Anzeige

Interview Mark King

B: Hat sich die Art zu schreiben in den fast 30 Jahren deiner Karriere geändert?
Und ob! Als wir begannen, waren wir um die 22 Jahre alt. Unsere Erfahrungen waren sehr begrenzt. Am Anfang hat auch niemand gesungen, wir spielten ausschließlich Instrumentals. Wir kümmerten uns nicht um Texte oder gar um singbare Melodien. Die Instrumente waren wichtig. Als wir dann doch anfingen Melodien zu schreiben, stellten wir fest, dass Mike Lindup die hohen und ich die Tiefen Melodien singen konnten. So entstand unsere spezielle Art zu singen.
Auch als Frontman King!
Auch als Frontman King!
B: Anfangs hattet ihr ja viele Einflüsse von Jazz und Funk in der Musik. Als dann „Lessons in Love“ ein großer Hit wurde, warfen euch viele Leute vor, ihr würdet die Vergangenheit leugnen. Tut so etwas weh?
Nein, nicht wirklich. Denn durch diese Hits erreichten wir ein viel größeres Publikum, das plötzlich unsere Musik mit Begeisterung hörte. Jeder will doch soviel Publikum erreichen wie nur möglich. Und das haben wir dadurch geschafft. Weißt du, es waren nicht so viele, die sagten „Lessons in Love“ klingt nicht mehr nach „Level 42“. Aber da waren plötzlich hunderttausend andere, die sagten, dass das ein interessanter Song sei, und sich fragten von welcher Band er wohl gespielt würde. Wir erreichten plötzlich ganz neue Leute, die sich dann auch für unsere Alben interessierten. Eine gute Sache.
B: Ende der Achziger gab es dann einige Besetzungswechsel in der Band. Was war passiert?
Es war so um 1987 herum. Wir hatten sehr viel gearbeitet, sieben Jahre lang ohne Unterbrechung! Die Brüder Phil und Boon Gould verließen die Band, weil es ihnen zu viel wurde. Sie schrieben noch für uns, waren aber keine festen Mitglieder mehr. Kurzfristig kamen Neil Conti und Paul Gendler in die Band. Dann spielten Gary Husband (Drums) und Steve Topping mit uns. Aber Steve kam nicht so zurecht mit dem Bandleben. Deshalb arbeiteten wir zeitweise auch mit Alan Murphy (Gitarre).  Es war schon eine unruhige Zeit, aber Änderungen gehören halt zum Leben.
B: Und wie kam es dann 1994 zum Split?
Auch nach den Besetzungswechseln in den Achzigern haben wir ja ohne Unterbrechung weitergearbeitet. Als dann auch noch Mike Lindup die Band verließ, dachte ich, es wäre das Beste, die Band eine Weile ruhen zu lassen und einfach zu schauen, was passiert. Nach ungefähr sechs Monaten ging ich zurück nach London, um ein paar Songs zu schreiben. Der Verlag wollte ein paar Sachen hören und meinte, ich solle ein Soloalbum machen. Das machte ich dann und ich tourte mit diesem Album dann Ende der Neunziger als Mark King Group. Dann kam Gary Husband zurück in die Band und auch mein Bruder Nathan war dabei. Als dann irgendwann auch noch Mike zurückkam, war es wieder „Level 42“. Eigentlich nicht geplant, es ist so passiert. Es kam einfach eines zum anderen.
Als dann irgendwann auch noch Mike (Lindup) zurückkam, war es wieder „Level 42“. (Foto: Alois C. Braun)
Als dann irgendwann auch noch Mike (Lindup) zurückkam, war es wieder „Level 42“. (Foto: Alois C. Braun)
Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.