Blackstar Dept.10 Dual Distortion Test

Der Blackstar Dept.10 Dual Distortion des britischen Herstellers ist ein weiterer Streich aus der brandneuen Dept.10 Serie. Hinter diesem Namen verbirgt sich das Forschungs- und Entwicklungsteam der Company, das im britischen Northampton ansässig ist und eine neue Pedalreihe ins Leben gerufen hat. Selbige setzt sich aus drei Bodentretern zusammen, die allesamt mit einer ECC83-Vorstufenröhre bestückt sind, und deren Spannung trotz der Verwendung eines handelsüblichen 9-Volt-Netzteils auf satte 200 Volt hochgepumpt wird.
Das Dept.10-Produktportfolio setzt sich aus dem Dept.10 Boost, einem Booster/Buffer, dem Dual Drive

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Produktfotos für Remise 3 Medienservice Agentur GmbH

, einem Overdrive, und dem mir vorliegenden Dual Distortion zusammen. Die beiden letztgenannten Pedale besitzen neben der Röhrenpower und der zweikanaligen Ausführung noch je einen DI-Ausgang, der mit verschiedenen Cab-Simulationen belegt werden kann. Außerdem ist ein USB-Anschluss an Bord, der die Dual-Pedale sogar für die Verwendung als Audiointerface qualifiziert. All diese Features in einem Bodentreter vereint klingt ja schon fast zu schön, um wahr zu sein. Daher möchte ich im folgenden Test ergründen, was es mit dem Blackstar Neuzugang auf sich hat.

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Details

Gehäuse/Optik

Der Dual Distortion zeigt sich in einem rechteckigen, schwarz lackierten Metallgehäuse, das mit den Maßen 116 x 150 x 74 mm in etwa der Größe von zwei Standardpedalen entspricht. Die Bedienelemente versammeln sich in der vorderen Pedalhälfte in Form von acht schwarzen Kunststoffpotis und drei Kippschaltern, allesamt mit gut ablesbarer Beschriftung. Vorne mittig ist die ECC83-Röhre platziert, deren sensibler Glaskolben von einem schwarzen Überrollbügel geschützt wird. Im hinteren Pedaldrittel sind zwei Fußschalter angebracht, mit denen die beiden Kanäle unabhängig voneinander angeworfen werden. Den Betriebszustand quittieren die Kanäle mit einer weißen LED bei Kanal 1 und einer roten LED bei Kanal 2.

Fotostrecke: 4 Bilder Der Dual Distortion aus der Blackstar Dept. 10 Serie erscheint ganz in Schwarz im Testlabor.
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Die Pedalseiten stellen die Anschlüsse bereit, rechts außen den Input und gegenüber auf der linken Seite den Amp-Ausgang sowie den Cab-Rig-Output im 6,3 mm Klinkenformat. Stirnseitig befinden sich die Send- und Return-Buchsen, ein symmetrischer XLR-Line-Out und ein USB Typ-B-Anschluss. Die Buchse für das im Lieferumfang enthaltene Netzteil, das 500 mA und 9 V bereitstellt, ist ebenfalls hier untergebracht, allerdings darf man sich von den 9 Volt nicht täuschen lassen, denn diese werden intern auf 200 Volt hochgetaktet.
Vier Gummifüße unter dem Pedal gewährleisten Kratz- und Rutschsicherheit, während die vier Kreuzschrauben kaum in Gebrauch genommen werden müssen, da von Herstellerseite vom Öffnen des Pedals und dem eigenständigen Röhrenwechsel abgeraten wird. Sollte dieser unwahrscheinliche Fall doch einmal anstehen, empfiehlt Blackstar das Aufsuchen einer Fachwerkstatt.
Der Lieferumfang erstreckt sich auf ein Quickstart-Guide und das schon erwähnte Netzteil. Ein USB-Kabel für den Einsatz der Architect Software, auf die wir weiter unten noch zu sprechen kommen, sollte man sich selbst bereitlegen. Das detailliertere Manual steht übrigens zusätzlich auf der Website zum Download bereit.

