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Joachim Witt warnt vor KI: „Das gibt soziale Unruhen“

Joachim Witt sieht die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz kritisch. Der Musiker befürchtet, dass KI zahlreiche Arbeitsplätze kosten und soziale Unruhen auslösen könnte. Dabei ist er selbst längst auf den Geschmack der neuen Technologie gekommen und nutzt sie sogar beim Komponieren.

© Markus Felix (talk to me), CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

KI könnte Arbeitsplätze gefährden

Joachim Witt blickt mit Sorge auf die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz. Der durch Songs wie „Der Goldene Reiter“ und „Die Flut“ bekannte Musiker befürchtet, dass KI künftig zahlreiche Arbeitsplätze ersetzen könnte. Besonders die möglichen gesellschaftlichen Folgen bereiten dem 77-Jährigen Sorgen.

Im Gespräch mit WELT und ROLLING STONE für das gemeinsame Format „MusikerGrillen“ findet Witt deutliche Worte: „Das gibt soziale Unruhen.“ Seiner Ansicht nach müssten bereits jetzt Maßnahmen ergriffen werden, um Menschen bei einem möglichen Arbeitsplatzverlust ausreichend abzusichern.

„Die Menschen müssen irgendwie aufgefangen werden. Man muss jetzt schon über Sozialprogramme, über Fonds und so weiter nachdenken. Sonst ist der Teufel los“, erklärt der Sänger.

Mehr Verantwortung beim Einsatz künstlicher Intelligenz

Vor allem der bisherige Umgang mit den gesellschaftlichen Risiken der KI stößt bei Joachim Witt auf Kritik. Nach seiner Einschätzung wird bislang zu wenig darüber gesprochen, wie Menschen vor den wirtschaftlichen Folgen der neuen Technologie geschützt werden können. „Ich habe noch keine grundsätzliche Stellungnahme von entsprechend kompetenter Seite gehört, wie für die Menschen in dieser Situation gesorgt werden soll. Die bekommen ja nicht alle sofort einen anderen Job“, kritisiert Witt.

Der Musiker fordert deshalb, die möglichen Auswirkungen künstlicher Intelligenz deutlich ernster zu nehmen. Auch die zunehmenden Existenzängste innerhalb der Bevölkerung sieht er als Problem. Viele Menschen wollten schließlich ein möglichst sorgenfreies Leben führen, ohne einen sozialen Abstieg befürchten zu müssen. Werden diese Ängste ignoriert, könnte das seiner Meinung nach langfristig Konsequenzen haben. „Wenn ich die Sorgen der Bevölkerung nicht ernst nehme, kriege ich irgendwann die Quittung“, warnt er.

Witt nutzt KI selbst beim Komponieren

Trotz seiner deutlichen Warnungen steht Joachim Witt der Technologie grundsätzlich offen gegenüber. Für seine künstlerische Arbeit setzt der Musiker bereits selbst auf künstliche Intelligenz. „Ich arbeite viel mit KI“, verrät Witt. Sie hilft ihm beispielsweise dabei, neue Ideen zu entwickeln oder Plattencover zu gestalten. Auch beim Komponieren kommt sie inzwischen zum Einsatz. Auf die entsprechende Frage antwortet der Sänger: „In der Komposition teilweise.“

Dabei legt Witt großen Wert darauf, dass die kreativen Entscheidungen weiterhin bei ihm liegen. Bei der Gestaltung eines Covers hat er beispielsweise genaue Vorstellungen davon, wie die dargestellten Figuren aussehen sollen und welche Lichtstimmung er erzeugen möchte. Einen kürzlich mithilfe künstlicher Intelligenz entstandenen Entwurf bezeichnet er als „fantastisch“.

Der hohe Preis des technischen Fortschritts

Joachim Witt hat in seiner Karriere schon einige technische Veränderungen miterlebt und steht neuen Entwicklungen weiterhin offen gegenüber. Doch bei künstlicher Intelligenz könnte der Fortschritt einen hohen Preis haben. Was heute noch als praktische Unterstützung gilt, könnte morgen ganze Berufsfelder verändern oder überflüssig machen.

Wie weit diese Entwicklung gehen wird, lässt sich bislang kaum abschätzen. Klar ist aber, dass die Begeisterung für immer leistungsfähigere KI schnell einen bitteren Beigeschmack bekommen könnte, wenn am Ende vor allem diejenigen profitieren, die durch ihren Einsatz Kosten sparen. Für die Menschen, deren Arbeit dadurch ersetzt wird, dürfte sich der technische Fortschritt jedenfalls deutlich weniger vielversprechend anfühlen.

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