Möglichkeit, individuelle Presets vor dem Gig zu konfigurieren. Mithilfe einer SD-Karte können die persönlichen Einstellungen exportiert werden. Ein weiteres Top-Feature ist die Option, die Software als VST-Plug-in in die DAW zu integrieren. Durch diese Funktion lassen sich auch Parameter automatisieren und der RMX-1000 wird somit auch interessant für Producer.

Das Multieffektsystem von Pioneer ist mit einem Anschaffungspreis von etwas mehr € 700,00 der teuerste Kandidat in unserer Auflistung, jedoch bekommt man für das Geld auch eines der umfangreichsten Geräte am Markt. Mit sehr gut klingenden Effekt-Komponenten und einem intuitiven Bedienkonzept mit hohen Spaßfaktor sowie der Möglichkeit, unterschiedliche Effekte miteinander verknüpfen zu können, bietet es sehr umfangreiche und individuelle Features für jegliche Anforderungsfälle. Wer das Gerät genauer inspizieren möchte, dem sei dieser Testbericht empfohlen.

Außerdem bietet Pioneer eine iPad-App des RMX-1000 an. Diese weist dieselben grundlegenden Features auf wie die Hardware und lässt sich komfortabel über einen Lightning-USB-Anschluss, beispielsweise über das Pioneer DJM-900NXS2 Mischpult, integrieren. Auch hierzu haben wir einen umfangreichen Testbericht für euch

Preis: € 729,00

Herstellerlink Pioneer

Korg Kaoss Pad 3+

Korg ist in erster Linie für legendäre Synthesizer und Keyboards berühmt. Seine langjährigen Erfahrungen bringt auch dieses japanische Unternehmen erfolgreich bei der Entwicklung von Effektprozessoren ein. Mit dem Kaoss Pad 3+ schuf Korg ein kompaktes und leicht zugängliches Multieffektgerät im Leichtmetallgehäuse.

Insgesamt beinhaltet es 150 Effekteinheiten, darunter befinden sich verschiedene Filtertypen, Delays, Reverbs, modulierende und LFO-artige Effekte sowie typische Sidechain-, Looper- und Vocoder-Effekte. Diese lassen sich intuitiv mit dem X/Y-Touchpad steuern und entsprechende Modifikationen mit der Pad-Motion-Funktion aufnehmen und wieder abrufen. Mithilfe der Hold-Funktion können Effektanteile gehalten werden, der FX-Release-Fader bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Reverb-Effekte bei Beendigung homogen verklingen zu lassen.

Auch dieses Gerät beinhaltet eine interne Sampler-Einheit. Dort lassen sich, verteilt auf vier Bänke, Loops und One-Shot-Samples aufzeichnen und abfeuern. Über die acht Slicing-Buttons kann eine aufgenommene Schleife in ihre Bestandteile zerlegt werden. Mithilfe eines Software-Editors können Samples und Presets verwaltet werden. Die Übertragung der Daten erfolgt wie beim Pioneer RMX-1000 über eine SD-Karte, jedoch die Möglichkeit der VST-Einbindung in die DAW ist nicht vorgesehen. Um SD-Karte, Kopfhörer oder Mikrofon einzustöpseln, muss nicht umständlich auf die Rückseite zurückgegriffen werden, sondern der jeweilige Eingang befindet sich auf der Vorderseite des Gerätes. Komfortabel gestaltet sich auch das Auswählen des jeweiligen Eingangssignals (Line/Mic) über einen Kippschalter auf der Oberfläche. Ein ausführlicher Testbericht ist hier zu finden.

Preis: € 399,00 Link:

Herstellerlink Korg

Teile-Elektronik – The keinedelay Teil1

Unter den drei Gründern der Firma Teile-Elektronik verbirgt sich auch Gregor Sütterlin, besser bekannt unter dem Pseudonym Rampa. Mit erfolgreichen Veröffentlichungen auf international bekannten Labels und dem eigenen Imprint keinemusik hat der Künstler in den letzten Jahren mehrfach unter Beweis gestellt, dass er nicht nur ein begehrter House- Producer und DJ ist, sondern auch in der Lage ist, mit seinen beiden Mitstreitern einen hochwertigen Delay-Effekt auf dem Markt zu platzieren.

Die Motivation der Macher hinter diesem Effektgerät war, an einem maßgeschneiderten Delay zu tüfteln, um so den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Was einst als eigennütziges Projekt begann, entpuppte sich schnell als allseits beliebtes Tool. Somit stieg die Nachfrage und man entschloss sich nach einer ausgiebigen Entwicklungsphase, in Serie zu fertigen.

