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Gibson Les Paul Signature T 2013 Test

Die Gibson Les Paul Signature T 2013 im bonedo-Test  –  In einer Symbiose aus traditioneller Handwerkskunst und Hightech fertigen die Gitarrenbauer aus Nashville seit Jahrzehnten edle, mit sechs Saiten bestückte Holzbrettchen, die Gitarristenherzen auf der ganzen Welt höher schlagen lassen. 2013 ist für Gibson das Jahr der Les Paul, und es bleibt kein Anlass ungenutzt, diese Ikone unter den E-Gitarren und mit ihr auch ihren Schöpfer gebührend zu feiern.  

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Ein bisschen höhenreich abgestimmt, aber insgesamt hervorragend: Gibson Les Paul Signature T 2013


Bei der hier getesteten Les Paul Signature T 2013 handelt es sich – wie könnte es bei einem solchen Instrument auch anders sein – im Grunde genommen um eine Weiterentwicklung der Les Paul in guter, alter Tradition. Auch diesmal hatte man nicht die Absicht, das Rad neu zu erfinden, sondern Les Paul Merkmale verschiedener Epochen in einem Instrument zu vereinen. Dass auch eine solche Variante ihre Reize hat, zeigt der folgende Test.

Details

Der Korpus

Für die Konstruktion einer Les Paul kommen normalerweise drei Holzarten zum Einsatz. Hals und Korpus werden traditionell aus Mahagoni gefertigt, das Griffbrett aus Palisander, und die leicht gewölbte Decke aus Ahorn – bei unserer Testkandidatin in Vintage Sunburst – verleiht dem Sound zusätzliche Brillanz und Attack. Sie ist rein optisch ein Augenschmaus und gibt dem Instrument gleichzeitig einen leichten Vintage-Look. Mahagoni und Ahorn gehen eine klanglich perfekte Symbiose ein und erzeugen den typischen Les Paul Sound, der dieses Instrument weltbekannt gemacht hat. Der Korpus selbst ist innen wie ein Schweizer Käse von etwa drei Zentimetern messenden Bohrungen durchsetzt, ein Effekt, der neben der Gewichtsreduktion auch das Schwingungsverhalten der Gitarre beeinflusst. Die gesamte Hardware ist verchromt, am Steg eine Tune-o-Matic Bridge mit Stoptailpiece, alles alte Bekannte, die einfach zu einer Les Paul gehören wie Hopfen und Malz zu einem guten Bier. Dreht man die Gitarre um, sieht man die beiden obligatorischen Elektrofächer, die durch Kunststoffabdeckungen verschlossen sind. Nach dem Abschrauben offenbart sich auch hier eine erstklassige Verarbeitung.

Fotostrecke: 5 Bilder “Vintage Sunburst” steht der Paula gut!
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Der Hals

Der Mahagonihals trägt nicht etwa das erwähnte traditionelle Palisandergriffbrett, sondern Gibson greift auch bei diesem Modell auf Granadillo zurück, einen Werkstoff, der aber ganz ähnliche Eigenschaften besitzen soll. Aber warum kommen besonders bei Gibson in neuerer Zeit so oft alternativen Griffbrettmaterialien zum Einsatz? Vor einigen Jahren bekam der Hersteller massive Probleme mit den amerikanischen Umweltbehörden, weil man bei der Beschaffung von Palisander und Ebenholz gegen Importbestimmungen verstoßen hatte. Nachdem schwer bewaffnete Sondereinsatzkräfte die Gibson-Fabriken in Tennessee durchsucht hatten, wurde klar, dass man Alternativen finden musste. Bei einem Testbericht über die Gibson Midtown Custom fiel mir vor einiger Zeit schon das außergewöhnliche Griffbrett dieser Gitarre auf. Hier hatte man Richlite verwendet, ein ebenfalls sehr hartes und widerstandsfähiger Material, das man bis dahin eher mit Schneidbrettern in Verbindung brachte.

Fotostrecke: 5 Bilder Das Granadillo-Griffbrett liefert ein Plus an hohen Frequenzen
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Aber zurück zu unserer Les Paul Signature T: Aufgrund der Härte und Dichte des Griffbrettmaterials kommt es zu einer Anreicherung der oberen Frequenzen, wobei aber die Festigkeit sicher eine primäre Rolle spielt. Schließlich brauchen die 22 Jumbobünde eine solide Grundlage und sicheren Halt. Das sorgfältig eingefasste Griffbrett ist ebenso tadellos verarbeitet wie der Plek-geschnittene Corian-Sattel. Das Shaping des Halses entspricht in etwa dem 60s Neckprofil und lässt sich unglaublich gut bespielen. Es ist weder zu dick noch zu dünn und für Leute, die wie ich eher auf mittlere C-Halsprofile eingeschossen sind, einfach ein Traum. Die Saitenlage ist perfekt, ohne jegliches Schnarren oder tote Punkte. Last, but not least verrichten die Lockingmechaniken von Grover einen wirklich erstklassigen Job und beschleunigen zudem den Saitenwechsel erheblich.

Elektronische Schaltung

Die Gibson Les Paul Signature T ist mit zwei splitbaren Humbuckern ohne Abdeckung ausgestattet, die sich an den PAFs der späten Fünfzigern orientieren. In der Halsposition sitzt ein ’57 Classic mit Alnico II Magneten für einen bluesigen und offenen Ton, während der Steg mit dem etwas leistungsstärkeren ’57 Classic Plus ausgestattet wurde. Die Schaltung ist im Grunde genommen klassisch aufgebaut. Die beiden Tonabnehmer lassen sich mit einem Toggleswitch anwählen und können einzeln oder zusammen verwendet werden. Jeder Pickup besitzt seinen eigenen Volume- und Tone-Regler. Während sich dieses Schaltungsprinzip auf den meisten Gitarren mit zwei Pickups findet, gibt‘s hier als Schmankerl die Möglichkeit, durch das Herausziehen der jeweiligen Volume-Reglers eine der beiden Humbuckerspulen für einen Singlecoil-ähnlichen Sound zu deaktivieren. So lassen sich zwar weitere Klangnuancen erzielen, allerdings kommt damit auch das typische Singlecoilbrummen ins Spiel.

