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5 Dinge, die du insgeheim schon immer mal den Tontechniker fragen wolltest

Warum kann beim Soundcheck eigentlich nicht mal der Gitarrist beginnen? Was ist an Kabeln so empfindlich? Und warum klingen wir live immer anders als im Proberaum? Dies und noch mehr würdest du gern mal den Menschen am FOH fragen, aber bislang war nie Zeit dafür? Hier sind die Antworten auf fünf Fragen, die Mischern in ruhigen Momenten am häufigsten von Musikern gestellt werden.

(Bild: Shutterstock/Maxim Tarasyugin)
(Bild: Shutterstock/Maxim Tarasyugin)

1. Warum fängt beim Soundcheck eigentlich immer der Drummer an? 

Ein guter Gesamtklang einer Band ist wie ein gut gebautes Haus. Es braucht ein solides Fundament. Wir betreten das Haus und verschaffen uns einen ersten Eindruck. So ist es für Mischer mit dem Drummer. Die tieffrequenten Signalanteile des Drumsets schaffen eine akustische Basis. Spielt der Drummer treibend oder eher laidback? Das gibt mir als Mischerin erste Hinweise auf den Livesound der Band, der mitunter von Studioaufnahmen erheblich abweichen kann. Wie verhält es sich mit den Höhen? Auch der Klang einer Bassdrum hat einen nicht zu unterschätzenden Anteil an hohen Frequenzen. Trotzdem muss ich im Gesamtsignal schon mal Lücken schaffen, damit noch Platz für hohe Frequenzen anderer Instrumente ist, damit zum Beispiel die Stimme brillant klingt. 

2. Warum guckt der Mischer schief, wenn ich auf der Bühne auf Kabeln stehe?

Auf Bühnen kann’s schon mal wild zugehen. Dafür sollte man sich freien Platz schaffen. Denn Mikrofonkabel haben ein enormes Innenleben, das man besser nicht zertritt. Unter der Ummantelung verbirgt sich zunächst die Abschirmung. Das ist ein Geflecht aus hauchdünnen Kupferdrähtchen. Eine intakte Abschirmung sorgt dafür, dass keine Störungen ins Audiosignal gelangen. Je nach Qualität des Kabels sind weitere Materialien eingearbeitet. Unter der Abschirmung befinden sich die eigentlichen signalführenden Adern, meist zwei. Sie sind jeweils umhüllt von einer Isolierung und haben in der Regel einen Durchmesser von nicht mehr als einem halben Millimeter. Würde eine nur 0,5 mm dünne Kupferader offen liegen, würde sie wohl niemand schwungvoll mit vollem Körpergewicht belasten und erwarten, dass sie danach noch so stabil ist wie vorher.

3. Warum sollte ich am Mikrostativ den Galgen immer erst lose drehen, bevor ich ihn runter/hochbiege?

Galgen, auch Ausleger oder Schwenkarm genannt, werden mit Knebeln oder Flügelmuttern fixiert, damit sie nicht während des Auftritts ganz langsam absacken. Besonders unangenehm ist das bei Pianisten oder anderen Musikern, die während des Konzerts keine Hand frei haben, um das Micro wieder auf die gewünschte Höhe zu bringen. Bei einem funktionierenden Stativ wird dafür der Galgen fixiert, indem man mit Knebel oder Flügelmutter die Schwenkarmhalterung zusammengepresst. Als Unterlegscheiben verwendet man dabei sog. Rubber Plates, Gummischeiben mit Gewebeeinlage. Wird nun der Ausleger mit angezogener Flügelmutter hoch oder runter gedrückt, werden die Gummischeiben zerrieben und dadurch alsbald zerstört. Der Ausleger kann dann nicht mehr stabil festgedreht werden. 

4. Warum klingt eine Band auf der Bühne anders als im Probenraum?

Jeder Raum hat seine eigene Akustik, abhängig von den Maßen und dem verbauten Material. Auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit verändern den Klang. Dazu kommt, dass weil der Proberaum meist kleiner ist als der Club, die Lautstärkenverhältnisse andere sind. Wenn wir zum Beispiel den Gitarrenverstärker lauter regeln, klingt er für das menschliche Ohr nicht nur lauter, sondern auch anders. Ein Grund ist, dass wir tiefe Frequenzen erst ab einer gewissen Lautstärke hören können. Sie werden uns bei hoher Lautstärke stärker auffallen und können gleichzeitig andere Frequenzen überdecken.

5. Warum klingt eine Band beim Soundcheck anders als beim Konzert?

Soundchecks finden in leeren Hallen statt. Die hoffentlich zahlreich eintreffenden Gäste absorbieren später mit ihren Körpern einiges an Schall. Dies ist kein linearer Prozess, sondern aufgrund der unterschiedlichen Wellenlängen von tiefen, mittleren und hohen Signalen werden nur bestimmte Frequenzbereiche geschluckt. Zumeist sind das Höhen, was oft zu einer unerwünschten Betonung in bestimmten Mittenbereichen führen kann. Lediglich sehr hochwertige Theaterbestuhlung weist ein Absorptionsverhalten auf, das eigens dem von menschlichen Körpern nachempfunden wurde. Was in allen anderen Venues hilft, sind erfahrene Mischer, die ihren Raum gut kennen und diesen bereits beim Soundcheck berücksichtigen.Dies sind einige Fragen, die mir von Musikern am häufigsten gestellt werden. Habt ihr als Musiker weitere Fragen, die ihr dem Menschen vom Ton immer schon mal stellen wolltet? Dann schreibt mir gern unten einen Kommentar.

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(Bild: Shutterstock/Maxim Tarasyugin)

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von christiane.richwien

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Profilbild von Christian Gutfleisch

Christian Gutfleisch sagt:

#1 - 18.05.2018 um 21:34 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Ich habe sehr selten live einen gut verstärkten Flügel gehört. Dies scheint sehr diffizil zu sein, aber ist dennoch möglich. Ist dies eher ein handwerkliches oder ein Kostenproblem durch Mehraufwand seitens der Tonis?

    Profilbild von Christiane Richwien

    Christiane Richwien sagt:

    #1.1 - 23.05.2018 um 12:44 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    Lieber Christian Gutfleisch! Aus meiner Erfahrung ist es sinnvoll, wenn der durch Mikros abgenommene Signalanteil am akustischen Gesamtereignis 'Flügel' sehr direkt klingt, sonst beginnt der Klang zu 'schwimmen'. Dazu ist es erforderlich, für die verwendeten Mikrofone durch Abhören am Instrument Positionen zu finden, an denen einerseits der abzunehmende Bereich gut abgedeckt ist, also zum Beispiel die tiefen Töne. Gleichzeitig muss andererseits die Position noch so nah am Instrument sein, dass der Klang noch schön direkt wirkt. Sollte dann mehr Raumklang gewünscht sein, bietet sich die Verwendung eines hochwertigen Effektgeräts an.

    Antwort auf #1 von Christian Gutfleisch

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