Als Grundlage diente der „Boss DD7“, dieser ist jedoch ursprünglich als klassischer Bodentreter-Effekt für E-Gitarristen konzipiert worden, wird jedoch auch von vielen Deejays seit Jahren häufig genutzt. Der DD7 ist mit etwa € 140 sehr preisgünstig zu erwerben, außerdem weist er einen sehr geringen Formfaktor auf. Allerdings: Durch die eng aneinanderliegenden Potis und durch die eigentliche Verwendung als Pedal ist das Delay von Boss nicht optimal für die DJ-Booth geeignet. So unterzogen sich die ersten Prototypen einem ausführlichen Langzeittest und wurden auch von dem Kollektiv um das Label keinemusik praxisbezogen im DJ-Alltag getestet. Es wurden keine billigen Komponenten verbaut und das Echo wird in Eigenregie in Berlin gefertigt. Um reisefreudigen Anwendern gerecht zu werden, wurde ein kompakter Formfaktor beibehalten. So präsentiert sich auch das keinedelay in einem robusten Metallchassis, um den Strapazen „on the road“ standzuhalten.

Das Effektgerät ist durch großzügig ausgeführte Regler und Push-Buttons haptisch sehr gut zugänglich. Über die verschiedenen Parameter lassen sich der Effektanteil, das Feedback und natürlich die Delay-Zeiten von 1 bis 3200 Millisekunden fein justieren. Beim Überblenden der unterschiedlichen Zeiten entstehen die allseits beliebten „Tape-Delay-Effekte“. Außerdem weist das nützliche Tool zwei unterschiedliche Algorithmen auf, je nach Modus lässt sich der Effektanteil entsprechend färben. Des Weiteren können eigene Loops aufgezeichnet und wieder eingeschleift werden.

Laut Instagram-Beitrag tüftelt der Hersteller bereits fleißig an einem weiteren Effekt, spannungsvoll erwartet wird ein Hall-Effekt. Wer sich im Detail für das keinedelay interessiert und sich einen Höreindruck verschaffen möchte, kann dies hier tun.

Preis: € 329,00

Herstellerlink Teile-Elektronik

Strymon – Big Sky 

Strymon ist einer der Spezialisten für hochwertige Tretminen-Effekte. Im Sortiment befinden sich neben Halleffekten auch Echo, Overdrive und anderweitige Modulationseffekte. Die Produkte sind durch einen geringen Formfaktor, leicht zugänglichen Workflow und einer exzellenten Klangwiedergabe sowie einer hervorragenden Verarbeitung aber definitiv nicht nur für Gitarristen und Instrumentalisten interessant, sondern auch für Sounddesigner und Performer.

Strymons Big Sky ist der Vorzeige-Halleffekt des amerikanischen Herstellers und kann eine Audioauflösung von bis zu 96 kHz verarbeiten. Das Gerät bietet mit seinen Algorithmen eine sehr umfangreiche Auswahlmöglichkeit von 12 unterschiedlichen Reverb-Typen an. Dabei sind klassische Vertreter wie z.B. Room, Plate oder Federhall vertreten, mit denen sich vor allem sehr gut klingende subtile Räume erzielen lassen, mit den Typen Swell und Cloud eher verträumte und große Klanglandschaften. Doch es bietet auch unkonventionelle Kategorien an. Chorale agiert ähnlich wie ein Vocoder. Shimmer dagegen ist so etwas wie ein Pitch-Shifter, mit dem sich zwei Stimmen ergänzen lassen. Die Intervalle können flexibel festlegt und sogar leicht verstimmt werden. Darüber hinaus gibt es noch Delay- und Chorus-artige Effekte.

Über den Decay-Regler wird die Länge der Hallfahne bestimmt. Der Pre-Delay-Regler offeriert einen Verzögerungsbereich von 0 bis 1,5 Sekunden. Mit dem Dry/Wet-Poti lässt sich das bearbeitete dem unbearbeiteten Signal beimischen. Weitere Optionen finden sich im Menü, hier lassen sich die einzelnen Klänge beispielsweise mit einem EQ verfeinern und entsprechende Modifikationen den beiden Param-Regler zuweisen, um so einen Schnellzugriff während der Performance zu ermöglichen. Über die Fußschalter lässt sich zum einen das Gerät „bypassen“ und zum anderen eines der 300 Presets auswählen. Rückseitig bietet auch dieses Gerät einen Anschluss für ein Expression-Pedal sowie MIDI-In und -Out.