Fotostrecke: 5 Bilder Beide Humbucker können gesplittet – also auch als Singlecoils betrieben werden
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Profilbild von flippovich

flippovich sagt:

#1 - 28.05.2013 um 23:47 Uhr

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nehmts mir nich übel, aber 4 1/2 sterne? die soundbeispiele klingen nach nem ziemlich toten hozbrett ohne charakter...konstruktiver vorschlag: was hält die bonedoredaktion davon, referenz-audios einzuspielen? z.b. "rockgitarren" über die rockamps jmp, jcm800, jcm900, peavey 5150, rectifier usw., das sind die amps die wir haben oder wollen. alle regler in die mitte und wir können nachvollziehen wie so ne gitte denn wirklich klingdas ne paula ne ahorndecke hat und mittlerweile wien schweizer käse gebaut wird wissen wir alle :), warum wir die jetzt gegen unsere ersparten schätzchen eintauschen sollen weniger...

    Profilbild von Xaver Fernandez

    Xaver Fernandez sagt:

    #1.1 - 22.11.2015 um 17:09 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    Hallo zusammen, jetzt muss ich auch mich mal dazu melden.
    echte Paula... so ein Quatsch...
    hatte auch diverse Gibson Goldtops aus den 60iger 70igern und den 90igern und das ist der Grund warum ich danach lange Zeit Fender Strats Teles gespielt habe.
    Die ich angespielt habe waren dermaßen mulmige träge schwere Gurken ohne Biss. Aber vielleicht hatte ich ja auch nur Pech...
    Gibson hat die letzten Jahre was Instrumentenbau angeht sehr dazu gelernt und bringt JETZT erst gute Gitarren auf den Markt. Da ist sicher die eine oder andere Gurke dabei na und. Zurücksenden.
    95% ist eh die Spielweise.
    Xaver
    So und jetzt bestell ich eine T Goldtop...
    Gruß
    Xaver

    Antwort auf #1 von flippovich

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Profilbild von Robby Mildenberger

Robby Mildenberger sagt:

#2 - 31.05.2013 um 14:29 Uhr

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Hallo flippovich,Diese Testgitarre klingt für eine Les Paul sehr frisch. Der eine mag es, der andere mag es nicht. Für mich persönlich klingt sie aber alles andere als „tot“ oder charakterlos. Je nach Stilistik ist man hier eventuell besser bedient, als mit einer butterweichen Gitarre, die sich nicht durchsetzen kann. Das mit den genormten Referenz - Audio-Beispielen ist leider nicht so einfach wie bei Synthesizern und Computer Plug-Ins. Erst einmal müssten wir Tester alle diese „Referenz Verstärker“ besitzen. Damit nicht genug. Jeder müsste, vom Plektrum und den Saiten angefangen, über die verwendeten Gitarren- und Lautsprecherkabel, bis hin zu den verwendeten Speakern, dem Mikro und dessen Position, mit absolut identischem Equipment ausgestattet sein. Selbst dann haut´s nicht hin, weil sowohl Gitarren, als auch Röhrenverstärker und der jeweilige Tester weisen „Bauteiltoleranzen“ auf.LG Robby

Profilbild von Henri Schmidt

Henri Schmidt sagt:

#3 - 18.07.2013 um 15:36 Uhr

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Ja, Diese muß ich leider einmal machen. Freund von mir hat sich genau diese Gibson Signature T für zu viel Geld - finde ich -, neu gekauft. Ich muß sagen, es war meiner Meinung nach ein absoluter Fehlkauf. Ich bin nun langjähriger Besitzer einer 1995er Gibson Les Paul Standard Plus, und habe diese, mit der Gibson Les Paul Signature ausgiebig verglichen und getestet, - gleiche Saitenstärke, gleiche Pickups ( 57 Classic / 57 Classic + )
Niederschmetterndes Ergebnis. Die Signature klingt erst einmal nicht wie eine Les Paul – zumindest nicht wie eine von Gibson. Sie klingt nicht total schlecht, aber eher wie eine preiswertere Kopie einer Gibson Les Paul. Sie klingt in meinen Ohren viel zu hell und spitz, was auch entgegen sonst eher schmerzloser Negativkriterien in Reviews, bei diese Gitarre deutlich bemängelt wird. Egal, wie Halskrümmung, Saiten, oder höhe der Pickups eingestellt ist, die Gitarre „bellt“ wie ein „Airdog“ –
( Ein Chiwawa auf dem Arm von Tante Herta, die an einem anderen großen Hund vorbei gehen )
Aber es ist nicht nur der Sound, es ist auch die Haptik,- einfach, wie es sich anfühlt, wenn man sie in die Hand nimmt und drauf spielt
Meine Beurteilung ist somit auch nicht - wie sonst - ausschließlich subjektiv, da ich eben diesen direkten Vergleich zwischen der Signature und meiner „echten“ Les Paul Standard habe.
Ich besitze sein einigen Jahrzehnten Gitarren von Gibson, und meinen Befürchtungen entsprechend hat diese – trotz allem gelobte – Firma, statt sich ausschließlich traditioneller Gitarrenbaukunst zu widmen, wohl auch auf den Zug mit dem Namen „Innovation“ aufspringen müssen , - splittbare Humbucker, Klemmmechaniken mit elektrischem Autotuning – sind ein Beispiel

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