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Brian Eno belebt sein Label Opal Records nach 35 Jahren wieder

Nach rund 35 Jahren holt Brian Eno sein stillgelegtes Label Opal Records wieder zurück. Zum Neustart möchte der britische Ambient-Pionier gleich zwei seiner langjährig vergriffenen Alben über Opal Records veröffentlichen. Dazu kommen bislang unveröffentlichte Liveaufnahmen und ein klares Statement für den Klimaschutz.

©Wikimedia Commons: Garry Knight

Brian Eno gründete das Plattenlabel Opal Records im Jahr 1987, unter welchem er seine eigene Musik veröffentlichte und in den Vereinigten Staaten verteilte. Opal sollte dabei nicht als einfache Plattenfirma fungieren, sondern eine Plattform für diverse Musik dienen, die sich vom Mainstream unterscheiden. Es sollte ein Zuhause für jene Künstler sein, die bei den großen Labels nur wenig Aufmerksamkeit erhielten.

Zu den frühen Künstlern bei dem Label zählten unter anderem Roger Eno, Harold Budd, Laraaji, Djivan Gasparyan, Hugo Largo, Daniel Lanois, Jon Hassell und John Cale. Die Musik reichte hierbei von Ambient und Electronica über Art-Rock bis zum Alternative-Pop und Folk. Bei Opal stünde die reine Musik im Vordergrund, nicht etwa vermeintliche Genregrenzen und Konventionen.

Bereits 1988 beschrieb Eno selbst, wie eigenständig und verantwortlich die einzelnen Musiker und Musikerinnen hier arbeiten. Laut Eno sei es ein “Label für Außenseiter” gewesen, welches sich von dem musikalischen Mainstream unterscheiden würde. Aufgrund strategischer Differenzen mit der Vertriebsgesellschaft Warner Bros. wurde das Label jedoch frühzeitig wieder eingestellt.

Zurück mit zwei Alben und Liveaufnahmen

Für den Neustart verspricht Eno zwei Veröffentlichungen aus seinen späteren Jahren. “Another Day on Earth” erschien 2005 und präsentiert Enos Rückkehr zur songorientierten Musik. Zuvor hatte er sich intensiv mit Ambient, elektronischer Musik und Produktionstechniken auseinandergesetzt. Die Neuauflage des Albums wird zudem um den Song “The Demon of the Mines” erweitert, der bislang nur in Japan erhältlich war.

Die zweite Neuveröffentlichung bildet das Album “Drawn From Life“, welches ursprünglich 2001 veröffentlicht wurde. Entstanden in Zusammenarbeit mit dem deutschen Musiker J. Peter Schwalm präsentiert das Album eine atmosphärische Klangwelt, die mit Beiträgen von Laurie Anderson und Can-Bassist Holger Czukay ausgeschmückt ist. Auch dieses Album unterlag einer sehr limitierten Veröffentlichung in Japan.

J. Peter Schwalm beim Deutschen Jazzfestival 2013 (©Wikimedia Commons: Oliver Abels (SBT))

Zudem werden zwei seltene Liveaufnahmen aus dem Jahr 2001 veröffentlicht, die bisher unveröffentlicht blieben. “Caught” entstand beim Porto Festival im Coliseu do Porto, während das zweite Werk “Persis” beim Fuji-Rock-Festival in Japan aufgenommen wurde. Auf den Mitschnitten werden Eno und Schwalm unter anderem von Nell Catchpole, Leo Abrahams, Christoph Buhse, Tim Harries und Heiko Himmighoffen begleitet.

Ein Prozent für den Klimaschutz

Neben den Neuauflagen und Live-Mitschnitten, setzte Eno mit dem Label aber auch ein gesellschaftliches Statement. Ein Prozent der gesamten Einnahmen aus zukünftigen Opal-Veröffentlichungen soll nämlich an EarthPercent fließen. Hierbei handelt es sich um eine Non-Profit-Organisation, die Brian Eno im Jahr 2021 mitgründete. Das Ziel des Unternehmens liegt darin, Geld aus der Musikbranche zu sammeln und es an ausgewählte Umwelt- und Naturschutzprojekte weiterzuleiten.

Eno verbindet mit der Wiederherstellung seines alten Labels also sowohl experimentelle Musik, langfristige Künstlerbeziehungen und Umweltschutz, um die Musik auch für gesellschaftliches Engagement zu nutzen. Wie die Zukunft von Opal Records nun konkret aussehen wird, bleibt abzuwarten. Doch besonders Fans und “musikalische Außenseiter” könnte diese Rückkehr ein vielversprechendes Fenster öffnen.

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