Test: MXR Textures Granular Synth Engine – Granularsynthese-Effekt mit vielen Gesichtern

Mit dem MXR Textures bringt der Effektspezialist aus New York sein erstes Granular-Synth-Pedal auf den Markt. Im Stile eines Delay- oder Looper-Pedals kann das Textures kleine Segmente des Eingangssignals aufnehmen (Micro-Sampling) und auf vielfältige Art und Weise wiedergeben. Die dadurch entstehenden Grain- bzw. Glitch-Effekte äußern sich in einzigartigen Delay-Klangtexturen, kombiniert mit Reverb-, Octave- und Vibrato-Effekten. Das Textures verfügt über 8 Preset-Speicher, kann in Mono und Stereo betrieben werden und bietet externe Steuerungsoptionen (Tap-Tempo, Expression).

Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • einzigartige Klangtexturen
  • vielseitig einsetzbar (Delay-, Reverb-, Octave- und Sustain-Effekte)
  • sehr brauchbare Onboard-Presets
Contra
  • Auto-Freeze-Modus wirkt oft unberechenbar
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • einzigartige Klangtexturen
  • vielseitig einsetzbar (Delay-, Reverb-, Octave- und Sustain-Effekte)
  • sehr brauchbare Onboard-Presets
Contra
  • Auto-Freeze-Modus wirkt oft unberechenbar

MXR Textures Granular Synth Engine – Das Wichtigste in Kürze

  • Welche Effekt-Modi bietet das Textures? Das Textures verfügt mit Delay, Auto-Freeze und Layers (inspiriert vom gleichnamigen MXR-Pedal) über drei Effekt-Modi. Alle Effekte können mit einem Pitch-Shifter (+/- 2 Oktaven), verschiedenen Granular-Effekten sowie Vibrato und Reverb kombiniert werden.
  • Ist das Textures ein Stereo-Effekt? Das Textures hat Stereo-Ein- und Ausgangsbuchsen, die mit einem TRS-Split-Kabel genutzt werden können. Alternativ kann die CTR-Buchse als zweiter Ausgang verwendet werden. 
  • Gibt es externe Steuerungsoptionen? Die CTR-Buchse kann zum Anschluss eines Tap-Tempo-Tasters oder eines Expression-Pedals genutzt werden. In diesem Fall steht der Stereoausgang nur per TRS-Split-Kabel über die Output-Buchse zur Verfügung. Einen Software-Editor gibt es nicht. 
  • Kann man eigene Presets speichern? Die 8 Werks-Presets können jederzeit mit eigenen Presets überschrieben und bei Bedarf wieder auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt werden.
  • Was sagt der Test? Das MXR Textures überzeugt mit einzigartigen Klangtexturen, ansprechenden Stereo-Sounds und äußerst brauchbaren Onboard-Presets. Besonders im Auto-Freeze-Modus wirken die Grain-Effekte allerdings oft etwas unberechenbar.  

Wie funktioniert die Granular Synth Engine?

Das Textures nimmt über einen Audio-Buffer das Eingangssignal auf und zerlegt es in kleine Audioabschnitte, sogenannte Grains. Diese Grains werden (ähnlich wie bei einem Looper) wieder abgespielt, nachdem sie in ihrer Länge, Startposition, Abspielrichtung oder Tonhöhe moduliert wurden. Dabei können mehrere Grains gleichzeitig erklingen und sich gegenseitig überlappen. 

Drei Effektmodi sorgen für unterschiedlichste Sounds

Wie die Audioabschnitte vom Textures aufgenommen und wiedergegeben werden, hängt zunächst vom gewählten Effektmodus ab. 

Im Delay-Modus wird das Eingangssignal kontinuierlich in den Buffer geschrieben und als Grain wiedergegeben. Während ein reguläres Delay immer das zusammenhängende Signal wiederholen würde, sind hier nur einzelne Abschnitte (Grains) betroffen.

Im Auto-Freeze-Modus wird das gespielte Signal in mehrere Audio-Buffer aufgenommen, eingefroren und endlos wieder abgespielt. Wie bei einem Looper-Pedal können sich die Grains dabei überlappen.

Der Layer-Modus basiert auf dem von uns bereits getesteten MXR Layers und verwendet vier kleinere Buffer, die nacheinander Signale aufnehmen und wieder abspielen. Sobald alle vier Buffer „voll“ sind, ersetzt jede neue Note die jeweils älteste Aufnahme. 

Fotostrecke: 5 Bilder Das MXR Textures präsentiert sich als erstes Granular-Synth-Pedal des Herstellers.

So nimmt man Einfluss auf die Grains und Glitches

Je nach Effektmodus lassen sich die aufgenommenen Abschnitte des Eingangssignals beim MXR Textures vielfältig bearbeiten. Mit Size- und Time-Poti ist es möglich, die Länge und den Abstand der Grains zu beeinflussen, während das Regen-Poti für die Anzahl der Wiederholungen verantwortlich ist. Im Layers-Modus werden über Time- und Regen-Poti die Fade-In- und Fade-Out-Zeiten der Grains gesteuert. In allen Modi legt das Overlap-Poti fest, wie viele Grains (1 bis 30) gleichzeitig abgespielt werden, während über das Mix-Poti der Anteil des trockenen Signals festgelegt wird. 