Fotostrecke: 5 Bilder Auf der linken Seite des Gehäuses sitzen die Buchsen für den Ausgang und der Cab-Rig Out.
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Bedienung

Beim Dual Distortion handelt es sich um einen zweikanaligen Röhren-Preamp beziehungsweise -Distortion, dessen Anschluss wahlweise an einen Gitarrenamp oder via Cab-Rig-Out oder Line-Out auch direkt in eine DAW oder Mischpult vorgesehen ist. Entscheidet man sich für letztere Variante, können die Ausgänge mit diversen Speakersimulationen versehen oder aber als unkorrigiertes Signal zur freien Belegung mit eigenen Speakersimulationen belegt werden.
Der erste Kanal besitzt zwei wählbare Grund-Voicings, nämlich CL für Clean und CR für Crunch, die mithilfe des links außen angebrachten Zweifachschalters aktiviert werden können. Regelbar sind hier Gain für den Grad der Verzerrung sowie Level für die Kanallautstärke. Im zweiten Kanal kommt etwas mehr Zerre ins Spiel und die Modi OD1 und OD2 sind ebenfalls in Gain und Level regelbar. Die beiden Kanäle sind übrigens nur separat nutzbar, wobei die gemeinsame Klangregelung aus einem Dreiband-EQ mit Bass-, Middle- und Treble-Poti sowie einem ISF Regler besteht. Hinter diesen drei Buchstaben verbirgt sich das von Blackstar patentierte “Infinite Shape Feature“, mit dem sich das Tonestack, also die EQ-Kurve für den Bereich um die Centerfrequenz von Bass-, Mitten- und Höhenregler verschieben lässt. Die linke Potistellung führt zu der tighten, fokussierten Reaktion, die man amerikanischen Amps wie beispielsweise Fender nachsagt, während es rechts außen tendenziell „britischer“ bzw. “marshallig” wird.
Auch an einen Einschleifweg wurde gedacht, der nach der Klangerzeugung angesiedelt wurde, sodass die Ausgangsverstärkung hinter dem Return liegt. Auf diese Weise lassen sich zeitbasierte Effekte wie Delays oder Modulationseffekte unkompliziert in das Setup integrieren.

Fotostrecke: 4 Bilder Auf der Oberseite befinden sich getrennt pro Kanal mehrere Potis,…
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Cab Rig und Architect Software
Das besondere Feature der Dual-Serie ist jedoch der Cab-Rig-Switch, über den man aus drei Speakersimulationen wählen kann. Das frequenzkorrigierte Signal liegt nun sowohl am asymmetrischen Cab-Rig-Out, der auch als Kopfhörerausgang fungiert, als auch am symmetrischen Line Out an. Dabei kann, wie oben erwähnt, per kostenloser Architect Cab Rig Software auch ein unkorrigiertes Line-Signal ausgegeben werden. Ebenfalls per Software lassen sich die drei Speicherplätze über die USB-Schnittstelle frei konfigurieren, ab Werk sind diese drei Slots mit diversen Cabs belegt. Hierzu muss man lediglich einen User-Account auf der Blackstar-Website erstellen und das Pedal registrieren, um zum Download der portablen Anwendung zu gelangen. Auch die interne Firmware des Pedals wurde von mir umgehend auf diesem Weg auf den neuesten Stand gebracht und ist zum Testzeitpunkt auf der aktuellsten Version.
Der USB-Anschluss dient jedoch nicht nur der Verbindung mit der Architect App, sondern auch dem Einsatz als Audio Interface, wobei PC-User einen externen Asio-Treiber wie Asio4All zuhilfe nehmen, Mac User hingegen nur einstöpseln müssen.
Das Architect Programm bietet nun eine üppige Auswahl aus Cabs, Mikes, Poweramp-Einstellungen und hat sogar einen EQ und Reverb an Bord.

Anmerkung: Da die Architect Software für den Dual Distortion identisch zur Dual Drive Variante ist, möchte ich an dieser Stelle auf das Review des letztgenannten Pedals verweisen, wo ich tiefer auf die Funktionen des Programms eingehe.
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