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07.04.2021

27 Jahre Kurt Cobain: 5 interessante Geschichten über den missverstandenen Rockstar

"Es ist besser auszubrennen als zu verblassen". Vor 27 Jahren - am 5. April 1994 - nahm sich Kurt sein Leben. Es ist wieder einmal Zeit den Frontsänger von Nirvana in Erinnerung zu rufen.

Kurt Cobain zählt als einer der größten Rockstars des 20. Jahrhunderts. In seinen 27 Jahren erlebte der hochsensible Frontmann viele Ups und Downs. Wir haben einige interessante Geschichten und Fakten zusammengestellt, die euch überraschen könnten. 

Die Story hinter MTV Unplugged

Der Auftritt in New York gilt bis heute als einer der erfolgreichsten Band-Auftritte im Fernsehen überhaupt. Die über 90 Wochen auf Platz 1 der Charts in den USA und Deutschland für das Live-Album sprechen für sich. Doch dass es überhaupt zu einem Auftritt kam war alles andere als sicher. Kurt war sichtlich geschwächt, hatte mit Entzugs- und Krankheitssymptomen zu kämpfen und weigerte sich am Tag davor aufzutreten. Außerdem kam es zu einem Disput mit Drummer Dave Grohl. Dieser spielte Kurt zu Folge zu energetisch für die Atmosphäre der mit Kerzen und Lilien dekorierten Bühne. Kurt dachte, dass die Energie von Grohl zu viel für die ruhigen Akustik-Versionen sein würde. Auch gab es Diskussionen mit MTV, da Nirvana Hits wie "Smells Like Teen Spirit" oder "Lithium" nicht spielen wollten. Ein kleines Geheimnis versteckte sich dann auch noch hinter einer Kiste. Darin befind sich ein Fender-Verstärker mit Effekten, an dem Kurts Akustik-Gitarre angeschlossen wurde. Ganz so "unplugged" war der Auftritt also nicht. 

Die teuerste Gitarre der Welt

Der Auftritt bei MTV führte 27 später auch noch zu einem Weltrekord. Die Martin D-18E Akustik-Elektrogitarre von Cobain wurde bei einer Auktion 2020 in Beverly Hills um unglaubliche 6 Millionen USD versteigert. Zugeschlagen hat der Schwede Peter Freedman, Chef von Rode Microphones. In einer Vitrine im Wohnzimmer wird die Gitarre allerdings nicht verblassen. Die Martin D-18E soll für Galerien, Ausstellungen und Museen zur Verfügung gestellt werden. Kurt selber zahlte einst 5.000 USD für die Gitarre aus dem Jahr 1959.

Kurt Smells Like Teen Spirit

Die Songtitel von Nirvana lagen meist irgendwo zwischen Humor, Provokation und den eigenen psychischen Probleme. So wollte Kurt das letzte Album "I Hate Myself And Want To Die" nennen. Erst Krist Novoselic konnte Kurt umstimmen. Letztlich wurde das Album unter dem Namen "In Utero" veröffentlicht. Die Geschichte hinter dem größten Hit "Smells Like Teen Spirit" hat da einen lustigeren Hintergrund. Nach einer langen Partynacht feierten Bandmitglieder und Freunde weiter in Kurts Haus. Die Sängerin Kathleen Hanna aus der Band Bikini Kill besprühte dann einer der Wände mit dem Satz "Kurt Smells Like Teen Spirit". Dabei war mit Teen Spirit die Deo-Marke seiner damaligen Freundin Tobi Vail gemeint.

Kurt war der Erfolg unangenehm

Diese Erzählung hört man immer wieder aus dem Umfeld von Kurt. "Kurt war sehr schüchtern", war sowohl von Bandmitgliedern, Fans und Mitarbeitern zu vernehmen. Dass er größtenteils introvertierte Phasen hatte, in denen er in Backstage lieber einen ruhigen Platz in der Ecke einnahm, war für einen Rockstar seiner Größe untypisch - für Kurt allerdings normal. Der ganze Erfolg war für ihn entsprechend schwer zu begreifen. Er spielte seinen Erfolg auch öfters runter: "Wir sind weit weniger bekannt als alle glauben", sagte er in einem seiner letzten Interviews 1993. Vor allem der ganze Medienrummel, das Streuen von Gerüchten, der Klatsch, die große Verantwortung als Frontman - Kurt fehlte das dicke Fell und er machte sich viele Gedanken um seine Position in der Welt. Am liebsten hätte er wohl auf viel Ruhm und Geld verzichtet.

Eine AI nahm einen neuen Cobain-Song auf

Bei dem Musikprojekt "Lost Tapes of the 27 Club" hat die Organisation "Over The Bridge" aus Toronto eine AI (Artificial Intelligence) programmiert, die Lieder von Artists aus dem Club 27 erzeugt: Jimi Hendrix, Amy Winehouse und Kurt Cobain wurden simuliert. Die AI analysiert dabei Melodien, Rhythmen und Lyrics ausgiebig, ehe sie eigene Versionen ausspuckte. Ein Tontechniker fasste dann die einzelnen Teile zu einer Komposition zusammen. Das Ergebnis könnt ihr hier hören:

Die Organisation möchte mit dem Projekt auf mentale Probleme von Musikern aufmerksam machen. Laut Over The Bridge hatten 71% von befragten Musikern Panikattaken und 68% Vorfälle mit Depressionen. Die Suizidrate ist außerdem doppelt so hoch im Vergleich zur Gesamtbevölkerung.

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