Ebenfalls global arbeiten das Pitch-Poti mit stufenloser Tonhöhenmodulation (-2 bis +2 Oktaven) und der Reverse-Button zum Rückwärtsabspielen des aufgenommenen Audiomaterials.

Neben diesen Grundfunktionen verfügt das MXR Textures über eine beachtliche Anzahl an Sekundäreffekten wie Reverb, Vibrato oder Filter, die über insgesamt 4 Poti-Ebenen gesteuert werden können. Für einen detaillierten Überblick empfiehlt sich hier definitiv ein Blick ins Manual. 

Der Testaufbau

Getestet wird das MXR Textures über einen Budda Superdrive 45 Amp, dessen Signal mit einer RedSeven Amp Central Evo Loadbox aufgezeichnet wird. Die Gitarre meiner Wahl ist eine Maybach Lester.

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Wie klingt das Textures?

Das Wichtigste vorab: Das Textures ist kein selbsterklärendes Pedal und bedarf einer gewissen Eingewöhnungszeit. Vor allem im Auto-Freeze-Modus sorgen schwer vorhersehbare Kaskaden an Micro-Loops zunächst für Verwirrung, bis man das „Eigenleben“ der Granularsynthese für sich zu nutzen lernt. Dafür wird man dann aber mit sehr eigenständigen Sounds auf höchstem klanglichen Niveau belohnt, die vor allem im Stereo-Betrieb ungemein inspirierend wirken. 

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Das Mikro-Sampling sorgt dabei für subtile Delay-, Shimmer- oder Pitch-Effekte und kann in seinen Extremsettings auch als Octaver oder Sustainer herhalten. Als Ausgangspunkt empfehlen sich hier die sehr gut gewählten Onboard-Presets, von denen aus man sich hervorragend in die Welt des MXR Textures vorarbeiten kann.

Die 8 Werks-Presets bilden einen hervorragenden Ausgangspunkt 

Wir hören im ersten Abschnitt eine Auswahl von fünf leicht veränderten Werks-Presets, die den Funktionsumfang des Pedals beleuchten. 

Audio Samples
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Praxisbeispiel Preset 1 (Stereo) Praxisbeispiel Preset 5 (Stereo) Praxisbeispiel Preset 6 (Stereo) Praxisbeispiel Preset 7 (Stereo) Praxisbeispiel Preset 4 (Stereo)

Die drei Effekt-Modi im Vergleich

Als Nächstes hören wir einen Direktvergleich der drei Effekt-Modi sowie einige Effektparameter im Detail. Dabei kratzen wir gerade einmal an der Oberfläche der auf insgesamt vier Poti-Ebenen verfügbaren Funktionen.

Audio Samples
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Direktvergleich Delay → Auto Freeze → Layers Delay-Mode, Time 9/12/15 + Reverse Auto-Freeze, Size 9/12/15 + Overlay + Reverse Layers, Size 9/12/max +Reverse

Das Pitch-Poti erlaubt in allen drei Modi, die aufgenommenen Grains stufenlos in der Tonhöhe zu modulieren. Während die Zwischenstellungen eher für harmonisches Chaos sorgen, klingen die reinen Oktaven in allen Modi sehr ansprechend.

Audio Samples
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Octave-Up, Auto Freeze Mode Octave-Down, Delay Mode

Per Expression-Pedal ist es möglich, zwischen zwei beliebigen Settings hin und her zu blenden. Eingeschlossen sind dabei auch Wechsel zwischen den Effekte-Modi.

Audio Samples
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Praxisbeispiel Expression, Vibrato-Speed Praxisbeispiel Expression, Mode-Blend

Fazit

Das MXR Textures ist ein sehr inspirierendes und eigenständiges Effektpedal, angesiedelt irgendwo zwischen Delay, Ambient-Reverb, Pitch-Shifter und Modulationseffekt. Mit seinen drei Effekt-Modi liefert es eine beachtliche Bandbreite an Sounds vom subtilen Delay über tragende Synth-Pad-Klänge bis hin zu völlig abgedrehten Alien-Sounds. Und das alles auf höchstem klanglichen Niveau, vor allem im Stereobetrieb. 

Allerdings muss man sich im Klaren darüber sein, dass das Pedal in vielen Einstellungen ein recht chaotisches Eigenleben entwickelt, das sich vor allem mit dem rhythmischen Spiel nicht immer gut verträgt. Wer damit leben kann, findet mit dem Textures ein hervorragendes Effektpedal für die nicht ganz alltäglichen Sounds.

Artikelbild
Textures Granular Synth Engine
Für 299,00€ bei
  • Hersteller: MXR
  • Modell: Textures
  • Typ: Granular-Synth-Pedal
  • Herstellungsland: USA
  • Anschlüsse: Input, Output, CTR, Netzteil
  • Regler/Schalter: Time, Reverse, Size, Overlap, Regen, Pitch, Mix, Tap/Exp/Audio
  • Stromversorgung: 9-V-Netzteil
  • Stromaufnahme: 300 mA
  • Abmessungen: (B × H × T) 60 × 50 × 110 mm
  • Gewicht: 258 g
  • Ladenpreis: 299,00 Euro (Oktober 2026)

Herstellerseite: https://www.jimdunlop.com/products/electronics/mxr/

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