Preis: € 539,00

Herstellerlink Strymon

Erica Synths - Acidbox III

Die Acidbox III ist ein hochwertiges resonanzfähiges Stereofilter mit nützlichen Zusatzfeatures. Sie präsentiert sich im schwarzen Gehäuse aus Aluminium und macht einen sehr stabilen und soliden Eindruck. Die großzügigen Regler werden euch dabei einen sehr leicht zugänglichen Workflow offerieren. Als Vorbild diente übrigens das Filter des legendären russischen Polivoks VCF.

Thematisch und logisch aufgebaut befindet sich zur rechten Hand die eigentliche Filtereinheit mit den beiden klassischen Cutoff- und Resonanz-Reglern. Mittels eines Kippschalters kann zwischen Lowpass- und Bandbass-Filter ausgewählt werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, über den „In Level Regler“ das Signal zu sättigen bzw. anzuzerren. Linker Hand erreicht man einen vielseitigen LFO mit sieben verschiedenen Schwingungsformen und einen Envelope-Follower. Beide Features können dazu genutzt werden, das Filter rhythmisch zu modulieren. Auf der Rückseite des Gerätes lassen sich Fußschalter, Expression-Pedal, Trigger-Signale und Steuerspannungen einspeisen. Des Weiteren lässt sich der LFO per Trigger-Signal synchronisieren.

Auch soundtechnisch hat die Acidbox III einiges zu bieten, denn clean ist sie nicht. Zum einen lassen sich abwechslungsreiche, schmatzende, wobblige und resonierende Klänge formen, zum anderen durch die Overdrive-Verschaltung dreckige und charakterstarke Klangergebnisse erzeugen. Außerdem bietet die Verschaltung des Filters subtile Stereoeffekte an. Die Acidbox ermöglicht nämlich in ihrer dritten Ausgabe die Verarbeitung von Stereosignalen, jedoch besteht auch die Möglichkeit, auch Monosignale einzuspeisen. Wer tiefer in die Materie des charakterstarken Filters eintauchen möchte, dem sei dieser Testbericht empfohlen.

Außerdem beschäftige sich der Künstler Stimming ausführlich mit dem Effekt, hier zu finden.

Preis: € 459,00

Herstellerlink Erica Syths

Elektron - Analog Heat

Elektron ist vor allem für seine einzigartigen Hardware-Synthesizer und Sampler mit komplexer Step-Sequencer-Einheit berühmt berüchtigt. Doch auch im Bereich der Effekte hat der schwedische Hersteller etwas zu bieten. Wer seinem Material die „gewisse Note“ verpassen möchte, für den könnte dieser analoge Stereo-Effektprozessor sehr interessant sein. Mit diesem Gerät könnt ihr Signale nicht nur subtil aufwerten, sondern auch sehr stark verzerren. Man kann ihnen mehr Substanz zukommen lassen und sie vor allem lebendiger gestalten.

Analog Heat präsentiert sich im typisch soliden Elektron-Design, nur kompakter. Auf der Oberfläche der Hardware finden sich die wichtigsten Parameter leicht zugänglich wieder. Das Gerät verfügt über acht analoge Distortion-Modi, mittels Dry/Wet- und Drive-Regler wird der Effektanteil der verschiedenen Charakteristika zum unbearbeiteten Signal zugemischt. Mit dem vorhandenen Zweiband-EQ lassen sich die Anteile eines Signals frequenzabhängig absenken und anheben. Das Multimode-Filter mit sieben Filtertypen weist nochmals eine eigene Drive-Funktion auf. Über das Menü, visualisiert innerhalb eines kleinen Displays, kann auf den LFO und die Hüllkurve zugegriffen werden, mit denen sich das Filter und andere Parameter modulieren lassen.

Darüber hinaus können zusätzliche Feinabstimmungen und Presets verwaltet werden. Mit der VST/AU-Plug-in Schnittstelle Overbridge ist das Einbinden in die DAW möglich und somit auch das Bedienen und Automatisieren von Parametern. Neben einer umfangreichen MIDI-Einbindung lassen sich auch bei diesem Effektgerät Expression-Pedal und Fußschalter einbinden. Dieser Spezialist ist alles andere als preiswert, allerdings beherrscht er die Aufgabe, für die er vorgesehen ist, auf höchsten Niveau und bietet exzellente Klangeigenschaften. Mehr zu diesem Gerät erfahrt ihr hier.

Preis: € 675,00

Herstellerlink Electron

Verwandte Artikel

User Kommentare